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Nordkorea sucht Kooperation Deutschland als „ehrlicher Ratgeber“

Mit einer Charmeoffensive umwirbt Nordkorea die Deutschen. Es werden sogar Gespräche über Menschenrechte angeboten. Doch Deutschland könnte nur ein Ratgeber sein. Am Freitag wird Minister Steinmeier in Südkorea erwartet.
30.10.2014 - 09:36 Uhr Kommentieren
Deutschland könnte nur ein „ehrlicher Ratgeber“ sein. Denn trotz aller Spekulationen scheint Machthaber Kim Jong Un das Ruder fest in der Hand zu haben. Quelle: dpa

Deutschland könnte nur ein „ehrlicher Ratgeber“ sein. Denn trotz aller Spekulationen scheint Machthaber Kim Jong Un das Ruder fest in der Hand zu haben.

(Foto: dpa)

Peking Nordkorea sucht eine stärkere Kooperation mit Deutschland und der Europäischen Union. Die Führung in Pjöngjang sei sogar bereit, „einen offenen Dialog auch über Fragen wie Menschenrechte und die innerkoreanischen Beziehungen zu führen“, berichtete der Vorsitzende der deutsch-koreanischen Parlamentariergruppe des Bundestages, Hartmut Koschyk (CSU), am Donnerstag nach einem sechstägigen Besuch in Nordkorea.

In einer Annäherung zwischen Nord- und Südkorea könne Deutschland aber „nicht als Vermittler, sondern allenfalls als ehrlicher Ratgeber auftreten und die innerdeutschen Erfahrungen weitergeben“, sagte Koschyk telefonisch der Nachrichtenagentur dpa in Peking. Der CSU-Politiker hatte in Pjöngjang unter anderen den Präsidenten der Obersten Volksversammlung, Chae Thae Bok, Vizeaußenminister Ri Kil Song und Vertreter des Zentralkomitees der Arbeiterpartei getroffen.

Nach seinem Eindruck hat Machthaber Kim Jong Un das Ruder offenbar fest in der Hand. „Er ist wieder da“, sagte Koschyk zu Spekulationen über den Gesundheitszustand des jungen Führers, dessen wochenlange Abwesenheit sogar Mutmaßungen über eine Entmachtung ausgelöst hatte. Am Dienstag sei Kim vor mehr als 100.000 Menschen zur Wiedereröffnung des renovierten Stadions in Pjöngjang aufgetreten.

Seine Gesprächspartner hätten ihn durchweg als den „weisen, dynamischen oder auch starken Marschall Kim“ beschrieben. „Er hat vielleicht noch nicht die Machtfülle seines Vaters, aber er ist kein Frühstücksdirektor“, sagte Koschyk, der nach Seoul weiterflog. Dort wird am Freitag auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) erwartet. Beide Politiker nehmen am ersten Treffen der südkoreanisch-deutschen Beratergruppe zu außenpolitischen Aspekten der Wiedervereinigung auf der koreanischen Halbinsel teil.

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