Nieto sagt Treffen mit Trump ab Die eine Demütigung zu viel

US-Präsident Trump plant eine 3200 Kilometer lange Grenzmauer – und will die Mexikaner dafür bezahlen lassen. Ihr Präsident Enrique Pena Nieto sagt nun seinen USA-Besuch ab. Es droht ein schwerer diplomatischer Konflikt.
Update: 26.01.2017 - 19:41 Uhr 31 Kommentare

„Noch einmal – Mexiko zahlt nicht für diese Mauer“

Mexiko-StadtDie Beziehungen zwischen den USA und Mexiko sind schon eine Woche nach dem Amtsantritt von Donald Trump auf einem Tiefpunkt angelangt. Offener Konflikt ersetzt Kooperation. Präsident Enrique Peña Nieto sagte am Donnerstagvormittag sein für Dienstag geplantes Treffen mit dem neuen US-Präsidenten in Washington ab. Dieses Mal wählte der Staatschef nicht die Ansprache an die Bevölkerung per Fernsehen, es reichte eine kurze Mitteilung über den Kurznachrichtendienst Twitter. „Heute Morgen haben wir das Weiße Haus davon informiert, dass ich nicht zu dem Arbeitsbesuch am kommenden Dienstag reisen werde“. Die Entscheidung, die eine tiefe diplomatische Krise zwischen den beiden Staaten einläutet, ist eine Zäsur im Verhältnis der Nachbarn.

Die Entscheidung hatte sich abgezeichnet, nachdem Trump am Mittwoch nicht nur das Dekret zum Mauerbau unterzeichnet, sondern auch vollmundig erklärt hatte, Mexiko werde für die Mauer bezahlen. Daraufhin war der Druck in der Heimat auf den mexikanischen Präsidenten stark gestiegen, das Treffen abzusagen. Zumal der Affront aus mexikanischer Sicht besonders groß war, denn während Trump das Dekret firmierte, befanden sich gerade die Minister für Äußeres und Wirtschaft, Luis Videgaray und Ildefonso Guajarado, zu Gesprächen mit Trumps Beratern quasi im Büro nebenan. Das war die eine Demütigung zu viel.

Die Entscheidung stellt nun alle Abkommen in Frage, die Mexiko in den Bereichen Handel, Grenzsicherheit, Migration und Drogenbekämpfung geschlossen haben. Insbesondere die Zukunft der 23 Jahre alten Nordamerikanischen Freihandelszone NAFTA ist düster. Genau über dieses Handelsabkommen, das die Basis für Mexikos Wirtschaft ist, wollten Trump und Peña Nieto am 31. Januar eigentlich sprechen.

„Eine würdevolle Haltung Mexikos kann eigentlich nur bedeuten, den Besuch abzusagen“, hatte zuvor schon der einflussreiche Linkspolitiker und Ex-Senator Cuauhtémoc Cárdenas gesagt. Die Ehefrau des früheren Präsidenten Felipe Calderón und mögliche Präsidentschaftskandidatin für die Rechtspartei PAN, Margarita Zavala, schrieb über den Kurznachrichtendienst Twitter: „Die Ankündigung der Mauer vor dem Besuch von Peña Nieto ist eine Beleidigung für Mexiko. Man sollte den Besuch überdenken.“ Mit dem Dekret zum Mauerbau habe Trump eine rote Linie überschritten, war der allgemeine Tenor.

In einer Fernsehansprache an seine Bevölkerung nach Trumps Anordnung hatte Nieto seinen geplanten Besuch in Washington noch nicht erwähnt. Allerdings bedauerte er die Entscheidung des US-Staatschefs, die Grenzanlagen wirklich bauen zu wollen. „Mexiko glaubt nicht an Mauern“, betonte Peña Nieto und ergänzte: „Ich habe bereits mehrfach gesagt, dass wir für keine Mauer aufkommen werden.“

Nach diesen Äußerungen schien auch Donald Trump kein gesteigertes Interesse mehr an dem Treffen gehabt zu haben. Trump hatte zuvor immer wieder betont, dass das Nachbarland für den Grenzwall bezahlen werde, auch wenn die USA das bis zu zwölf Milliarden Dollar teure Bauwerk zunächst aus der Staatskasse finanzieren müssten.

Wenn Mexiko aber nicht bereit sei, die dringend benötigte Mauer zwischen beiden Staaten zu finanzieren, dann sollte er auf das Treffen verzichten, schrieb Trump über den Kurznachrichtendienst Twitter. Trump erklärte weiter, die USA hätten ein 60-Milliarden-Dollar-Defizit im Handel mit Mexiko. Das Freihandelsabkommen Nafta – in dem Mexiko, Kanada und die USA eingebunden sind – sei von Anfang an einseitig gewesen. Die USA hätten in großer Zahl Firmen und Jobs verloren.

