Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke
Angela Merkel

In dem Treffen zwischen Trump und Kim sieht die Bundeskanzlerin einen Erfolg internationaler Diplomatie.

(Foto: AFP)

Nordkorea-Konflikt Merkel nennt geplanten Gipfel USA-Nordkorea „Hoffnungsschimmer“

Der US-Präsident hat sich zu einem Treffen mit Nordkoreas Machthaber bereiterklärt. Kanzlerin Merkel setzt Hoffnungen in das Gespräch.
Update: 09.03.2018 - 13:55 Uhr 3 Kommentare

Washington/München Bundeskanzlerin Angela Merkel hat das geplante historische Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un als „Hoffnungsschimmer“ bezeichnet. An der Entwicklung könne man sehen, dass eine geschlossene internationale Haltung, inklusive auch von Sanktionen, durchaus einen Hoffnungsschimmer entstehen lasse, sagte die CDU-Vorsitzende am Freitag in München. „Daran muss weiter gearbeitet werden“, sagte Merkel. „Aber es wäre natürlich wunderbar, wenn wir hier eine Entspannung erleben würden. Denn das war für uns alle eine große Besorgnis, diese Spannung, mit der Nuklearisierung in Nordkorea.“

Der Ankündigung war ein Treffen zwischen Vertretern Süd- und Nordkoreas vorausgegangen. Laut des nationalen Sicherheitsberaters Südkoreas Chung Eui Yong habe Kim dort seine Bereitschaft ausgedrückt, Trump so bald wie möglich zu treffen. In einer offiziellen Erklärung teilte Chung außerdem mit, Kim habe sich zudem zu einer atomaren Abrüstung bereiterklärt und zugesagt, alle Atom- und Raketentests vorerst zu stoppen. Nordkoreas Machthaber verstehe zudem, dass die routinemäßigen gemeinsamen Militärübungen zwischen Südkorea und den Vereinigten Staaten weitergehen müssten.

Chung zufolge wolle sich Trump mit Kim bis Mai treffen. Aus dem Weißen Haus hieß es, Ort und Zeitpunkt des Treffens müssten noch festgelegt werden. „Ein Treffen wird geplant“ schrieb Trump am Donnerstagabend auf Twitter. Kim habe bei dem Treffen mit der südkoreanischen Regierungsdelegation am Montag nicht nur von einem Aussetzen der Atom- und Raketentests gesprochen, sondern von einer Denuklearisierung. Die Sanktionen müssten aber aufrechterhalten werden, bis ein Abkommen erreicht werde, teilt Trump mit.

Trump will Kim Jong Un persönlich treffen

Ein Treffen wäre eine dramatische Wende in dem Konflikt. Die beiden Staatschefs hatten sich im vergangenen Jahr mit Kriegsrethorik, Drohungen und Schmähungen überzogen, was Sorgen vor einer möglicherweise sogar atomaren Eskalation schürte. Das letzte ähnlich hochrangige Treffen gab es im Oktober 2000. In der Amtszeit von Präsident Bill Clinton traf sich Außenministerin Madeleine Albright in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang mit dem damaligen Machthaber Kim Jong Il - dem Vater Kims.

Die beiden Koreas hatten sich zuletzt vorsichtig angenähert. Der Konflikt galt lange Zeit als der bedrohlichste der Welt. Er gilt als militärisch nicht lösbar. Eine diplomatische Lösung ist wegen der vielen Beteiligten extrem kompliziert. Auch China und Russland sind direkt und indirekt verwickelt.

Ein Vertreter des Weißen Hauses hatte zuletzt gesagt, die US-Regierung wolle konkrete Schritte für eine Denuklearisierung sehen. Wenn es Nordkoreas Plan sei, sich lediglich Zeit zu erkaufen, würden Gespräche nicht sehr weit führen. Man habe eine lange Geschichte mit Nordkorea, schon oft seien Abmachungen gebrochen worden.

Das Ziel einer Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel galt zuletzt als unumstößliches Ziel der USA, bevor man in Gespräche einsteige. Die US-Regierung hatte eine „Politik des maximalen Drucks“ verfolgt und Nordkorea mit Sanktionen überzogen.

