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Donald Trump

Der US-Präsident traf sich bereits mit dem vietnamesischen Premierminister Nguyễn Phú Trọng.

(Foto: AP)

Nordkorea-Gipfel Trump schwärmt von „meinem Freund Kim Jong Un“ – schon vor dem Treffen

Vor dem Treffen mit Kim Jong Un betont der US-Präsident den Nutzen einer Einigung. Trumps Kritiker warnen vor einer De-facto-Anerkennung Nordkoreas als Nuklearstaat.
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Hanoi Dass Donald Trump und Kim Jong Un einander öffentlich beschimpft haben, ist nicht lange her. Nordkoreas Machthaber nannte den US-Präsidenten einen senilen Greis. Trump beschrieb Kim daraufhin während eines Besuchs in Vietnam als klein und fett.

Eineinhalb Jahre später ist Trump nach Vietnam zurückgekehrt, um sich mit Kim Jong Un persönlich zu treffen. Die atmosphärischen Vorzeichen haben sich gründlich geändert. Am Morgen des ersten Gipfeltags schreibt Trump auf Twitter von „meinem Freund Kim Jong Un“. Er schwärmt von einem „großartigen Potenzial“, das Nordkorea biete.

Wenige Stunden vor seinem Treffen mit dem Diktator aus Pjöngjang unterstreicht Trump seine bereits in den vergangenen Tagen geäußerte Verhandlungsposition: Er verweist auf den wirtschaftlichen Boom des Gipfelgastgebers Vietnam und fügt hinzu: „In Nordkorea würde es sehr schnell genauso sein, wenn das Land denuklearisiert.“

Doch unter Atomwaffengegnern wächst die Befürchtung, dass Trump das Ziel der nuklearen Abrüstung aus den Augen verliert. Sie warnen davor, dass ein möglicher Kompromiss Nordkorea de facto als Nuklearstaat anerkennen könnte.

Srinivasan Sitaraman, Politik-Professor und Nordkorea-Experte an der Clark University im US-Bundesstaat Massachusetts, verfolgt den Gipfel aus der Ferne. Er warnt: „Die Angst ist, dass sich Trump mit etwas zufrieden gibt, das deutlich unterhalb des Ziels der nuklearen Abrüstung liegt und im Gegenzug Sanktionen aufheben wird.“ Sitaraman fügt hinzu: „Am schlimmsten wäre es, wenn Trump spontan etwas entscheidet, das die nächste US-Regierung oder sogar seine eigene Regierung in eine schwierige Lage versetzt.“

Kritiker werfen Trump vor, sich mit Nordkoreas Atomwaffen abzufinden. Susan Rice, frühere Nationale Sicherheitsberaterin der USA unter Präsident Barack Obama, hielt Trump eine „gefährliche Abkehr von jahrzehntelanger US-Politik“ vor, die eine vollständige, verifizierbare und unumkehrbare nukleare Abrüstung Nordkoreas anstrebte.

Trumps Haltung komme der Anerkennung Nordkoreas als Nuklearstaat gleich, schrieb sie in einem Meinungsbeitrag für die „New York Times“. Sie befürchte, dass Trump im Drang, eine gute Optik zu erzielen und von innenpolitischen Problemen abzulenken, Zugeständnisse machen könnte, ohne dafür substanzielle Gegenleistungen seitens der Nordkoreaner zu erhalten.

Zweiergespräch von Trump und Kim soll 20 Minuten dauern

Obwohl die USA und Nordkorea offiziell zwei Tage für das Gipfeltreffen angesetzt haben, dürfte für echte Verhandlungen zwischen den beiden Ländern kaum mehr Zeit bleiben als bei dem ersten Treffen von Trump und Kim in Singapur am 12. Juni vergangenen Jahres. Denn diesen Mittwoch, dem ersten Gipfeltag in Hanoi, verbringen die beiden Staatschefs großteils getrennt voneinander.

Erst am Abend um 18.30 Uhr Ortszeit wollen sich die Politiker zu einer kurzen Begrüßung treffen. Anschließend steht ein 20 Minuten langes Zweiergespräch von Trump und Kim auf der Agenda, bevor die beiden mit Beratern gemeinsam zu Abend essen wollen.

Die freie Zeit vor dem Treffen nutzte Trump, um die politische Führung des Gastgeberlandes zu treffen. Beim Besuch im Präsidentenpalast von Nguyễn Phú Trọng schwärmt er von Vietnams wirtschaftlicher Entwicklung, von der auch der US-Konzern Boeing profitiert. Vietnamesische Airlines bestellten am Rande des Treffens 110 Passagierjets von dem Flugzeugbauer im Wert von mehr als zwölf Milliarden Dollar.

Bei ihrem Handschlag für die Fotografen stehen Trump und Trọng vor aufgereihten vietnamesischen und amerikanischen Flaggen. Im Hintergrund ist eine Büste von Ho Chi Minh zu sehen, der die kommunistischen Truppen während des Vietnamkriegs im Kampf gegen die Amerikaner anführte.

Mit Blick auf die frühere Feindschaft der beiden Länder sagt Trump zu Vietnams Präsidenten, dass sowohl er als auch Kim froh seien, den Gipfel in Vietnam auszurichten: „Denn ihr seid ein Beispiel dafür, was mit guten Gedanken alles möglich ist.“

Mehr: Vor dem Gipfel ist die vietnamesische Hauptstadt im Ausnahmezustand. Lesen Sie hier einen Stimmungsbericht aus Hanoi.

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