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Niederlande Polizei: Verdächtiger von Utrecht festgenommen

Nach Schüssen in der niederländischen Stadt gibt es mehrere Tote. Nun hat die Polizei die Verhaftung des mutmaßlichen Schützen gemeldet.
Update: 18.03.2019 - 22:34 Uhr Kommentieren

Nach Schießerei in Utrecht: Behörden gehen von Anschlag aus

Utrecht, Den HaagDer mutmaßliche Schütze von Utrecht ist nach Angaben der Polizei festgenommen worden. Der 37-jährige Hauptverdächtige sei am Montagabend gefasst worden, gab Rob van Bree von der Polizei Utrecht bekannt.

Der Zugriff sei am Abend bei einer Wohnungsdurchsuchung im Utrechter Zentrum erfolgt, teilten die Ermittler mit. Bei dem mutmaßlichen Täter handele es sich um einen gebürtigen Türken. Er werde nun vernommen. Nach der Festnahme stufte die zuständige Behörde die Terrorwarnstufe für die Provinz von fünf auf vier zurück.

Am Montagmorgen hatte ein Mann in einer Straßenbahn in der niederländischen Stadt Utrecht auf Menschen geschlossen. Drei Menschen starben, fünf wurden verletzt, wie die Polizei am Nachmittag mitteilte. Erst hatte sie von neun Verletzten gesprochen, dann aber die Zahl nach unten korrigiert.

Der mutmaßliche Täter ist nach Angaben des niederländischen Justizministers Ferdinand Grapperhaus vorbestraft. „Ja, der Verdächtige war dem Justizministerium bekannt“, sagte Grapperhaus am Montagabend. „Er hat Vorstrafen. Das ist in der Tat, was wir wissen. Weitere Einzelheiten kann ich nicht geben.“

In örtlichen Medien und Netzwerken hieß es, der Verdächtige sei in den vergangenen Jahren mehrmals beschuldigt worden, von versuchtem Totschlag bis Kleinkriminalität in und um Utrecht. Vor zwei Wochen habe er wegen des Vorwurfs, eine Frau 2017 vergewaltigt zu haben, vor Gericht gestanden.

Im Zusammenhang mit der Tat wurde nach Angaben der Polizei ein zweiter Verdächtiger festgenommen. Es sei aber unklar, inwieweit er beteiligt gewesen sei. Der Vorwurf laute auf Verdacht des Totschlags mit einem terroristischen Motiv. Näheres wurde zunächst nicht bekannt.

Neben einem terroristischen Motiv schließt die Polizei ein Familiendrama nicht aus. „Es könnte auch sein, dass es eine Beziehungstat ist“, sagte Polizeisprecher Bernard Jens dem niederländischen NOS Rundfunk. Nach Informationen des niederländischen Fernsehens vernahm die Polizei den Bruder des Mannes, ohne dass zunächst Details bekannt wurden.

Die türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtet, dass die Schießerei einen familiären Hintergrund habe. Der Täter habe auf eine Verwandte geschossen und später auf Menschen, die der Frau zur Hilfe kommen wollten, meldete sie unter Berufung auf Verwandte des Flüchtigen.

Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte hatte am Montagmittag bekanntgegeben, dass er davon ausgehe, dass es sich bei der Tat um einen Anschlag handelte. Am Abend sagte er, dass das Motiv des Schützen unklar sei. „Es gibt viele Fragen und Gerüchte“, sagte Rutte am Abend in Den Haag vor Journalisten. Ob der mutmaßliche Täter ein terroristisches Motiv gehabt habe, sei unklar.

Die Polizei hatte am Montag landesweit nach dem 37-Jährigen gefahndet. Der Verdächtige soll in der Türkei geboren sein, teilte die Polizei auf Twitter mit. Sie veröffentlichte ein Foto des Mannes aus der Straßenbahn.

Die türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, dass die Schießerei einen familiären Hintergrund habe. Der Täter habe auf eine Verwandte geschossen und später auf Menschen, die der Frau zur Hilfe kommen wollten, meldete sie unter Berufung auf Verwandte des Flüchtigen.

Höchste Terrorstufe

Nach dem Vorfall hatten die Ermittler zunächst einen Toten und mehrere Verletzte bestätigt. In der gesamten Provinz Utrecht galt die höchste Terrorwarnstufe. Die zuständige Behörde rief am Montagmittag die Warnstufe fünf für die Region aus. Die Menschen sollten in ihren Häusern bleiben. Am Nachmittag gaben die Beamten schließlich Entwarnung: Die Menschen könnten wieder auf die Straße gehen.

Der Nationale Koordinator für Terrorismusbekämpfung konnte in einer ersten Presseerklärung lediglich die Tat an sich bestätigen sowie dass ein Täter auf der Flucht sei. Der Terrorbekämpfer sprach zudem von weiteren Schüssen im Stadtgebiet, ohne dies näher ausführen zu können. Die lokale Polizei in Utrecht hingegen konnte weitere Schauplätze nicht bestätigen.

Der Vorfall ereignete sich im Westen der Stadt. Utrecht liegt etwa 75 Kilometer entfernt von der deutschen Grenze und hat etwa 350.000 Einwohner. Nach Angaben der Polizei fielen die Schüsse gegen 10.45 Uhr.

Die Militärpolizei wurde angewiesen, an den Flughäfen des Landes und an wichtigen Gebäuden besonders wachsam zu sein. Der niederländische Antiterror-Koordinator twitterte, ein Krisenteam bespreche die Lage in einer Sitzung. Mehrere Rettungshubschrauber flogen zum Ort des Angriffs, um die Verletzten zu behandeln.

Die Bundespolizei hat ihre wegen der Schüsse von Utrecht intensivierten Fahndungsmaßnahmen im deutsch-niederländischen Grenzgebiet nach der Festnahme des Hauptverdächtigen wieder zurückgefahren. Das sagte ein Sprecher der Bundespolizei der Deutschen Presse-Agentur am Montagabend.

Bei der Bundespolizei in Kleve waren am Montag alle verfügbaren Kräfte im Einsatz. Es gelte zu verhindern, dass „diese Person oder diese Personen unkontrolliert nach Deutschland einreisen“, hieß es.

Ein Schwerpunkt der Überwachungs- und Fahndungsmaßnahmen war die Autobahn 3. Das Augenmerk richtete sich auch auf andere Autobahnen, Bundesstraßen und Grenzübergänge zu den Niederlanden. Richtige Kontrollstellen gab es den Angaben zufolge aber nicht. Einsatzkräfte würden verdächtige Fahrzeuge aus dem fließenden Verkehr herausziehen und überprüfen.

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  • ap
  • dpa
  • rtr
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