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Neuer US-Botschafter Douglas Macgregor – ein Militär-Rebell für Deutschland

Der Ex-Offizier und TV-Experte für „Fox News“ soll US-Botschafter in Deutschland werden. Doch ob der 71-Jährige den Posten antreten kann, ist ungewiss.
28.07.2020 - 16:33 Uhr Kommentieren
Der 71-Jährige tritt häufig als Kommentator im konservativen Nachrichtensender
Douglas Macgregor

Der 71-Jährige tritt häufig als Kommentator im konservativen Nachrichtensender "Fox News" auf.

(Foto: Dan Neal / US Army)

Berlin, Washington Seine aktive Zeit liegt schon eine Weile zurück. 2004 hat Douglas Macgregor das US-Militär verlassen, doch seitdem war der pensionierte Offizier kein bisschen leise: Er publizierte Bücher über militärische Strategien und gründete eine Beratungsfirma. Zeitweise hatte er einen Youtube-Kanal. 

Inzwischen tritt er oft als Kommentator im konservativen Nachrichtensender „Fox News“ auf, wo sich als Anhänger der America-First-Ideologie hervortut. Sehr zur Freunde von US-Präsident Donald Trump, der häufig ins Programm schaltet. 

Macgregor wurde schon länger als Anwärter auf einen diplomatischen Spitzenjob gehandelt. Jetzt scheint die passende Position gefunden zu sein: Trump will den ehemaligen Oberst als Botschafter nach Deutschland schicken. Doch ob er den Posten auch bekommt, ist noch nicht ausgemacht, denn Botschafter müssen vom US-Senat bestätigt werden. 

Eine diplomatische Karriere hat Macgregor, wie so viele der von Trump ernannten Botschafter, nicht durchlaufen. Immerhin: Macgregor ist Absolvent der Elite-Akademie West Point, während seiner Militärlaufbahn war er an den Friedensgesprächen im Bosnienkonflikt und als strategischer Direktor am Nato-Lufteinsatz im Kosovo 1999 beteiligt. Mit Deutschland kennt er sich gut aus, er soll fließend Deutsch sprechen.

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    In Washington gilt Macgregor als kontroverse Figur und als scharfer Kritiker der US-Militäreinsätze im Irak und in Afghanistan. Politisch passt er damit gut zu Trump, der versprochen hat, Auslandseinsätze zu beenden. Als Trump dennoch Militärschläge gegen den Iran erwog, mahnte Macgregor auf „Fox News“: „Das ist eine sehr dumme Idee. Wir werden sehen, ob Präsident Trump das einhält, wofür er gewählt wurde.” 

    Scharfe Kritik an der Globalisierung

    Auch in Meinungsbeiträgen für das Magazin „National Interest“ wurde der Ex-Offizier deutlich. Er forderte eine „strategische Partnerschaft“ zwischen den USA und Russland, und bezeichnete die Nato als „Zombie, der ab und zu wiederbelebt wird, meist durch Voodoo-Magie“. 

    In einem Interview von 2012 übte Macgregor scharfe Kritik an der Globalisierung, an der aus seiner Sicht „in Westeuropa und Nordamerika herrschenden sozialistischen Elite“ und an der US-Einwanderungspolitik: „Leider ist heute nicht jeder in den USA Amerikaner. Wir haben ein Land, das balkanisiert und geteilt ist.“ Auch damit liegt er mit Trump auf einer Linie.

    Der bisherige Botschafter Richard Grenell, ebenfalls ein rechter Provokateur, war Anfang Juni von dem Posten in Berlin zurückgetreten. Seither wird die Botschaft geschäftsführend von der Karrierediplomatin Robin Quinville geführt. 

    Die Beziehungen zwischen Deutschland und die USA machen eine schwere Krise durch. Zuletzt hatte Trump angekündigt, einen Teil der in Deutschland stationierten US-Soldaten abzuziehen. In Berlin ist man bemüht, die Spannungen nicht weiter zu vergrößern. Der Transaltantik-Koordinator der Bundesregierung, Peter Beyer, begrüßte die Nominierung Macgregors: Es sei erfreulich, „dass die US-Administration den wichtigen Posten des US-Botschafters in Deutschland nicht länger unbesetzt lassen will“. 

    Allerdings ist fraglich, ob Macgregor sein Amt jemals antritt. „Schon setzen sich einzelne Republikaner im Senat von Trump ab“, erläutert SPD-Politiker Metin Hakverdi. Das gilt gerade für die Außenpolitik. Dass Trump enge Verbündete der USA verprellt und Autokraten wie Russlands Präsidenten Putin umgarnt, gefällt auch seinen Parteifreunden nicht.

    Sollte Trumps Herausforderer Joe Biden die Präsidentschaftswahlen im November gewinnen, wird er Macgregors Nominierung zurückziehen. Und selbst wenn Trump wiedergewählt wird, ist unklar, ob der umstrittene Ex-Offizier im Senat eine Mehrheit findet.

    Mehr: Donald Trump versucht mit „Law and Order“ sein Comeback. Ein Kommentar.

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