Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Nord-Stream-Ausbau mit Russland Deutsche Pipelinepläne verärgern EU-Partner

Neue Rohre durch die Ostsee sollen die Kapazität für Gaslieferungen nach Deutschland verdoppeln. Doch der politische Widerstand gegen das Projekt, an dem Eon und BASF beteiligt sind, wächst. Berlin gerät unter Druck.
18.12.2015 - 16:13 Uhr 14 Kommentare
Neben Gazprom sind an Nord Stream II die deutschen Konzerne Eon und BASF sowie das britisch-niederländische Unternehmen Shell, die österreichische OMV und die französische Engie-Gruppe beteiligt. Quelle: Reuters
Pipeline

Neben Gazprom sind an Nord Stream II die deutschen Konzerne Eon und BASF sowie das britisch-niederländische Unternehmen Shell, die österreichische OMV und die französische Engie-Gruppe beteiligt.

(Foto: Reuters)

Brüssel Gegen den geplanten Ausbau der Nord-Stream-Pipeline von Russland nach Deutschland formiert sich heftiger Widerstand in der EU. Nach dem Brüsseler Gipfeltreffen kritisierte EU-Ratspräsident Donald Tusk das Gas-Projekt mit scharfen Worten. Bundeskanzlerin Angela Merkel verhinderte aber eine klare Positionierung der EU gegen Nord Stream 2. Eine vor allem von ost- und mitteleuropäischen Staaten unterstützte Erklärung zur Energiepolitik schaffte es am Freitag beim EU-Gipfel in Brüssel doch nicht in das Abschlussdokument.

Der Satz, der bis zuletzt in dem Dokument zu finden war, klingt wie eine Selbstverständlichkeit, hätte aber wie ein Sprengsatz wirken können. „Jede neue Infrastruktur sollte völlig im Einklang stehen (...) mit den Zielen der Energieunion, die da heißen Reduzierung der Energieabhängigkeit und Diversifizierung der Lieferer, Quellen und Vertriebsrouten“, hatten die EU-Staats- und Regierungschefs in der Schlusserklärung ihres Treffens in Brüssel fordern wollen. Doch der Bundesregierung ging das zu weit. Sie entschärfte den Satz.

„Ich habe deutlich gemacht mit anderen, dass es erst einmal ein wirtschaftliches Projekt ist, es gibt private Investoren für dieses Projekt“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel nach dem Gipfel am Freitagnachmittag. Nun gehe es darum, die notwendige Rechtsgrundlage zu schaffen.

Tatsächlich spricht aus Sicht der Kritiker viel dafür, dass der geplante Ausbau der Ostsee-Gaspipeline Nord Stream II zwischen Deutschland und Russland die Ziele der vereinbarten europäischen Energiepolitik konterkariert. Deshalb wächst der politische Widerstand gegen das Projekt. „Nord Stream II trägt weder zu mehr Diversifizierung bei noch verringert es die Abhängigkeit von einem Gaslieferanten“, sagte EU-Ratspräsident Donald Tusk in großer Offenheit nach dem Treffen der Staats- und Regierungschefs. Noch stehe aber die endgültige technische und juristische Bewertung der EU-Kommission aus.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Zuletzt hatte sich Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) Anfang November bei einem Besuch in Moskau für das Projekt stark gemacht. EU-Ratspräsident Tusk verwies nun darauf, dass nach ersten Einschätzungen der EU-Kommission der russische Gazprom-Konzern mit Nord Stream II eine dominierende Position im deutschen Markt bekommen könnte.

    Neben der russischen Gazprom sind an Nord Stream II die deutschen Konzerne Eon und BASF sowie das britisch-niederländische Unternehmen Shell, die österreichische OMV und die französische Engie-Gruppe beteiligt. Sie wollen die Kapazität der bestehenden rund 1200 Kilometer langen Nord-Stream-Leitung durch die Ostsee mit Hilfe einer Parallel-Pipeline verdoppeln. Derzeit bezieht die EU gut ein Drittel seines Gases aus Russland. Etwa die Hälfte davon kommt über die Ukraine in die Gemeinschaft. Nord Stream II böte eine Alternative dazu. Mittelfristig wollen sich die EU-Staaten laut vergangener Beschlüsse jedoch aus der russischen Energieabhängigkeit befreien.#

    Italien könnte Russland-Sanktionen infrage stellen
    Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen
    Mehr zu: Nord-Stream-Ausbau mit Russland - Deutsche Pipelinepläne verärgern EU-Partner
    14 Kommentare zu "Nord-Stream-Ausbau mit Russland: Deutsche Pipelinepläne verärgern EU-Partner"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Diese Frau ist geisteskrank.
      Eine Expertise bekommen Sie jederzeit, nach Aktenlage,

    • Merkel wird D u. die EU ruinieten. Merkel gehört weg ... egal auf welche Art u. Weise.
      Diese Frau ist geisteskrank.

