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Nigeria Boko Haram tötet 45 Menschen

Die radikalislamische Miliz Boko Haram hat Rache geübt und ein Dorf im Nordosten Nigerias gestürmt. Als Vergeltung für vier Mitglieder tötete Boko Haram mindestens 45 Menschen. Der Angriff erfolgte am hellichten Tag.
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Nigerias Bevölkerung muss immer mehr um ihr Leben fürchten. Nun hat die Miliz Boko Haram ein Dorf aus Rache überfallen. Quelle: AFP

Nigerias Bevölkerung muss immer mehr um ihr Leben fürchten. Nun hat die Miliz Boko Haram ein Dorf aus Rache überfallen.

(Foto: AFP)

Maiduguri Die radikalislamische Miliz Boko Haram hat in einem nigerianischen Dorf mindestens 45 Menschen getötet. Es habe sich um einen Vergeltungsakt gehandelt, sagte ein Militärmitarbeiter am Freitag. Die Extremisten hätten das Dorf im Nordosten am Mittwoch gestürmt, um vier Mitglieder der Miliz zu rächen. Diese seien auf einem Markt erkannt und daraufhin in einem Feuergefecht mit Soldaten getötet worden.

Der Angriff auf das Dorf wurde nach Angaben eines örtlichen Behördenvertreters während eines Markttags verübt. Die 45 Opfer seien inzwischen beerdigt worden. Ein Bewohner des Dorfes sagte unter Berufung auf einen Familienangehörigen, dass die Islamisten gegen Mittag in den Ort gekommen seien. „Sie fesselten den Leuten die Hände auf den Rücken und schnitten ihnen wie Tieren die Kehlen durch.“

Warum Afrika in Problemen versinkt - und niemand hilft
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Eliten:  Der Hauptgrund für den Stillstand in Afrika findet sich in dem fehlenden politischen Willen seiner Eliten, ihre Länder und Menschen zu entwickeln. Die dünne Führungsschicht ist für gewöhnlich weder dem Gemeinwohl noch einer „guten Regierungsführung“ verpflichtet. Geprägt werden die politischen Systeme in Afrika häufig von einer absolutistisch anmutenden Machtfülle der Staatschefs – und einem Verständnis vom Staat, das diesen als reine Einnahmequelle der herrschenden Volksgruppe oder Familie begreift.

Allein in Nigeria haben die Machthaber (Foto: Nigerias Präsident Goodluck Jonathan) die in den letzten vierzig Jahren erhaltenen Öl-Einnahmen von mehr als 400 Mrd. Dollar verschleudert. Die Zahl der Nigerianer, die unter der Armutsgrenze leben, ist in der Folge immer weiter gestiegen -  von 19 Millionen im Jahre 1970 auf heute 90 Millionen.

(Foto: dapd)
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Korruption: Seit langem zählen Afrikas Volkswirtschaften  zu den korruptesten der Welt. Dem Transparency International Corruption Index zufolge lagen 40 von 42 untersuchten Länder aus Afrika auf einer von 1 bis 10 reichenden Skala unter dem Wert 5 (0 stand dabei für „hochkorrupt“ und zehn für „quasi nicht korrupt“). Ohne sein korrupte Führung könnte es zum Beispiel dem reichen Ölstaat Angola (Foto) inzwischen viel besser gehen. Doch bis heute weigern sich seine Machthaber, die hohen Öleinnahmen aus den Lagerstätten vor der Küste offenzulegen.

(Foto: AFP)
Hungerkatastrophe in Afrika
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Bevölkerungswachstum: Nirgends auf der Welt wächst die Zahl der Menschen heute schneller als in Afrika. Erst vor zwei Jahren stieg die Zahl der Afrikaner erstmals über die Milliardengrenze. Bereits  2030 dürfte sie auf 1,5 Milliarden und bis  2050 sogar auf 2 Milliarden schnellen – eine Verdoppelung binnen 40 Jahren. Bis 2100 wird bei gegenwärtigen Trends  sogar mit 3,5 Milliarden gerechnet. (Besonders hoch sind die Zuwachszahlen in den gegenwärtigen Dürreländern: In Kenia und Äthiopien hat sich die Bevölkerungszahl seit 1990 auf 40 bzw. 90 Mill. Menschen fast verdoppelt! Und selbst in Somalia ist sie um fast ein Drittel gestiegen.)