Südkoreas Sicherheitsberater hält sich derzeit mit einer Delegation in Washington auf, um die US-Regierung über die Gespräche mit Nordkorea Anfang der Woche zu unterrichten. Südkorea hatte nach den Unterredungen in dem isolierten Land erklärt, Kim habe Gespräche mit den USA über das Atomwaffenprogramm seines Landes in Aussicht gestellt. Pjöngjang erwarte aber Sicherheitsgarantien.

Nord- und Südkorea vereinbarten auch einen Gipfel zwischen Machthaber Kim Jong Un und Südkoreas linksliberalem Präsidenten Moon Jae In im Grenzort Panmunjom im April.

Schon die Einigung zwischen Süd- und Nordkorea auf ein neues Gipfeltreffen war ein großer Schritt vorwärts bei den Bemühungen um eine Entspannung in der Region. Der nächste Schritt wäre ein direkter Dialog der USA mit Pjöngjang. Trump hatte sich bisher vorsichtig geäußert.

Moon hatte zuletzt vor zu großem Optimismus gewarnt. Er hatte in Seoul aber auch betont, dass er die Bedingungen für die USA gegeben sehe, zumindest „Vorgespräche“ mit der kommunistischen Führung in Pjöngjang aufzunehmen. Japan äußerte sich ähnlich abwartend wie seine Schutzmacht USA.

Am Dienstag hatte Trump erklärt: „Wir haben Fortschritte erzielt, da gibt es keine Frage.“ Er glaube und hoffe, dass die Nordkoreaner es ernst meinten. Der US-Präsident sprach zugleich von einer weiterhin sehr angespannten Situation. Andere Vertreter seiner Regierung äußerten sich noch verhaltener.

Südkoreas Staatschef hatte die fünf Emissäre unter Leitung des nationalen Sicherheitsberaters Chung auch mit der Absicht nach Nordkorea geschickt, neue Verhandlungen zwischen Pjöngjang und Washington anzubahnen.

Das geplantes Treffen nannte Moon am Freitag einen „historischen Meilenstein“, der die nukleare Abrüstung auf der Koreanischen Halbinsel „wirklich auf den Weg“ bringen werde. Moon lobte, dass Trump Kims Einladung zu einem Gesprächsgipfel angenommen habe. Die Führung des US-Präsidenten werde nicht nur von Bürgern in Süd- und Nordkorea gelobt, „sondern von jeder Frieden liebenden Person auf der Welt“.

Trump hat sich zu einem Treffen mit Kim bis Ende Mai bereit erklärt. Die Zusammenkunft eines amtierenden US-Präsidenten mit einem nordkoreanischen Staatschef gab es bislang noch nie. Die beiden Länder sind seit 70 Jahren verfeindet. Seit den 1950er Jahren herrscht offiziell ein Waffenstillstand, es gibt kein Friedensabkommen.

Im April plant Moon zunächst ein Gipfeltreffen mit Kim. Es soll in einem Dorf an der Grenze zwischen Nord- und Südkorea stattfinden.

China hatte die Annäherung seiner Nachbarstaaten gelobt. Die jüngsten Gespräche von Vertretern beider Länder hätten „positive Ergebnisse“ gebracht, zitierte die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua einen Sprecher des Pekinger Außenamtes.

Die Spannungen in der Region hatten sich 2017 deutlich verschärft, nachdem Nordkorea mehrfach Raketen sowie Anfang September eine weitere Atombombe getestet und damit gegen UN-Resolutionen verstoßen hatte. Nordkorea kann nach eigenen Angaben jetzt auch das gesamte US-Festland mit Atomsprengköpfen angreifen.

  • dpa
  • ap
Startseite

Mehr zu: Nordkorea-Konflikt - Merkel nennt geplanten Gipfel USA-Nordkorea „Hoffnungsschimmer“

3 Kommentare zu "Nordkorea-Konflikt: Merkel nennt geplanten Gipfel USA-Nordkorea „Hoffnungsschimmer“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.


  • Fein gemacht, Donald!

    Für Kinder und Heranwachsende ist Lob für deren Persönlichkeitsentwicklung sehr wichtig. Auch wenn die Leistung eher dürftig war.

    Dank dagegen, gilt dem neuen Alleinherrscher in Peking, der dem ungezogenen Knaben Kim das Taschengeld gestrichen hat.

    Merke:
    Wenn Eltern zusammenhalten, sind Sanktionen gegen renitente Kinder durchaus wirksam!

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. 

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. 

Serviceangebote