Neuer Zwischenfall Japans Premier kritisiert China scharf

Der Streit zwischen China und und Japan um eine unbewohnte Inselgruppe spitzt sich zu. China soll ein Radar zum gezielten Beschuss auf ein japanisches Schiff gerichtet haben. Die USA zeigen sich besorgt.
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Schiffe der chinesischen und japanischen Küstenwache in direkter Nähe. Quelle: Reuters

Schiffe der chinesischen und japanischen Küstenwache in direkter Nähe.

(Foto: Reuters)

TokioIm Streit um eine unbewohnte Inselgruppe verschärft sich der Ton zwischen Japan und China weiter. Mit scharfen Worten kritisierte der japanische Regierungschef Shinzo Abe am Mittwoch den jüngsten Einsatz eines chinesischen Zielradars gegen ein Schiff der japanischen Küstenwache. "Das war ein gefährlicher Akt und hätte zu einer unvorhersehbaren Situation führen können", sagte Abe vor dem Parlament in Tokio. Er bezeichnete den Zwischenfall als "äußerst bedauerlich" und forderte China zur Zurückhaltung auf, um eine "unnötige Eskalation" zu vermeiden.

Abe bekräftigte, es habe sich um eine "einseitige und provokative Handlung" von Seiten Chinas gehandelt. Verteidigungsminister Itsunori Onodera hatte am Vortag mitgeteilt, dass in der vergangenen Woche "ein Radar zum gezielten Beschuss" auf ein japanisches Schiff im Ostchinesischen Meer gerichtet worden sei. Mit einem ähnlichen Radar sei zuvor bereits auf einen japanischen Hubschrauber gezielt worden. Die Sprecherin des US-Außenministeriums, Victoria Nuland, äußerte sich "besorgt". Derartige Aktionen können die Spannungen vertiefen und verstärkten die Gefahr eines Zwischenfalls, erklärte sie in Washington.

China schickt seit Wochen immer wieder Schiffe in das Ostchinesische Meer, um Stärke in der Auseinandersetzung um die umstrittene Inselgruppe zu zeigen, die in Japan Senkaku und in China Diaoyu genannt wird. Sie befindet sich etwa 200 Kilometer vor der Küste Taiwans und rund 400 Kilometer vor der japanischen Insel Okinawa in japanischem Hoheitsgewässer. Die Inseln liegen strategisch günstig in fischreichen Gewässern, in der Umgebung werden zudem größere Erdöl- und Erdgasvorkommen im Meeresboden vermutet.

  • afp
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6 Kommentare zu "Neuer Zwischenfall: Japans Premier kritisiert China scharf"

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  • an die redaktion des handelsblatts,bitte berichten sie objektiv.

    die inseln befinden sich nicht in japanischen hoheitsgewässern.

    china immer das land das uns freundlich gesinnt ist,holt sich jetzt das zurück,was ihnen geraubt worden ist.

    wenn die presse schon einseitig alles diffamiert,was gegen unsere "abzockerfreunde" aus der eu,usrael sollte man wenigstens diese art der berichterstattung unterlassen.

    denn lange wird sich die restwelt,die demokratisierung nach us art nicht mehr gefallen lassen,dann wird man sich daran erinnern,wer die lakaien dieser politik waren.

  • Hallo Mensch von afp,

    wenn sie von Inseln in japanischen Hohheitsgewässern schreiben, müssen sie auch erwähnen, wie es dazu kam und ob das Rechtens war.
    Dort liegt der Stein des Anstoßes.

  • ..."ohne in China hergestellte Produkte weiterzuleben wie bisher..."?? Dies würde für Europa längerfristig einen Entwicklungsschub bedeuten, da wieder verstärkt in EU produziert würde (denke an Griechenland, Spanien, Portugal...). Folglich würden Arbeitslosenzahlen in diesen Ländern runtergehen, was Deutschen Exporten wesentlich besser zu Gute käme als die Produktpiraterie einer totalitären Diktatur...Augen auf! China ist ein totalitärer Staat.

  • Sie haben Recht, es liegt leider nicht in unserer Macht Einfluss auf die beiden Staaten zu nehmen. Grundsätzlich handelt es sich um Altlasten zwischen beiden Staaten. Japan ist in China aus historischen Gründen so beliebt wie eine Mücke in der Nacht.
    Beide Seiten nützen den Konflikt jedoch auch, um vor inneren Problemen abzulenken. Deutschland spielt dabei keine Rolle. Falls Deutschland meint beide Seiten ermahnen zu müssen, werden diese wohl sagen: Was juckt es die Eiche, wenn ein Wildschwein sich an ihr schabt.

  • @omegalicht

    Das mit mit Schnitt ins eigene Fleisch, trifft in Zeiten der Globalisierung wohl alle.

    1.Versuchen Sie doch mal ohne in China hergestellte Produkte so weiterzuleben wie bisher. (Bitte beachten Sie das nicht gleich alle Produkte erkennbar aus China kommen da sie oft nur ein Teil eines Gesamtproduktes sind.

    2. Wenn wir keine waren mehr aus China beziehen würden,
    werden die chinesen auch nichts mehr in Deutschland kaufen.
    Dies würde zwangsläufig den Exodus eines Großteils der Maschienenbauer, Automobilhersteller usw. in Deutschland bedeuten. Schauen Sie doch einfach mal in die vielzahl von Flugzeugen die jeden Tag nach China fliegen.
    Dort finden sie unmengen deutscher Ingenieure und anderer Fachkräfte die für deutsche Firmen unterwegs sind.

  • China wird mit diesen Aktionen nur die Aufrüstung und Modernisierung der japanischen Streitkräfte erreichen.
    Sollte eine Eskalation ( Krieg ) wenn auch begrenzt beginnen, dann kann China keien Waren mehr in die westl. Staaten absetzen.
    Kurz um , ein Schnitt in das eigene Fleisch steht bevor, sollten nicht die klugen Köpfe in China gewinnen.
    Geschichte hin oder her, wir leben im Heute also sollten sich die asiatischen Staaten vertragen.
    Es gibt genug Probleme in der Welt.
    Ein Vorschlag: Nutzt die Inseln gemeinsam, z.B. als Inseln der Forschung und Wissenschaft .

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