Niall Ferguson „Der Euro überlebt, die EU nicht“

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"Demokratie ist keine Killer-Applikation"

Durch die aktuelle Kritik am Finanzkapitalismus wächst weltweit der Zweifel an der Überlegenheit der westlichen Demokratie und Marktwirtschaft. Ist der Westen im Systemwettbewerb unterlegen?

Ich glaube nicht, dass wir uns einfach zwischen liberaler Marktwirtschaft und einem autoritären Staatskapitalismus wie in China entscheiden müssen. Die Demokratie gehört nicht zu den Killer-Applikationen, die den Westen in den letzten 200 Jahren so erfolgreich gemacht haben. Es waren vielmehr der Rechtsstaat und die Eigentumsrechte. Länder mit diesen Merkmalen sind wirtschaftlich am erfolgreichsten. Das Problem Chinas ist es, dass es dort diese Killer-Apps nicht gibt. Ihr Rechtssystem ist fast gänzlich willkürlich, und das ist ihre größte Schwäche.

Der Historiker Niall Ferguson. Quelle: INTERFOTO

Der Historiker Niall Ferguson.

(Foto: INTERFOTO)

Warum schaffen es die Chinesen nicht, einen autoritären Staat mit einem Rechtsstaat zu vereinbaren?

Das ist sehr schwierig. Die Chinesen glauben nicht, dass eine repräsentative Demokratie mit mehreren Parteien in einem Land funktioniert, in dem 20 Prozent der Weltbevölkerung leben. Deshalb befürchten sie, dass ihnen das Schicksal Russlands mit all dem Chaos drohen könnte, wenn sie sich politisch falsch entscheiden.

Welche Bedeutung hat es, dass die Europäer beim einstigen Entwicklungsland China jetzt um Hilfe betteln müssen?

Genau darum geht es in meinem Buch „Der Westen und der Rest der Welt“. Auch Barack Obama hat sich vor Chinas Premier Wen Jiabao verbeugt. Das zeigt, dass China seine alte Stellung als Reich der Mitte wieder beansprucht. Mit seinen Währungsreserven von rund drei Billionen Dollar hat China heute die Macht einer großen Gläubigernation.

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25 Kommentare zu "Niall Ferguson: „Der Euro überlebt, die EU nicht“"

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  • Und, das sind die Deutsche von heute, die von gestern kamen auch aus Asien, irgendwann.

  • Das Gute geht, das schlechte bleibt!

  • Who da fuck is Niall Ferguson?

  • Anonymer Benutzer: ueberleben, ich darf ihnen zu ihrer scharfsinnigen Analyse gratulieren.
    Ich möchte sie Fragen, wo leben Sie, und wo verdienen Sie ihr Geld???
    Oder andersausgedrückt, wo möchten Sie leben?
    Können Sie mir diese Fragen ehrlich beantworten?
    Danke

  • Da haben sich zwei Labertaschen gefunden...

  • Niall Fergusons Beitrag beinhaltet bemerkenswerte Aussagen:

    1. Wenn Griechenland aus dem Euro aussteigt, wird jeder fragen, wer als nächstes gehen muss. Ein Auseinanderfallen der Währungsunion wäre zu kompliziert. => Griechenland kann nicht aussteigen. Der Euro bleibt.

    2. Der Euro ist kein idealer Währungsraum. => Wir bekommen eine dauerhafte Transferunion, die jedoch in den Nordeuro-Staaten nicht akzeptiert wird.

    3. Demokratie ist dem chinesischen autoritären Staatskapitalimus nicht überlegen. => Das öffnet eine Tür zur Abschaffung der Demokratie.

    Zur Person: Niall Ferguson ist ein hochintelligenter britischer Historiker und Wirtschaftswissenschaftler, der eine Unmenge interessanter Bücher mit manchmal streitbaren Thesen geschrieben hat.

    Niall Ferguson hat keine Aversionen gegen Deutschland.

    Niall Ferguson ist Mitglied der Bilderberger und möglicherweise so etwas wie ein Sprachrohr dieser Elite.

  • Beides falsch, der Euro kann auch mit Deutschland überleben, es müssen nur die Regeln so geändert werden.
    Der Exportüberschuss jedes Euroland geht an die EZB. Wird beim Abbau des Überschusses an das Land erstattet. Schon sind alle Probleme gelöst.
    Kein Überschuss mehr = kein Defizit mehr.
    Deutschland und der Euro überleben, den Deutschen geht es besser weil sie gezwungen werden mehr zu importieren und konsumieren. So einfach ist das. Nur die deutsche Großkonzerne stehen schlecht da, keine Kriegskasse mehr um die Welt aufzukaufen.

  • Großbritannien wird die EU nicht verlassen, auch wenn es populär in London ist, gegen den EURO und die EU zu stänkern.

    Es ist im ureigensten wirtschaftlichen Interesse für die Engländer, wenn sie nicht aus die EU hinausgehen. Die Engländer leiden emotional immer noch am Verlust ihres Commonwealth. Ohne Europa und dessen Absatzmarkt sowie ohne Mitsprache, wie die Regeln in Europa sind, wird es Grossbritannien wirtschaftlich sehr schwer haben. England braucht Europa; umgekehrt ist dies weniger der Fall: Europa kann auch ohne England. Dies wissen auch letztlich die Politiker in London und werden weiterhin daran interessiert sein, in Brüssel mitreden zu können. So werden sie weiterhin in London dem Volk mit Pöbeleien gegen Europa und EU bespielen, aber doch immer daran interessiert bleiben, in der EU mitzubestimmen.

    Die Engländer müssen wohl oder übel lernen, dass sie Europa wirtschaftlich brauchen.

  • Sie sollen Ihre Meinung nicht verallgemeinern. Wenn Sie dieser Artikel nicht interssiert ist das ok, aber das "man" das als Datenmüll ignorieren sollte, ist Ihre Meinung und unzulassige Rethorik, die sich in vielen Ihrer Kommentare wiederfindet. Schade, so etwas macht solche Forum kaputt, denn konstruktiv finde ich solch ein Verhalten nicht.

  • Bei der Börsenumsatzsteuer in UK handelt es sich um eine stark eingeschränkte Steuer. Der Finanzplatz London und die britischen Politiker laufen derzeit Sturm gegen die Einführung einer umfassenderen Transaktionssteuer (wie auch im HB zu lesen war). UK scheint mir kein geeignetes Vorbild zu sein, wenn es um Forderung nach einer Finanztransaktionssteuer geht.

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