Nordkorea Friedenspreis für Kim Jong Un?

„Für seinen Kampf gegen den Imperialismus“: Eine indonesische Stiftung verteidigt die Verleihung eines Friedenspreises für Kim Jong Un und hält an der Preisverleihung fest. Kommt Kim Jong Un nach Indonesien?
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Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un mit seinen Untertanen: Der Despot erhält einen Friedenspreis von einer indonesischen Stiftung. Quelle: Reuters
Applaus für den Diktator

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un mit seinen Untertanen: Der Despot erhält einen Friedenspreis von einer indonesischen Stiftung.

(Foto: Reuters)

JakartaEine indonesische Stiftung hat die Verleihung eines Friedenspreises an den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un verteidigt. Kim werde im September der Preis für „Frieden, Gerechtigkeit und Menschlichkeit“ verliehen, bekräftigte die Leiterin der Organisation Sukarno und Tochter des ersten indonesischen Präsidenten, Rachmawati Sukarnoputri, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP.

Vorwürfe hinsichtlich Menschenrechtsverstößen seien „unwahr“ und „westliche Propaganda“. Kim erhalte den Preis „für seinen Kampf gegen neokolonialistischen Imperialismus“. Die Verleihung der Auszeichnung an Kim hatte für Schlagzeilen gesorgt und Spott und Ungläubigkeit hervorgerufen.

In der Vergangenheit war der Preis an Freiheitsikonen wie den Inder Mahatma Gandhi und Aung San Suu Kyi aus Myanmar verliehen worden. Kim ist bekannt für seine Schonungslosigkeit im Umgang mit Beamten, die er der Illoyalität verdächtigte.

Grausamer Gipfelstürmer
Der höchste Berg Nordkoreas
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Nach Berichten von Staatsmedien hat der kommunistische Diktator Nordkoreas, Kim Jong-Un, am Wochenende den höchsten Berg Nordkoreas erklommen. Der Paektusan ist ein rund 2750 Meter hoher aktiver Vulkan. Er liegt an der Grenze zu China in der Mandschurei. Der letzte Ausbruch ereignete sich 1903, seitdem gilt der Vulkan als ruhend.

„Kräftiger als alle Atomwaffen“
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Der nordkoreanische Diktator ließ sich dabei von Kampfpiloten der Volksarmee begleiten. „Den Paektu zu besteigen, liefert kostbare Geistesnahrung, die kräftiger ist als alle Atomwaffen“, wird Kim Jong-Un von den nordkoreanischen Staatsmedien zitiert. Seit 2012 bezeichnet sich das Land selbst als „Atommacht“. Insgesamt drei Atomwaffentests soll Nordkorea seit 2006 durchgeführt haben. Gleichzeitig gilt die Bevölkerung als dramatisch unterernährt.

Heiliger Berg
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Der Paektusan hat in Nordkorea eine mythologische Bedeutung. Von hier aus soll Staatsgründer Kim Il-Sung den militärischen Unabhängigkeitskampf gegen Japan organisiert haben. In der nordkoreanischen Propaganda wird der Berg darum als „heiliger Berg“ stilisiert – im Ausland ist der Gründungsmythos jedoch umstritten.. Auf seinem Weg auf den Gipfel des Paektusan besuchte Diktator Kim auch historische Schlachtfelder.

Verrückter Personenkult
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Um die Familie Kim herrscht in Nordkorea ein fast religiöser Personenkult. Kim Jong-Uns Vater Kim Jong-Il wurden nahezu übermenschliche Kräfte nachgesagt. So soll er Kampfflugzeuge gesteuert und Opern komponiert haben. Bei seiner ersten Partie Golf sollen ihm gleich fünf Hole-In-Ones hintereinander gelungen sein, so die Legende – das ist bisher noch niemandem gelungen.

Auf den Spuren des Vaters
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Nach nordkoreanischer „Sage“ war die Reise auf den Gipfel des Paektusan auch so etwas wie Ahnenforschung: Glaubt man der Staatspropaganda, wurde Kims Vater Kim Jong-Il am Fuße des Bergs geboren, wo sich nach seiner Geburt angeblich unmittelbar ein Stern sowie ein doppelter Regenbogen am Himmel bildeten.

Eigentlich aus Sibirien
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Westliche Quellen gehen allerdings davon aus, dass die Geschichte weit weniger spektakulär ablief. Demzufolge sei Kim Jong-Il in einem sowjetischen Ausbildungslager in Sibirien geboren worden, von wo aus sein Vater Kim Il-Sung den Kampf um die Unabhängigkeit Koreas vom Japanischen Kaiserreich während des Zweiten Weltkriegs führte.

Der jüngste Staatschef der Welt
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Auch Kim Jong-Un werden immer wieder bedeutende sportliche Erfolge nachgesagt – allerdings nur in Nordkorea. Im Rest der Welt wird der Diktator häufig verspottet. Ende 2014 wurde die Terrorherrschaft des Despoten in der Hollywood-Komödie „The Interview“ parodiert. Außerdem wählte das amerikanische Satiremagazin „The Onion“ Kim Jong-Un zum „Sexiest Man Alive“ – woraufhin chinesische Medien dem Diktator gratulierten. Kim Jong-Un ist mit vermutlich 32 Jahren der jüngste Staatschef der Welt.

So wurde etwa sein Onkel und ehemaliger Mentor Jang Song Thaek 2013 hingerichtet. Rachmawatis Vater Sukarno hatte bereits in den 50er Jahren Beziehungen zu Nordkorea hergestellt, die seither bestehen blieben. Im Jahr 2001 wurde der Preis von Rachmawatis Stiftung posthum an Kims Großvater Kim Il Sung verliehen, den ersten Staatschef Nordkoreas.

  • afp
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5 Kommentare zu "Nordkorea: Friedenspreis für Kim Jong Un?"

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

    Die Wahrheit können Sie nicht "löschen"
    Arafat, Begin,Obama und auch die EU haben diesen Preis bekommen.
    Zweifellos sind da Mörder dabei.

  • Arafat, Begin Eu u.s.w. nicht vergessen.

  • der Kim mit dem Friedenspreis ist dann ja ebenso wertvoll wie der obama, gell?

  • Die Perversion des Denkens
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    Kim werde im September der Preis für „Frieden, Gerechtigkeit und Menschlichkeit“ verliehen.

    Kim hatte seine Gegner an Hunde verfüttert.
    Kim lässt Minister mit Flak-Geschütz hinrichten.
    Kim droht Amerika mit der Auslöschung.
    Das Volk frisst Gras und Baumrinde, Kim lebt in Saus und Braus.
    Kim ist der von Gott gesande "geliebte Führer".
    Die Linken und Grünen pilgern zu Kim um von seiner "Weisheit" zu profitieren,
    Nordkorea ist "eine lupenreine Demokratie."
    2016 wird Kim Jong-un der Friedensnobelpreis verleihen (Vorbild: Obama).

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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