„Nicht erpressen“ Röslers Rede kommt in Athen nicht gut an

In seiner Rede zum politischen Aschermittwoch hat Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler den Griechen die Hölle heiß gemacht. Regierungsmitglieder aus Athen schießen zurück - auch gegen Schäuble.
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Philipp Rösler (r.) prostet am politischen Aschermittwoch. Quelle: dpa

Philipp Rösler (r.) prostet am politischen Aschermittwoch.

(Foto: dpa)

AthenBundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) ist nach seiner Rede zum politischen Aschermittwoch heftig von einem griechischen Regierungsmitglied kritisiert worden. Der griechische Entwicklungsminister Michalis Chryssohoidis warf dem FDP-Chef am Mittwoch vor, die Griechenland-Krise zur eigenen Profilierung zu missbrauchen.

Rösler hatte Athen aufgefordert, die mit den internationalen Hilfszusagen einhergehenden Reformversprechen endlich umzusetzen. „Wir werden uns nicht länger erpressen lassen“, sagte Rösler in der Rede. „Keine Leistung ohne Gegenleistung.“

Chryssohoidis sagte dem griechischen Fernsehsender Mega, der Ausschnitte aus der Rede zeigte, Röslers Worte seien „unangemessen“. Er wisse um die Probleme der deutschen Innenpolitik mit einer FDP, die in Umfragen bei 1,5 Prozent liege, sagte der Minister. Somit nehme sich Rösler „Griechenland vor, um den deutschen Bürgern zu gefallen“. „Das ist inakzeptabel, sein Verhalten macht mich wirklich traurig, sagte Chryssohoidis.

Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte bereits mit Äußerungen über das griechische Krisenmanagement für Zorn in Athen gesorgt. Der griechische Präsident Karolos Papoulias hatte Schäuble vorgeworfen, er wolle die Griechen verhöhnen.

Schäuble hatte in einem SWR-Interview gesagt: “Wir können helfen, aber wir können nicht in ein Fass ohne Boden schütten.„ Kritisiert wurde Schäuble zudem, weil er den Griechen nahelegte, die Wahlen im April zu verschieben, damit die Hilfszusagen der Eurogruppen nicht durch einen Regierungswechsel in Frage gestellt werden können.

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  • @zgen
    Jetzt haben Sie zumindest einmal etwas von der Stimmung mitbekommen, die in diesem Land wirklich herrscht und Sie können froh sein, dass Sie es hier im HB mit Leuten zu tun haben die immer noch(!) ruhig und sachlich mit Ihnen diskutieren. Wie lange noch ist allerdings die Frage. Ein guter Ratschlag, stapazieren Sie die Geduld von an sich gutmütigen Menschen nicht zu sehr
    Herr Rösler ist ansich ein außerordentlich gutmütiger Mensch.
    Wachen Sie auf und gehen Sie nicht schlafen.

  • @radiputz

    Eigentlich weiß jeder, dass Griechenland insolvent ist und auch in die Insolvenz gehen muss.
    Wenn nicht, wäre dieses ein schwerer Sündenfall, gegen jede Regeln des Marktes und einer geordneten Kreditwirtschaft und hätte entsprechende Signalwirkungen auf andere Schuldenländer. Ich bin mir sicher, man ist sich dieser Problematik auch bewußt
    Im Moment wir nichts anderes gemacht, als "auf Sicht" gefahren, da man Angst hat vor dem Eisberg und eine Unmittelbare Zusammenstoß befürchtet, der das gesamte Weltwährungsystem in Schlagseite wenn nicht zum Kentern bringen kann.
    Es ist schon erstaunlich, dass ein so kleines Land und dessen Probleme dazu in der Lage ist. Aber nur deshalb weil es Mitglied dieser aberwitzigen Währungsunion ist, die ohne viel Verstand, Verantwortung und Risikoabschätzung ins Dasein "getreten" wurde.

  • @Redvines
    Sie haben richtig erkannt, dass in erster Linie das Euro-Konstrukt und die daraus folgende Währungsunion die Wurzel des Übels ist. Griechenland sah sich plötzlich in der Lage sehr schnell sehr hohe Kredite zu günstigen Zinsen zu bekommen, was mit der Drachme nicht möglich war. Es hat diese Situation erkannt und entprechend gehandelt.
    Die Rückkehr zur Drachme ist eine Option und wird wegen der "Überssprungsgefahr" des Virus zur Zeit noch nicht vollzogen, vermutlich in relativ kurzer Zeit also eher Monaten als ein Jahr schon und zwar dann wenn man der Meinung ist der "Virus" sei in Quarantäne und nicht mehr brandgefährlich.
    Dazu muß allerdings auch wieder mehr Realismus die Diskussion beherrschen und nicht Schönfärberei.

  • @egal
    Mir völlig klar, dass es darum geht Banken zu "retten"
    und nicht irgendwelche "Griechen" oder "Deutsche". Die Zeche, die dann aussteht, haben allerdings die Steuerzahler zu zahlen und Sie wissen auch welche,
    denn die Griechen zahlen ja bekannterweise nur sehr ungern Steuern und sind in diesem Nichtbezahlen äußerst erfolgreich.

  • OK, habe mir das Video angeschaut. Jetzt habe ich es richtig mit der Angst bekommen. Jetzt bin ich mir sicher dass die Welt Ende Dezember untergehen wird. Gehe schnell ein paar griechische Konservern holen (die armen Südländer sollen kurz vor dem Ende auch was vom Leben haben). Fluche auf alles was es "schlimmes" auf der Welt gibt. Und den Rest meines Geldes überweise ich an Herrn Düringer.

