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Nordkorea-Konflikt Kein US-Abzug aus Südkorea – Kim Jong Un unerwartet kompromissbereit

Nordkoreas Führer könnte sein Atomwaffenprogramm für einen Frieden opfern – zumindest wenn man den Worten von Südkoreas Präsident Moon glauben darf.
20.04.2018 - 08:23 Uhr Kommentieren
Nordkorea: Kim Jong Un unerwartet kompromissbereit Quelle: dpa
Kim Jong Un

Zwischen Nordkoreas Diktator und US-Präsident Donald Trump ist ein Treffen geplant.

(Foto: dpa)

Tokio Südkoreas Präsident Moon Jae In schürte am Donnerstag die Hoffnung auf ein Ende des Koreakonflikts mit einer unerwarteten Botschaft: Nordkorea hätte keine unannehmbaren Bedingungen für Verhandlungen über eine Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel gestellt, erklärte er vor Medienvertretern den Stand der Vorgespräche vor dem dem innerkoreanischen Gipfel, der am kommenden Freitag (27. April) stattfinden wird.

„Ich denke nicht, dass Denuklearisierung eine unterschiedliche Bedeutung für Süd- und Nordkorea hat“, widersprach er zuerst Experten, die in den kommenden Gipfeltreffen des Nordens mit Südkorea und den USA eine Verzögerungstaktik des Diktators Kim Jong Un vermuten. „Sie haben keine Bedingungen vorgelegt, die die USA nicht annehmen könnten – wie den Abzug von amerikanischen Truppen aus Südkorea“, so Moon.

Der Norden würde nur über ein Ende der feindseligen Handlungen und Sicherheitsgarantien reden.

Moons Erklärung war so klar, dass viele Nordkorea-Kommentatoren sie kaum zu glauben vermochten. Bisher galt als vielen als gesichert, dass Nordkorea niemals seine Atomwaffen als Verhandlungsmasse ansehen würde – und wenn, dann nur unter der Bedingung, dass die USA ihre Truppen abzögen.

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    Selbst Vipin Narang, Politikprofessor am Massachusets Institute of Technology und kein Hardliner unter den Kommentatoren, nannte Moons Aussage daher „überraschend“. 

    Auch Frank Aum, Nordkorea-Experte am US Institute for Peace, wunderte sich. Alles was der Norden verlange, sei machbar. Der Verzicht auf alte Forderungen sei überraschend, so der frühere Nordkorea-Berater im amerikanischen Verteidigungsministerium unter US-Präsident Barack Obama. Dies sei verdächtig.

    Was Moon bewogen haben mag, schon jetzt die Erwartungen an die noch zarte Entspannung auf der koreanischen Halbinsel hochzuschrauben, ist unklar. Vielleicht wollte er die Drohung von US-Präsident Donald Trump entschärfen, das für Ende Mai oder Anfang Juni geplante erste Gipfeltreffen zwischen dem amerikanischen Präsidenten und dem Führer Nordkoreas unter Umständen noch platzen zu lassen. 

    Zwar erklärte Trump diese Woche, dass das Treffen eine große Chance sein könne, ein Weltproblem, sprich Nordkoreas Atomwaffenprogramm, zu lösen. Immerhin hatte er seinen designierten Außenminister und derzeitigen CIA-Chef Mike Pompeo als seinen Chefunterhändler über Ostern nach Pjöngjang geschickt.

    Aber auf seine gewohnt schroffe Art deutete Trump gleichzeitig an, dass er nur wenig Geduld an den Verhandlungstisch mitbringen werde. Wenn die Gespräche fruchtlos verliefen, „werde ich in aller Höflichkeit das Treffen verlassen“, sagte Trump am Rande eines Gesprächs mit Japans Ministerpräsident Shinzo Abe. 

    Doch wenn Moon recht behält, wird es dazu nicht kommen, meint der Abrüstungsexperte Leon Sigal vom Social Science Research Council, einem gemeinnützigen amerikanischen Thinktank. Das Jahrzehnte alte Problem sei wirklich sehr schwierig, erklärt er gegenüber dem Handelsblatt. „Aber dies ist einer der wenigen hoffnungsvollen Momente.“ 

    Abrüstungsexperte: Nordkorea richtige Anreize liefern
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