(Foto: dpa)
Worker gathers cocoa bags in the workhouse factory yard of SAF Cacao in San Pedro
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Rohstoffabhängigkeit: Die Diversifizierung der fast überall auf einen Rohstoff basierten Volkswirtschaften ist auch in den letzten Jahren kaum vorangekommen – und entsprechend fragil der  wirtschaftliche Aufschwung. Ghana und die Elfenbeinküste (Foto) sind zum Beispiel bei den Deviseneinnahmen fast vollkommen auf den Export von Kakao und Sambia und der Kongo auf die Ausfuhr von Kupfer angewiesen.  Eine weitere Folge ist, dass der Handel innerhalb des Kontinents nur neun Prozent seiner Gesamtexporte ausmacht. Mindestens ebenso  wichtig wie der Abbau von Subventionen durch Europa wäre ein stärkerer Warenaustausch innerhalb Afrikas.

(Foto: Reuters)
Angola - Benguela-Bahn
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Infrastruktur: Bis heute gibt es weder eine durchgehende Bahnstrecke noch eine Asphaltstraße von Nord nach Süd durch Afrika. Auch sind noch immer nur knapp 20% des (ohnehin kleinen) Straßennetzes asphaltiert und die Transportdienste wegen lokaler Kartellstrukturen oft sehr teuer. Nicht besser ist die Lage beim Schienennetz, das im Vergleich mit anderen Kontinenten trotz der jüngsten Aufbauarbeit der Chinesen nur eine extrem geringe Dichte aufweist. Südafrika allein verfügt über rund 80% des gesamten afrikanischen Schienennetzes.

(Foto: dpa)
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Strommangel: In 30 Staaten Afrikas fällt der Strom regelmäßig aus, wie Preeti Sinha von der African Development Bank kürzlich auf einem Investmentseminar erklärte. Gleichzeitig haben nur etwa 20 Prozent der inzwischen fast 1,1 Mrd. Afrikaner Zugang zu Elektrizität, auf dem Land sind es weniger als fünf Prozent. Doch Strom ist der Lebenssaft jeder Volkswirtschaft. So erzeugt Nigeria mit seinen 140 Millionen Menschen heute nur ein Zehntel des von Stromengpässen geplagten Südafrikas, obwohl der westafrikanische Ölstaat fast dreimal soviele Einwohner wie die Kap-Republik hat. 

Oder: Der in Afrika führende Mobilfunker MTN ist im krisengeschüttelten Nigeria gezwungen, 80 Prozent seines Netzes mit Hilfe von Generatoren zu betreiben, weil öffentliche Kraftwerke fehlen.

(Foto: AFP)
200 Millionen Dollar US-Soforthilfe für Lebensmittel
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Kein Agrasektor: Noch immer sind 39 der nun 49 schwarzafrikanischen Länder trotz oft großer ungenutzter Ackerflächen Lebensmittelimporteure. Das größte Problem liegt darin, dass der Agrarsektor nach wie vor von Kleinbauern dominiert wird, die ganz überwiegend für den Eigenbedarf produzieren, aber kaum Überschüsse für den Export erwirtschaften. Zudem hilft Staat diesen Kleinbauern weder mit Saatgut noch mit Maschinen oder anderer Expertise. Was möglich wäre, zeigt Ruanda: Obwohl der Zwergenstaat mit 325 Menschen pro Quadratkilometer das am dichtesten besiedelte Land des Kontinents ist, kann es sich selbst ernähren. Seine Regierung stellt den Menschen auf dem Lande Dünger und besseres Saatgut zur Verfügung – und hat das Land in diesem Prozess zum Selbstversorger gemacht.

(Foto: dpa)

Der Name Boko Haram bedeutet übersetzt: "Westliche Erziehung ist sündhaft". Die Gruppe kämpft seit fünf Jahren mit großer Brutalität für einen islamischen Staat nach den Grundsätzen der Scharia. Dabei haben Boko-Haram-Kämpfer Tausende Menschen getötet. Die Gruppe kontrolliert weite Teile im Nordosten des größten Ölproduzenten Afrikas. Die Angriffe nahmen in den vergangenen Wochen wieder zu, nachdem die Miliz eine von der Regierung ausgerufene Waffenruhe abgelehnt hatte.

  • rtr
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