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Nordkorea Kims getöteter Halbbruder war wohl Informant der CIA

Der Halbbruder des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-un hatte offenbar Kontakte zu den US-Geheimdiensten. Gab er Interna über das Land weiter?
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Einst war geplant, dass Kim Jong-nam die Nachfolge des langjährigen Machthabers übernimmt. Doch dann fiel er in Ungnade – und sein Halbruder beerbte seinen Vater. Quelle: AP
Kim Jong-nam (l.) und Kim Jong-un (r.)

Einst war geplant, dass Kim Jong-nam die Nachfolge des langjährigen Machthabers übernimmt. Doch dann fiel er in Ungnade – und sein Halbruder beerbte seinen Vater.

(Foto: AP)

Düsseldorf Der Halbbruder des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-un, der 2017 in Malaysia getötete Kim Jong-nam, hatte offenbar Kontakte zum US-amerikanischen Auslandsgeheimdienst CIA. Zwischen ihm und der CIA habe es einen Verbindung gegeben, berichtet das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf namentlich nicht genannte „sachkundige Personen“. „Es gab eine Verbindung“, zitiert die Zeitung ihre Quelle.

Mehrmals habe sich Kim mit Agenten der CIA getroffen. Einzelheiten zu den mutmaßlichen Beziehungen zwischen Kim und dem Geheimdienst seien aber noch unklar, heißt es im „Wall Street Journal“ weiter. US-Beamte schätzen die Tragweite seiner möglichen Treffen aber als gering ein, habe er in Nordkorea doch keine Macht besessen. Dass er Einzelheiten über Interna des Landes weitergegeben habe, sei unwahrscheinlich.

Die US-Beamten gehen indes davon aus, dass er auch mit anderen ausländischen Geheimdiensten in Kontakt gestanden habe. Insbesondere China könnte eine Anlaufstelle für den Nordkoreaner gewesen sein. Eine Bestätigung der CIA und chinesischer Beamte gab es bislang nicht.

Laut „Wall Street Journal“ hätten die mit Kim in Kontakt stehenden Länder – einschließlich China – auf ihn als Nachfolge für den amtierenden Machthaber gesetzt. Die US-Geheimdienste aber bezweifelten, dass seine Kompetenz für das Amt genüge, zitiert die Zeitung ehemalige US-Beamte.

Dass die USA mit Kims Halbbruder Treffen vereinbart hätten, zeige, wie weit die Geheimdienste gehen, um an Informationen über das ansonsten abgeschottete Nordkorea zu gelangen, heißt es weiter.

Die Geheimdienstler hätten erleichtert reagiert, dass die Informationen über die mutmaßliche Korrespondenz zwischen ihnen und Kim nicht nach dessen Ermordung aufgedeckt worden sind. Erste Hinweise darauf habe es allerdings schon im Mai 2017 – drei Monate nach seinem Tod – gegeben.

Hintergründe zum Tod bis heute ungeklärt

Die japanische Zeitung „Asahi Shimbun“ habe damals berichtet, dass sich Kim in Malaysia mit einem amerikanisch-koreanischen Mann getroffen habe. Malaysische Beamte hatten ihre Vermutung geäußert, dass es sich dabei um einen Mitarbeiter der US-Geheimdienste handelte.

Kim Jong-nam war der älteste Sohn des langjährigen Machthabers Kim Jong-il (1941-2011). Er stammt aus früherer Ehe. Einst hatte man ihn als ersten Anwärter auf die Nachfolge gehandelt, doch dann fiel er in Ungnade und verbrachte daher die letzten Jahre außerhalb Nordkoreas.

Am 13. Februar 2017 wurde er in Malaysia in einem Flughafen getötet. Bei der Obduktion seiner Leiche fand man in Gewebeproben des Gesichts und der Augen Rückstände des Nervenkampfstoffs VX, der in wenigen Minuten zum Tod führt. Vermutet wird, dass Nordkoreas Geheimdienst dahinter steckt, die Regierung weist die Schuldvorwürfe zurück. Die genauen Hintergründe seines Todes sind bis heute ungeklärt.

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