Nils Jennrich China lässt deutschen Kunstmanager frei

Der Kunstspediteur Nils Jennrich ist wieder auf freiem Fuß. Der Deutsche hatte 127 Tage in einem Pekinger Gefängnis gesessen, ihm wird Kunstschmuggel vorgeworfen. Die Ermittlungen sind aber noch nicht abgeschlossen.
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Nils Jennrich, arbeitet als deutscher Manager in China. Seit Monaten saß er ohne Anklage in Haft. Quelle: privat

Nils Jennrich, arbeitet als deutscher Manager in China. Seit Monaten saß er ohne Anklage in Haft.

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PekingDer Rendsburger Kunstspediteur Nils Jennrich, der seit 127 Tagen in einem Pekinger Gefängnis sitzt, ist heute unter Auflagen vorläufig auf freien Fuß gesetzt worden. Dies erfuhr das Handelsblatt aus Kreisen seiner Familie. Am Nachmittag berichtete auch AFP von der Freilassung. Jennrich wird vom Pekinger Zoll vorgeworfen, an Kunstschmuggel im großen Stil beteiligt gewesen zu sein. Er bestreitet dies.

Jennrich hält sich für ein Bauernopfer in einer großen Antischmuggel-Kampagne. Zuletzt hatten sich deutsche Diplomaten und Jennrichs Anwälte intensiv um eine Haftverschonung bemüht. Auch eine chinesische Kollegin von Jennrich, die ebenfalls während desselben Zeitraums inhaftiert war, kam heute frei.

Das Handelsblatt hatte vor vier Wochen als erstes deutsches Medium umfangreich auf den Fall aufmerksam gemacht und damit eine große Welle der Berichterstattung in Deutschland ausgelöst. Daraufhin hatte Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) sich des Falls angenommen. Als sie Anfang vergangenen Monats ihren Amtskollegen Song Dahan zum jährlichen Treffen des deutsch-chinesischen Rechtsstaatsdialogs in München traf, sprach sie den Fall an. Dabei bat sie darum, ohne sich in die Einzelheiten des Falles einzumischen, Jennrich aus humanitären Gründen auf Kaution freizulassen.

Die Haftprüfung durch das Pekinger Antischmuggelbüro hat mittlerweile offensichtlich ergeben, dass dies nun doch möglich ist. Der erste Antrag auf Kaution Mitte Mai war noch abgelehnt worden. Jennrich konnte in seine Pekinger Wohnung zurückkehren, darf China jedoch nicht verlassen, bis die Untersuchungen gegen seinen Arbeitgeber, die Kunstspedition International Fine Art Solutions (IFAS), abgeschlossen sind und eventuell Anklage erhoben wird.

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