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Nordkorea Kim Jong Il konfisziert japanische Autos

Bizzare Anweisung von Kim Jong Il: Der nordkoreanische Machthaber soll einen Feldzug gegen japanische Autos begonnen haben – angeblich aus wachsender Unzufriedenheit über die Sanktionen Tokios. Für einige Fahrzeuge gelten allerdings Ausnahmen.
Ist offenbar sauer auf die Japaner: Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il. Foto: dpa Quelle: dpa

Ist offenbar sauer auf die Japaner: Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il. Foto: dpa

(Foto: dpa)

HB SEOUL. Der als exzentrisch geltende Kim habe bei einem Besuch des Kumsusan-Gedächtnispalastes in der Hauptstadt Pjöngjang einen liegen gebliebenen japanischen Wagen gesehen, der eine Straße blockiert habe. Dies sei der unmittelbare Anlass für die Anordnung gewesen, meldete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap.

Das Nationale Verteidigungskomitee des stalinistisch geprägten Landes habe dann verfügt, Autos aus Japan einzuziehen. Japanische Autos, die den Geheimdiensten zur Verfügung gestellt oder Filmstars und verdienten Athleten des Landes geschenkt worden seien, wurden demnach jedoch ausgenommen. Auch sei es fraglich, wie die Anordnung umgesetzt werden könne, da die meisten Autos in Nordkorea japanischer Herkunft seien, hieß es. Hochrangige Regierungsbeamte bevorzugten deutsche Autos.

Kims plötzliche Verfügung hänge möglicherweise mit Sanktionen Tokios gegen das Regime in Pjöngjang nach dem nordkoreanischen Atomwaffentest im vergangenen Oktober zusammen, hieß es weiter. Erst in der vergangenen Woche hatte Nordkorea im Streit das eigene Atomwaffenprogramm eingelenkt.

Im Gegenzug für millionenschwere Wirtschaftshilfen und Energielieferungen stimmte das kommunistische Land dem schrittweisen Abbau seiner Atomanlagen unter internationaler Aufsicht zu. Vier Monate nach seinem ersten Nukleartest will Pjöngjang seine einzige Atomanlage innerhalb von 60 Tagen „mit dem Ziel einer letztendlichen Aufgabe zu schließen und zu versiegeln“. Außerdem wurde die Rückkehr der Atominspekteure vereinbart.

»  Nordkorea: Bilder aus einem verschlossenen Land

Japan will sich allerdings an den Energiehilfen für Nordkorea nicht beteiligen, solange es keine Fortschritte in der Frage der Entführungen japanischer Landsleute durch Pjöngjang gibt. Nordkorea hatte 2002 zugegeben, für die Entführung von 13 Japanern verantwortlich gewesen zu sein. In der Folge konnten fünf der Verschleppten nach Japan zurückkehren. Pjöngjang hat erklärt, dass die übrigen acht Opfer tot seien und Aufklärungsarbeit beendet sei. Japan dagegen besteht darauf, dass es mehr als nur 13 Entführungsfälle gebe. Zudem soll es Indizien geben, dass die von Nordkorea für tot erklärten Opfer noch leben.

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