Nordkorea Kim Jong Un schießt Rakete ins Japanische Meer

In den vergangenen Wochen hat Nordkorea immer wieder Raketen abgefeuert. Die internationale Gemeinschaft reagierte mit Empörung. Nun hat das weitgehend abgeschottete Land erneut eine Mittelstrecken-Rakete getestet.
Nordkoreas Machthaber will, „in Kürze“ einen neuen Atomwaffentest vornehmen (Archivfoto). Quelle: dpa
Weitere Tests angekündigt

Nordkoreas Machthaber will, „in Kürze“ einen neuen Atomwaffentest vornehmen (Archivfoto).

(Foto: dpa)

SeoulNordkorea hat erneut eine Kurzstreckenrakete abgefeuert. Die Rakete sei am Freitag in Sondok an der Ostküste des Landes abgeschossen worden, teilte das südkoreanische Verteidigungsministerium mit. Wie die Nachrichtenagentur Yonhap berichtete, flog die Rakete hundert Kilometer weit und stürzte dann ins Japanische Meer.

Pjöngjang hatte in den vergangenen Wochen trotz eines internationalen Verbots mehrfach Raketen abgefeuert. Der Raketentest am Freitag erfolgte, während in Washington über das nordkoreanische Atomprogramm beraten wurde. US-Präsident Barack Obama kam vor dem offiziellen Beginn eines Atomgipfels mit der südkoreanischen Präsidentin Park Geun Hye und dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe zusammen. Auch eine Unterredung mit Chinas Präsident Xi Jinping drehte sich um Nordkorea.

Nach dem Gespräch mit Park und Abe sagte Obama, es sei wichtig, dass die internationale Gemeinschaft die gegen Nordkorea verhängten scharfen UN-Sanktionen auch umsetze. Pjöngjang müsse von seinen Provokationen abgehalten werden. Nach seiner Unterredung mit Chinas Präsident Xi sagte Obama, beide seien fest entschlossen, eine „Entnuklearisierung der koreanischen Halbinsel“ und die Anwendung der UN-Sanktionen zu erreichen.

Raketen und Begonien
Vorbereitungen für das Fest
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Vorbereitungen für den „Tag des leuchtenden Sterns“: Nordkorea feiert unter anderem mit einem Blumenfestival den Geburtstag von Kim Jong Il. Der verstorbenen Staatsführer und Vater des aktuellen Machthabers, Kim Jong Un, wäre am heutigen Dienstag 74 Jahre alt geworden. Das Porträt von Kim Jon Il ist geschmückt mit roten Begonien, die „Kimjongilia“ heißen.

Raketen und Begonien
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Raketen und Begonien gehören in Nordkorea zusammen. Beide tragen gerne mal den Namen eines wichtigen Politikers. Bei der Blumenschau wurde auch ein Modell der neuen Rakete vom Typ Kwangmyongsong präsentiert. Beides ehrt den verstorbenen Staatschef Kim Jong Il, der wie die Rakete den Kosenamen Kwangmyongsong trug - was so viel wie „hell leuchtender Stern“ bedeutet.

Vom Winde verweht
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Nicht nur dem verstorbene, auch dem aktuelle Führer Nordkoreas huldigen die Soldaten im Vordergrund am „Tag des leuchtenden Sterns“. Das blumengeschmückte Porträt zeigt den aktuellen Machthaber, Kim Jong Un.

Soldaten-Aufmarsch für die Kims
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Nordkoreanische Soldaten strömen in Pjöngjang zu einem Denkmal der beiden verstorbenen Staatschefs, Kim Il Sung (links) und Kim Jong Il (rechts), um dort Blumen abzulegen. Sie sind der Großvater und Vater des aktuellen Machthabers, Kim Jong Un. Der Aufmarsch gehört zu den Feierlichkeiten am Vortag des „Tag des leuchtenden Sterns“ – dem Geburtstag von Kim Jong Il.

Ein Blumengruß für den „leuchtenden Stern“
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Der verstorbene Machthaber Kim Jong Il wird in Nordkorea als „leuchtender Stern“ verehrt. Am Vorabend seines Geburtstags legen Soldaten Blumen vor seiner Statue ab.

Kollektive Verehrung für Kim Jong Il
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Die Bevölkerung pilgert am Vortag des Geburtstages von Kim Jon Il auf den Munsu-Hügel in Pjöngjang, um dem verstorbenen Staatsführer vor seiner Bronze-Statue zu huldigen.

Nordkorea hatte im Januar seinen vierten Atomwaffentest seit dem Jahr 2006 und einen Monat später den Start einer ballistischen Rakete bekanntgegeben. Seither folgten mehrere weitere Raketentests, die ebenfalls gegen UN-Resolutionen verstießen. Der UN-Sicherheitsrat beschloss Anfang März die bislang schärfsten Sanktionen gegen das abgeschottete kommunistische Land.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un kündigte trotzdem an, „in Kürze“ einen neuen Atomwaffentest vorzunehmen. Er drohte zudem mit einem präventiven Atomschlag.

Am Freitag beschwerte sich Südkorea zudem über nordkoreanische Angriffe auf das Satellitenortungssystem GPS. Nach Angaben des Wiedervereinigungsministeriums in Seoul waren Flugzeuge und Schiffe von den Störsignalen betroffen. Wie Yonhap unter Berufung auf die Küstenwache berichtete, mussten am Freitagmorgen rund 70 Fischerboote wegen Problemen mit ihren Navigationssystemen in die Häfen zurückkehren.

Hintergrund der jüngsten Eskalation ist offenbar das jährlich stattfindende gemeinsame Militärmanöver Südkoreas mit den USA. An der seit Anfang März laufenden knapp zweimonatigen Übung beteiligen sich mit 300.000 südkoreanischen und 17.000 US-Soldaten diesmal so viele Soldaten wie noch nie.

  • afp
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