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Neue Verhandlungsrunde Chinas jüngste Wirtschaftsdaten können den Handelsstreit mit den USA befeuern

Chinas Exporte gehen zurück, die Importe steigen hingegen. Doch ein Problem bleibt bestehen: Chinas Handelsüberschuss gegenüber den USA wächst weiter.
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Chinas Exporte gingen im April um 2,7 Prozent im Vergleich zum Vormonat zurück. Quelle: dpa
Weniger Ausfuhren

Chinas Exporte gingen im April um 2,7 Prozent im Vergleich zum Vormonat zurück.

(Foto: dpa)

PekingKurz vor der nächsten Verhandlungsrunde im Handelsstreit zwischen China und den USA zeigen die jüngsten chinesischen Wirtschaftsdaten widersprüchliche Signale. Im April lag Chinas Handelsüberschuss bei rund 14 Milliarden Dollar und damit weit unter den vorhergesagten 35 Milliarden Dollar. 

Sowohl die Export- wie auch Importzahlen entwickeln sich damit anders als von Analysten erwartet: Chinas Exporte fielen im April im Vergleich zum März um 2,7 Prozent; Wirtschaftsexperten hatten mit einem Zuwachs von rund drei Prozent gerechnet. Gleichzeitig legten die Einfuhren um vier Prozent zu - Analysten hatten einen Rückgang prognostiziert.

Die Zahlen deuten auf einer erhöhte Inlandsnachfrage hin, die durch höhere Ausgaben für Infrastrukturprojekte und niedrige Reserveanforderungen ausgelöst wurden.

Was die Verhandlungen mit den USA deutlich erschweren dürfte ist der anhaltende Handelsüberschuss Chinas gegenüber den USA – für US-Präsident Donald Trump der Grund, den Handelsstreit mit China zu forcieren.

Wie der chinesische Zoll am Mittwoch mitteilte, ist Chinas Handelsüberschuss gegenüber den USA im April sogar weiter gewachsen, um 2,4 Prozent auf 21 Milliarden Dollar. Zwar fielen die chinesischen Ausfuhren in die USA um 9,7 Prozent. Gleichzeitig brachen aber die Importe aus den USA um 30,4 Prozent ein. 

Insgesamt schrumpfte der Handel zwischen den zwei größten Volkswirtschaften – bedingt durch den Handelskonflikt – um 15,7 Prozent im Vergleich zum Vormonat.

Schon vor der Bekanntgabe der Wirtschaftszahlen drohte der Streit zwischen den beiden Wirtschaftsmächten zu eskalieren. Zwei Tage lang wurde in China auf höchster Ebene diskutiert, ob der chinesische Vize-Ministerpräsident und Chef-Verhandler Liu He diese Woche noch nach Washington fahren sollte. In dieser Zeit durften die heimischen Medien nichts über die neueste Eskalation im Handelskrieg zwischen den USA und China berichten. Die politische Führung in Peking war von den Ankündigungen Trumps kalt erwischt worden. 

Am Sonntag hatte US-Präsident Donald Trump via Twitter angekündigt, die Strafzölle auf Einfuhren aus China im Wert von 200 Milliarden Dollar ab Freitag dieser Woche von zehn auf 25 Prozent zu erhöhen. Darüber hinaus würden die USA Sondereinfuhrabgaben auf weitere chinesische Produkte im Gegenwert von 325 Milliarden US-Dollar verhängen wollen.

China, so ließ die US-Seite an die Presse durchsickern, habe Rückzieher in Bereichen signalisiert, von denen die US-Delegation geglaubt habe, sie seien ausverhandelt.

Erst am Dienstag gab Peking bekannt, dass Liu am Donnerstag und Freitag tatsächlich mit den USA verhandeln werde. Eigentlich sollten die Gespräche bereits am Mittwoch beginnen.

Bislang hatte China immer darauf bestanden, nicht unter Druck verhandeln zu wollen. Von dieser Maxime weicht Peking nun ab. Das zeigt, wie ernst Peking den Handelskonflikt nimmt und wie sehr China auf eine Einigung im Handelsstreit aus ist. Der amerikanische Ansatz sei „bedauerlich“, schrieb die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua in einem Kommentar am Mittwoch, schließlich seien Gespräche und Konsultation der richtige Weg, um Handelsfragen zu lösen.

Ein Kommentar in „People’s Daily“, der offiziellen Zeitung der kommunistischen Partei, gab sich hingegen selbstbewusst: „China hat vollstes Vertrauen darin, allen möglichen Schwierigkeiten und Herausforderungen in den Handelsgesprächen zwischen den Vereinigten Staaten und China entgegentreten zu können.“ 

Experten blicken indes skeptisch auf die nächsten Monate: „Die Aussichten für den chinesischen Export sind schwierig“, schreibt das Researchhaus Capital Economics in einer Notiz. „Sollte Trump seine jüngsten Drohungen wahr machen, dann glauben wir, dass das Exportwachstum um zwei bis drei Prozentpunkte gedrosselt wird“. Selbst wenn in letzter Minute eine Einigung erzielt würde, um weitere Zölle zu vermeiden, „werden die ungünstigen Aussichten für das globale Wachstum wahrscheinlich dazu führen, dass das Exportwachstum gedämpft bleibt.“

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