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Niederlande Polizei prüft Terrorverdacht nach Schüssen in Utrecht – Erdogan schaltet Geheimdienst ein

Die niederländischen Beamten ziehen ein terroristisches Motiv des mutmaßlichen Täters von Utrecht ernsthaft in Betracht. Darauf deute vor allem ein Schreiben hin.
Update: 19.03.2019 - 23:49 Uhr Kommentieren

„Ich fühle mich in meiner Stadt unsicher“

Amsterdam, IstanbulEinen Tag nach den tödlichen Schüssen in einer Straßenbahn in der niederländischen Stadt Utrecht gehen die Ermittler Hinweisen auf einen extremistischen Hintergrund nach. Ein terroristisches Motiv des festgenommenen 37-jährigen mutmaßlichen Täters werde ernsthaft in Betracht gezogen, hieß es in einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft vom Dienstag. Darauf deuteten der Verlauf des Angriffs und ein Schreiben hin, das in einem Fluchtauto gefunden worden sei. Aber auch eine Beziehungstat wird bislang nicht ausgeschlossen.

Es blieb allerdings unklar, ob der gebürtige Türke aus politischer Überzeugung oder persönlicher Rache handelte. „Andere Beweggründe werden nicht ausgeschlossen“, sagten die Ermittler. Ihren Angaben zufolge konnte bislang keine Verbindung zwischen dem 37-Jährigen und dessen Opfern festgestellt werden. Ein Onkel des Tatverdächtigen äußerte im Gespräch mit der staatlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu Zweifel daran, dass es sich um einen Terrorakt handele.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat den Geheimdienst eingeschaltet, um das Motiv des mutmaßlichen Täters zu klären. „Manche sagen, es handele sich um eine Familienangelegenheit. Andere sagen, es sei ein Terrorakt. Unser Geheimdienst geht dem Fall nach“, sagte er in einem Interview mit dem kleinen Fernsehsender Ülke TV. Er warte nun darauf, dass der Geheimdienstchef ihm Bescheid sage.

Der Beschuldigte hatte am Montag in einer Straßenbahn drei Menschen erschossen und fünf weitere verletzt. Er wurde nach siebenstündiger Fahndung von der Polizei festgenommen. Am Montag wurden zwei weitere Verdächtige in Gewahrsam genommen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden sie inzwischen aus der Haft entlassen. Sie seien nicht länger verdächtig.

Am Dienstag nahm die niederländische Polizei einen weiteren Mann fest. Es soll sich dabei um einen 40-Jährigen aus Utrecht handeln, wie die Staatsanwaltschaft bekannt gab. Der Mann sei bereits am Nachmittag von einer Spezialeinheit der Polizei festgenommen worden. Einzelheiten zu dem Verdacht gegen den Mann nannte die Staatsanwaltschaft nicht.

Schweigeminute im Parlament

Der Tatverdächtige war nach Auskunft der Ermittler bereits früher mit dem Gesetz in Konflikt geraten und festgenommen worden. Details wurden nicht genannt.

Mit einer Schweigeminute hat das niederländische Parlament am Dienstag der Opfer gedacht. „Utrecht liegt im Herzen unseres Landes“, sagte Ministerpräsident Mark Rutte. „Die Niederlande sind ins Herz getroffen worden.“ Die Folgen seien groß. „Unser Vertrauen hat einen ordentlichen Knacks bekommen“, sagte Rutte.

Dennoch seien die Utrechter am Dienstagmorgen wieder in die Straßenbahnen eingestiegen und ganz normal zur Arbeit gefahren. Diese Routine sei die beste Antwort auf eine solche Tat. Sie zeige, „dass unsere Gesellschaft stärker ist als Hass und Gewalt“.

Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders forderte im Parlament den Rücktritt von Justizminister Ferdinand Grapperhaus. Der Hauptverdächtige habe zahlreiche Vorstrafen und sei erst kürzlich freigelassen worden, was niemals hätte geschehen dürfen. „Sie sind dafür verantwortlich“, sagte Wilders zu Grapperhaus. „Sie müssen zurücktreten! Abhauen!“ Am Mittwoch werden in den Niederlanden Wahlen für die Provinzparlamente abgehalten.

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  • rtr
  • dpa
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