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Nordkorea-Gipfel Südkorea begrüßt Trumps Ankündigung – Japan will an Sanktionen gegen Nordkorea festhalten

Erst kürzlich abgesagt, nun findet der Gipfel zwischen Donald Trump und Kim Jong Un doch statt. Die Reaktionen auf das Treffen gehen weit auseinander.
Update: 02.06.2018 - 10:57 Uhr Kommentieren
USA und Nordkorea: Donald Trump und Kim Jong Un treffen sich doch Quelle: AFP
Donald Trump

Das Treffen zwischen dem US-Präsidenten und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un soll nun am 12. Juni In Singapur stattfinden.

(Foto: AFP)

Singapur, SeoulDonald Trump und Kim Jong Un treffen sich nun doch. Der amerikanische Präsident hatte das Treffen mit Nordkoreas Machthaber erst kürzlich platzen lassen, kündigte nun jedoch eine Kehrtwende an. Während Südkorea das Aufrechterhalten des Dialogs zwischen den USA und Nordkorea begrüßt, zeigt sich Japan kritisch über das nun doch stattfindende Treffen zwischen Trump und Kim – die Reaktionen im Überblick:

Südkoreas Regierung hat die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump zu seinem Gipfeltreffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un mit Bedacht begrüßt. „Es scheint, als ob die Straße, die zu einem Gipfel zwischen Nordkorea und den USA führt, weiter geworden ist“, erklärte das Büro von Präsident Moon Jae In am Samstag. Seoul warte das Treffen zwischen Trump und Kim „gespannt, aber ruhig“ ab, erklärte ein Sprecher in der kurzen Mitteilung.

Der südkoreanische Verteidigungsminister Song Young Moo sieht keinen Grund für Zweifel an der Ernsthaftigkeit von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. „Nur weil wir in der Vergangenheit von Nordkorea ausgetrickst wurden, ist dies keine Garantie, dass wir in der Zukunft ausgetrickst werden“, sagte Song mit Blick auf den für den 12. Juni geplanten Gipfel von US-Präsident Donald Trump und Kim. „Wenn wir das glauben, werden wir nie in der Lage sein, mit ihnen zu verhandeln und Frieden zu schließen.“

Song äußerte sich bei einer internationalen Sicherheitskonferenz in Singapur, wo auch das Spitzentreffen von Trump und Kim stattfinden soll. Sollten sich die Gespräche über Nordkoreas Atomwaffenprogramm als erfolgreich erweisen, könne man sie mit dem Gipfel in Malta im Jahr 1989 zwischen dem damaligen US-Präsidenten George Bush und dem sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow rund einen Monat vor dem Fall der Berliner Mauer vergleichen, sagte er. „Ein dramatischer Wandel für das Sicherheitsumfeld auf der Koreanischen Halbinsel und Nordostasien ist gekommen.“

Nach tagelangem Hin und Her hatte Trump am Freitag in Washington angekündigt, dass er Kim nun doch am 12. Juni in Singapur treffen werde. Er betonte, es müssten möglicherweise mehrere Treffen stattfinden, um das Ziel der atomaren Abrüstung zu erreichen. Der Erklärung war ein Gespräch Trumps mit dem nordkoreanischen Gesandten Kim Yong Chol im Weißen Haus vorausgegangen. Beim Gipfel geht es um eine friedliche Lösung des Konflikts um das nordkoreanische Atomprogramm.

Die Präsenz von US-Truppen in Südkorea steht nach den Worten von US-Verteidigungsminister Jim Mattis beim geplanten Gipfeltreffen von Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un aber nicht zur Debatte. „Das sollte es auch nicht“, betonte Mattis in einer Rede in Singapur.

Die „Hoffnungen der Welt ruhen auf diesen Gesprächen“, sagte Mattis. Sollte die Diplomatie im Umgang mit Nordkorea funktionieren, könnten auch die Truppenstärke oder ähnliche Aspekte Thema werden, doch nur bei Diskussionen zwischen den USA und Südkorea. Die Truppenfrage sei aber „gesondert“ zu betrachten und werde bei dem Gipfel am 12. Juni nicht zur Sprache kommen.

Der japanische Verteidigungsminister Itsunori Onodera hat die Weltgemeinschaft hingegen ermahnt, an Sanktionen gegen Nordkorea festzuhalten. Das Land habe sich in der Vergangenheit nicht an Vereinbarungen gehalten, warnte Onodera am Samstag bei einer internationalen Sicherheitskonferenz in Singapur. Daher sei es notwendig, Nordkorea weiter im Blick zu behalten.

Onodera erinnerte an eine Zusage Nordkoreas im Jahr 1994, dem Streben nach Atomwaffen abzuschwören. Doch habe Pjöngjang im Geheimen weiter an deren Entwicklung gearbeitet und Nachbarländer im vergangenen Jahr mit einer Serie von ballistischen Raketenstarts bedroht. Im Lichte von Nordkoreas früherem Verhalten sollte es daher nicht nur für die Bereitschaft zu einem Dialog belohnt werden.

Der einzige Weg zum Frieden für die Koreanische Halbinsel sei es, eine „komplette, nachprüfbare und unumkehrbare Demontage“ aller Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketen aller Reichweiten sicherzustellen, mahnte Onodera.

Japan und Südkorea liegen bei ihrer Einschätzung des Nordkorea-Konflikts über Kreuz. Der japanische Verteidigungsminister Itsunori Onodera sagte in Singapur, Nordkorea müsse konkrete Schritte zum Abbau all seiner Atom- und Raketenprogramme unternehmen.

Wo sich Trump und Kim in Singapur genau treffen werden, ist noch unklar – was die Spekulationen über Veranstaltungsort anheizt. Wie die „Washington Post“ am Freitag berichtete, könnten die beiden sich auf der zu Singapur gehörenden Urlaubsinsel Sentosa im Hotel „Capella“ treffen.

Die relative Abgeschiedenheit habe den Planern aus beiden Ländern aus Sicherheitserwägungen gefallen, hieß es. Offiziell gab es dafür zunächst keine Bestätigung.

Die „Korea Times“ listet neben Sentosa zwei weitere mögliche Veranstaltungsorte auf: den singapurischen Präsidentenpalast Istana und das Luxushotel „Shangri-La“, in dem Trump laut „Washington Post“ während seines Aufenthalts in Singapur übernachten wird.

Kim hingegen soll im Hotel „The Fullerton“ an der Mündung des Singapore Rivers unterkommen. Die US-Regierung spielt demnach mit dem Gedanken, die Rechnung für Kims Unterkunft zu tragen. Weil die Nordkoreaner dies als Beleidigung auffassen könnten, könne stattdessen Singapur für die Kosten aufkommen: Für die einzige Präsidentensuite der im neoklassischen Stil gehaltenen Nobelherberge werden mehr als 6000 US-Dollar pro Nacht fällig.

Mit Material von dpa, Reuters und AP

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