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Nordafrika Türkei und Russland schließen Friedenspakt für Libyen

Russland und die Türkei verfolgen in Nordafrika eigene Ziele. Doch jetzt arbeiten sie an einer gemeinsamen Lösung für eine Waffenruhe.
22.07.2020 - 18:22 Uhr 1 Kommentar
Russland verfolgt im Libyen-Konflikt unterschiedliche Interessen. Jetzt sucht Präsident Putin den Schulterschluss mit der Türkei. Quelle: AP
Wladimir Putin

Russland verfolgt im Libyen-Konflikt unterschiedliche Interessen. Jetzt sucht Präsident Putin den Schulterschluss mit der Türkei.

(Foto: AP)

Istanbul, Düsseldorf Die Türkei und Russland wollen nach eigenen Angaben ihre Bemühungen um eine langfristige und nachhaltige Waffenruhe in Libyen fortsetzen. Darauf verständigten sich beide Seiten, wie aus einer nach Gesprächen in Ankara veröffentlichten gemeinsamen Erklärung hervorgeht. Zudem wolle man einen innerlibyschen Dialog zwischen den Konfliktparteien vereinfachen.

Die beiden Länder gaben am Donnerstag nach hochrangigen bilateralen Gesprächen unter der Führung der stellvertretenden Außenminister, Sergej Versihinin (Russland) und Sedat Önal (Türkei) eine entsprechende Erklärung ab.

Demzufolge wollen beide Seiten die sich bekriegenden libyschen Parteien ermutigen, Bedingungen für einen dauerhaften und nachhaltigen Waffenstillstand in Libyen zu schaffen. Außerdem wollen Moskau und Ankara den politischen Dialog zwischen Libyern im Einklang mit den Ergebnissen der Berliner Konferenz vom 19. Januar 2020 über Libyen und in Abstimmung mit den Vereinten Nationen fortsetzen.

Die weiteren Konfliktparteien sollen aufgefordert werden, einen sicheren humanitären Zugang zu gewährleisten sowie Maßnahmen zu ergreifen, um sicherzustellen, dass allen Bedürftigen humanitäre Soforthilfe geleistet wird.

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    International unterstützter Bürgerkrieg

    In Libyen probt der von Russland, Ägypten, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Frankreich unterstützte General Chalifa Haftar den Aufstand gegen die international anerkannte Regierung, an deren Seite die Türkei und Katar stehen. Obwohl Moskau und Ankara unterschiedliche Seiten mit Waffen und Söldnern versorgen, hielten beide Länder Kommunika-tionskanäle für Libyen offen, um eine offene Konfrontation zu verhindern.

    In dem ölreichen nordafrikanischen Land herrscht seit 2011 Bürgerkrieg. Im Frühjahr 2019 hatte Russland begonnen, Haftar mit russischen Söldnern unter die Arme zu greifen. Im Januar dieses Jahres bat die Regierung in Tripolis die Türkei um Hilfe, und Ankara schickte Söldner und Drohnen. So konnten Regierungstruppen verlorene Gebiete zurückerobern.

    Vor der Ölmetropole Sirte hat sich inzwischen ein wackeliges militärisches Patt entwickelt. Libyen ist zudem eines der Haupt-Transitländer für afrikanische Flüchtlinge, die nach Europa wollen.

    Die Vereinbarungen kommen, kurz nachdem das ägyptische Parlament einen Kampfeinsatz des nationalen Militärs in Libyen abgesegnet hat. Auch Frankreich ist seit mehreren Wochen mit einem Kriegsschiff vor der Küste Libyens präsent. Das US-Militär hat in den vergangenen Tagen mindestens zwei Flüge vom deutschen Stützpunkt in Ramstein nach Libyen gestartet, wie Flugdienste zeigten. Es drohte eine offene Auseinandersetzung, bei der Nato-Soldaten auf unterschiedlichen Seiten gestanden hätten.

    Die Einigung zwischen Russland und der Türkei erinnert an die äußerst spezielle Kooperation beider Länder in Syrien. In Russland kämpfen zwei Fraktionen um die Haltung zu Libyen: Die an der Energieförderung dort interessierten staatlich kontrollierten Öl- und Gaskonzerne Rosneft und Gazprom stärken die offizielle Regierung. Russische Staatsrüstungskonzerne setzen auf Waffenverkäufe an Haftar und seine Helfer in arabischen Ländern als Kunden.

    Mehr: Deutschland liefert Waffen an Länder, die am Libyen-Konflikt beteiligt sind

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    1 Kommentar zu "Nordafrika: Türkei und Russland schließen Friedenspakt für Libyen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Das beruhigt mich wirklich! Zwei Kriegstreiber einigen sich!? Und die lybische Bevölkerung??

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