Die Kooperation bei der Migration ist nun gefährdet
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31 Kommentare zu "Nieto sagt Treffen mit Trump ab: Die eine Demütigung zu viel"

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  • "Sergio Puntila27.01.2017, 09:30 Uhr
    Der Chefdemokratenfresser als Oberkommentator des HB sondert in gewohnt langweiliger Manier, klingt schon fast andressiert, was Sie hier tagtäglich vor sich hingeifern, werter MH"

    Ich geifere nicht, ich kommentiere. Ich gebe mir den ganzen Tag große Mühe, jeden, aber auch wirklich jeden Artikel zu kommentieren,
    um die Leute von der grün-sozialistischen Murkselregierung zu warnen.

    Ja, ich bin ein Fan von Trump und Putin, das sind wenigstens noch zwei echte Kerle mit eigener Meinung, nicht wie unser sprechender Hosenanzug!

    Ja, ich bin ein Anhänger der AFD, denn nur diese Partei kann unser Reich noch retten!

    Nein, ich bin nicht arbeitslos und habe deshalb soviel Zeit Kommentare zu schreiben, ich bin arbeitssuchend!
    Danke

  • @Herr Martin Zuehlke27.01.2017, 10:24 Uhr
    ......Oder sie programmieren mal so einen Button " Beitrage von Hofmann M., Spiegel, Ina Ingwer pauschal löschen.

    Dem kann ich mich vorbehaltlos anschließen.

  • Es ist ja durchaus ehrenhaft vom HB die Kommentarfunktion beizubehalten. Allerdings erschließt sich mir der Sinn nicht mehr. Hier wird ja nicht diskutiert. Das Forum dient als Müllhalde für den geistigen Dünnschiss einer handvoll Verschwörungstheoretiker, Spinner und Trolle. Von daher kann man es auch bleiben lassen. Oder sie programmieren mal so einen Button " Beitrage von Hofmann M., Spiegel, Ina Ingwer pauschal löschen". Dann ist zwar das Forum leer, aber die Qualität würde schlagartig steigen und sich wenigstens dem Niveau ihrer Printausgabe annähern. Aber so ist es nur noch ein Trauerspiel...

  • @ Mark Hoffmann ...." Deutsche moralische Bevormundungs Politik ala Grün-Sozialistischer Merkel EU/Deutschland."
    -------------------------------------------------------------
    Naja, wenn ich jemanden bevormunde, werde ich dafür in der Regel nicht geehrt, wie unsere Werteverteidigerin in der Regierungsspitze von Mr. Obama mit der amerikanischen Freiheitsmedaille geehrt wurde. Marionetten haben da schon eher mit Ehrungen zu rechnen und diese Ehrungen werden unter Mr. Trump nach Verinnerlichung dessen Programms durch AM und unter besonderem Hinweis auf alte (Geheim)Verträge sicherlich weitergehen. Im Zusammenhang mit D - eben wie immer - "America first" !


  • @Mark Hofmann, ich sehe keinen grossen Unterschied zwischen Merkel und Trump, für mich sind beide brandgefährlich, Der Unterschied wäre höchstens noch, Trump macht Politik über die Medien wie über Twitter und das in Eigenregie ohne irgendwelche Absprachen und Merkel muss das meiste was sie rauslässt mit dem EU-Parlament absprechen, denn die Politik muss Eu- genehm sein. Ich bin auch nicht für die verfehlte EU-Politik, wenn Sie es genau wissen wollen!

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Wenn Trump einen Grenzzaun oder eine 3000 Km lange Mauer zu Mexiko errichten will, ist das bestimmt legitim. Aber wenn er dann noch in die Medien posaunt dass diese Vorrichtung Mexiko zu bezahlen hätte, dann fragt man sich schon langsam , wie zurechnungsfähig Trump eigentlich ist. Für mich bestätigt sich alles immer mehr um Trump herum, der Mann ist brandgefährlich, aber er lebt auch jeden Tag gefährlicher, denn der weltweite Zorn ist ihm gewiss und so etwas wird leider selten gut enden!

  • @Herr Werner Schumann

    ich habe Ihren Beitrag mit Vergnügen gelesen. Sehr gut.

    @Herr Otto Berger
    So wie Sie schreiben, völlig richtig.

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