    • Guter Beitrag, Herr Teufel.

    • Übrigens wird auf dem Maidan immer wieder gegen die Regierung demonstriert, nur interessiert sich in den Westmedien niemand dafür, da ja jetzt die richtige Regierung im Sattel sitzt.

    • Dem bereits gesagten kann man nur zustimmen.

      Merkel murkst sich doch wieder durch. Auf der einen Seite eine Pipeline und auf der anderen Seite Sanktionen. Dann kann man auf beiden Seiten sagen, man habe es versucht.... Hahaha

      Europa sei gewarnt. Der Wirtschaftskrieg der USA gegen Russland läuft auf Hochtouren und nur Eutopa kann dies ändern, mit allen Konsequenzen. Sollte das Ziel sein, Russland soweit zu schwächen, dass das Volk auf die Straße geht und Putin stürzt, dann ist das absolut naiv und extrem gefährlich.

      Putin ist der einzige auf diesem Schachbrett, der berechenbar ist, ein Pragmatiker. Gott sei Dank.
      Wer die langfristige Strategie der Amerikaner kennt, sollte auch damit umgehen können.

      Zum 1. Januar tritt der Freihandel EU - Ukraine in Kraft und der Freihandel Russland - Ukraine außer Kraft.
      Russland wird weiter geschädigt und die Krim hat damit gar nichts zu tun.
      Russlands Eingreifen auf der Krim war absehbar nach dem Putsch in Kiew, nicht nur weil die Krim historisch russisch ist, sondern auch wegen der Schwarzmeerflotte.

      Dies erscheint mehr als legitim, wenn man es mit dem Auftreten der USA in verschiedenen Ländern dieser Welt vergleicht.

      Worte sind mächtig und die Wortwahl verführt. Was hört sich schöner an?
      "Arabischer Frühling" oder
      "Gemäßigte Rebellen gegen das Regime" oder
      "Guerillas infiltrieren sich in die Bevölkerung, erhalten Waffen, terrorisieren, töten wahllos bis die Regierung die Armee einsetzt."

      Russland war der Energiepartner Europas und ein Markt für Europa.
      Europa zerfledert sich durch Kleindenkerei, durch Micheltum, das nicht besser wird, wenn man es mit EU groß schreiben will.
      Ein großes Europa nimmt seine eigene Posiition ein und verweist nicht nur Russland, sondern auch die USA in Schranken.
      Ein kleines Europa wird zum Selbstbedienungsladen unserer Politiker und so sieht es leider aus.

    • Was für eine absurde Diskussion. Aber passt zu unserem EU-Vasallen - Gebilde...

    • Die Ukraine kann einen nicht bedienen, der böse Putin hat die Anleihe gekauft.
      Frau Merkel übernehmen Sie, als Geldgeber und Kriegstreiber.

    • Die Ukraine moechte uns das Gas abdrehen koennen, wann immer ihre Politiker lustig sind. Wir
      muessen davon unabhaengig sein. Und warum sollten wir der Ukraine 2 Mrd € zahlen, damit die
      unser Gas durchlassen? Und demnaechst 4 Mrd fordern? Gerd Schroeder hat das richtig gemacht
      und wir sollten uns von dem Gezeter nicht beeinflussen lassen. Offenbar sind Merkel und Gabriel
      auch dieser Meinung. Uebrigens haben die USA seinerzeit Schweden (ohne Erfolg) unter Druck
      gesetzt, um die erste Pipeline zu verhindern. Ein Schelm, wer boeses dabei denkt.

    • Diese Unwerte-Gemeinschaft EU steht mit größter Verläßlichkeit grundsätzlich auf der falschen Seite. Sie ist der größte Feind aller europäischen Völker. Ein Krebsgeschwür, das man ungestört immer weiter wuchern läßt.
      Eine engere Kooperation mit Rußland wäre jetzt das Gebot der Stunde. Die Leitung durch die Ukraine führt durch ein Krisengebiet mit einer Regierung, die sich an die Macht geputscht hat.

    • Der Gasmann hat die erste Pipeline richtiger Weise durchgesetzt. Jedes sinnvolle
      Projekt ist zu befürworten aber ich kenne kaum welche. Diese Sache sagt doch wieder, weg mit der EU, diese Mafia-Veranstaltung hat für den europäischen Bürger
      nur Nachteile.

    Alle Kommentare lesen
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%