    Gutes Nächtle

  • @Radiputz:

    Ich möchte das Thema Ihrer Bildhaften Darstellung des (gewünschten) Verhältnisses zwischen Geldgeber und Geldnehmer nicht weiter kommentieren. Ob es ein kluger und treuer Hund sein soll oder ein schwer gestörter ist eigentlich auch egal.

    Ich bin weder Hundehasser noch hasse ich irgendein Volk - im Gegenteil. Und mit kulturellen Unterschieden kenne ich mich besser als manch anderer aus.

    Viel lieber würde ich auf das eigentliche Thema dieser Nachricht zurückkommen: Es geht darum, ob die Aussagen die Herr Rösler hier in die Welt setzt richtig sind. Oder ob er sich einfach eines plumpen Griechen-Bashings bedient um endlich mal die 2% zu erreichen.

    Herr Rösler hat behauptet, dass er den Minister mehrfach "um etwas" gebeten hat. Der Minister soll Ihn anscheinend mehrfach vertröstet haben. Dieses "etwas" wird von Herrn Rösler nicht genauer definiert. Also kommt er zum Schluss, dass Ihn der griechische Minister übers Ohr hauen will.

    Der griechische Minister wiederum tritt im Fernsehen auf und stellt die Sache von seiner Seite aus dar. Das Ministerium ist für die Kommunikation zu deutschen Investoren zuständig. Er lobt die Zusammenarbeit und sagt, dass die Gespräche mit den Investoren gut vorankommen (wird natürlich in den deutschen Medien gerne ausgelassen). Er führt ein paar zentrale Themen auf und sagt, dass Rösler hierbei keine oder nur eine geringfügige Rolle spielt.

    Zum Abschluss bedauert er, dass Herr Rösler anscheinend die Rede dafür nutzt um seine am Boden liegende Partei etwas nach vorne zu bringen.

    Mal ganz ehrlich. Ist das so abwegig?

    Griechenland-Krise hin- oder her. Wenn das wahr sein sollte, hat sich Herr Rösler hier einfach nur daneben benommen.

    Und ich verspreche, dass wenn sich in Zukunft ein griechischer Minister daneben benimmt, springe ich für selbst für die FDP ein.

  • Vielen Dank für die kleine Lektion in puncto Sachlichkeit!
    Wenn die breite Masse die Folgen dieser Idiotie irgendwann in der eigenen Tasche zu spüren bekommt und die politischen Extreme bei den Dummen unter ihr nicht mehr auf taube Ohren stoßen..dann gehen Sie sich am Besten ganz schnell ein paar Konserven kaufen!

    http://www.youtube.com/watch?v=axvjKgV1XTA

  • zgen
    Ich will Ihnen noch einmal ausdrücklich bestätigen und betonen, dass die Griechen keine Hunde sind, niemals welche waren und auch nicht sein werden, schon gar nicht aufmersame und kluge. Hunde sind treue Tiere, die weder lügen noch betrügen.
    Ihr Beleidigtsein rührt wohl daher, dass Sie Hunde verachten, Deutsche hingegen nicht, sondern sie als liebenswerte Haustiere schätzen.
    Sie sollten also mal über kulturelle Unterschiede nachdenken und nicht schimpfen.

  • @Radiputz:

    Nein, ich gebe mich damit nicht zufrieden. Sie haben ganz klar in Ihrem Kommentar die Griechen als Hunde bezeichnet und die Deutschen als deren Herrn.

    Egal auf welcher Seite ich mich stelle, ich möchte weder als Hund noch als Herr von jemanden bezeichnet werden. Und ich fühle mich BEIDEN Seiten verpflichtet!

    In ein paar Jahren wird sich die sogenannte Krise in Luft auflösen. Irgendwann mal ist es vorbei mit den Pleitegriechen und den Bunga-Bunga-Italienern. Was übrig bleibt sind Kommentare wie von Ihnen. Historiker werden also dann entscheiden wie die Deutschen während dieser Periode getickt haben. Und zwar anhand von Kommentaren wie von Ihnen.

  • Hier wird noch so sachlich argumentiert, weil vielen die Schwarz-/Weiß-Malerei und die einfachen Zusammenhänge dubios sind. Misswirtschaft und Korruption gibt es ja nicht nur in Griechenland (woanders tarnt man es manchmal z.B. als "Wirtschaftsförderung" oder "Standortpolitik").

    Natürlich ist auch jeder normale Bürger, der einen Schein für eine schnelle Baugenehmigung über den Amtstisch wandern lässt oder bei der Steuerklärung etwas vergisst, mitverantwortlich für den Zustand der Wirtschaft. Aber die großen Summen (und eben auch letztlich die Staatsschulden) laufen woanders auf. Die Frage ist daher: Wessen Verluste sollen hier auf EU-Ebene wirklich "sozialisiert" werden? Wer hat sich massiv verspekuliert, ist aber systemrelevant genug, um unter dem Label "Griechenlandhilfe" subventioniert zu werden? Soviel vorab: Das sind wahrscheinlich nicht die griechischen Arbeitnehmer.

    "Der Grieche" hat am Niedergang der GR-Wirtschaft etwa so viel Schuld wie "Der Deutsche" an den Rügen im Mängelbericht des Bundesrechnungshofes.

    Natürlich ist die ganze Euro-Konstruktion mit Schuld an der GR-Pleite. Aber ich bin mir nicht sicher, ob man das Problem durch Abwertung einer freien Drachme hätte lösen können.

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