Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Nordafrika Algeriens Regierung zeigt sich bereit zu Dialog mit Opposition

Die algerische Regierung will mit der Opposition ins Gespräch kommen. Doch zugleich erklärte die Armee, sie werde für Ruhe und Ordnung sorgen.
Update: 13.03.2019 - 17:31 Uhr Kommentieren
Der 82-jährige Staatschef verzichtet nach Protesten der Bevölkerung auf eine fünfte Kandidatur. Quelle: dpa
Abdelaziz Bouteflika

Der 82-jährige Staatschef verzichtet nach Protesten der Bevölkerung auf eine fünfte Kandidatur.

(Foto: dpa)

AlgierDie algerische Regierung will angesichts der anhaltenden Proteste mit der Opposition ins Gespräch kommen. „Der Dialog ist unsere Pflicht“, sagte der stellvertretende Regierungschef Ramtane Lamamra am Mittwoch im staatlichen Hörfunk. „Unsere oberste Priorität ist es, alle Algerier zusammenzubringen.“ Zugleich erklärte die Armee, sie werde für Ruhe und Ordnung sorgen.

Die Sicherheit im Lande werde „unter allen Umständen und Bedingungen“ erhalten, sagte der stellvertretende Verteidigungsminister Ahmed Gaed Salah dem Fernsehsender Ennahar. Gaed Salah ist zugleich Stabschef der Armee.

Die algerische Opposition hat die eigenmächtige Verlängerung der laufenden Amtszeit von Präsident Abdelaziz Bouteflika scharf kritisiert. Die Verschiebung der geplanten Präsidentschaftswahl sei nur ein Versuch, länger an der Macht zu bleiben, hieß es nach einem Treffen mehrerer Oppositionsparteien am Mittwoch. In einer Erklärung riefen die Oppositionellen Abgeordnete dazu auf, das Parlament zu verlassen.

Die Regierung könne nicht gegen den Willen der Menschen und der Verfassung agieren und sei nicht qualifiziert, eine notwendige Übergangsphase zu leiten, hieß es in der Stellungnahme.

In dem nordafrikanischen Land, das für die EU ein wichtiger Erdgaslieferant ist, halten die Demonstrationen seit Wochen an. Am Montag hatte sich der 82-jährige Staatschef Abdelaziz Bouteflika den Protesten gebeugt. Er verzichtete auf eine fünfte Kandidatur bei der ursprünglich für April geplanten Präsidentenwahl.

Die Abstimmung wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Allerdings trat Bouteflika, der seit 1999 Präsident ist, nicht von seinem Amt zurück und säte damit Misstrauen in der Bevölkerung, er und die Führung des Landes wollten nur Zeit gewinnen.

In mehreren Städten traten am Mittwoch Lehrer in den Streik. Fast täglich gehen Zehntausende Menschen auf die Straße, um für mehr Demokratie zu demonstrieren. Sie lehnen ein System ab, das seit fast 60 Jahren vom Militär und von Veteranen des Unabhängigkeitskriegs gegen Frankreich 1954 bis 1962 dominiert wird. Auch Bouteflika sowie die wirtschaftliche Elite gehören zu den Veteranen. Dagegen sind fast 70 Prozent der Algerier jünger als 30 Jahre.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • rtr
Startseite

Mehr zu: Nordafrika - Algeriens Regierung zeigt sich bereit zu Dialog mit Opposition

0 Kommentare zu "Nordafrika: Algeriens Regierung zeigt sich bereit zu Dialog mit Opposition"

Bitte bleiben Sie fair und halten Sie sich an unsere Community Richtlinien sowie unsere Netiquette. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar. Wir behalten uns vor, Leserkommentare, die auf Handelsblatt Online und auf unser Facebook-Fanpage eingehen, gekürzt und multimedial zu verbreiten.