Nordkorea vor der US-Wahl Der Diktator rüstet auf

Kim Jong-Un hat in den letzten Monaten immer raffiniertere Waffen testen lassen. Ein klares politisches Kalkül, sagen Experten. Der Diktator will offenbar ein Signal an die nächste US-Regierung senden.

Kim Jong-Un bereitet Start einer Langstreckenrakete vor

New YorkNordkorea provoziert die Weltgemeinschaft mit stetig neuen Raketen- und Atomtests. Dass das kommunistische Land gerade jetzt den Aufbau seines Waffenarsenals vorantreibt, ist nach Ansicht von Experten klares politisches Kalkül: Staatschef Kim Jong Un hat offenbar die Präsidentenwahl in den USA im Blick.

Die Raketentests seien ein Signal an die nächste US-Regierung, sagt Politik-Professor Victor Cha, der in der Amtszeit von George W. Bush die Asien-Abteilung des Nationalen Sicherheitsrats leitete. Nordkorea wolle dem nächsten Präsidenten demonstrieren, dass es ein Atomstaat sei. „Ob das nun im Hinblick auf Verhandlungen geschieht, oder um zu sagen „Lasst uns in Ruhe“, das weiß keiner“, sagt Cha.

Für Pjöngjang ist der scheidende US-Präsident Barack Obama in den letzten Monaten seiner Amtszeit eine sogenannte „lame duck“, eine lahme Ente. Mit anderen Worten: Niemand geht davon aus, dass Obama jetzt noch eine ernste Konfrontation oder gar einen Militärschlag riskieren würde. Und auch nach der Wahl und dem Wechsel im Präsidentenamt wird es einige Monate dauern, bis sich Obamas Nachfolger oder Nachfolgerin im Amt eingerichtet hat und die politische Agenda steht. Nordkorea hat also Zeit, aufzurüsten und sich gegenüber der nächsten US-Regierung in Position zu bringen.

Eine Rakete für den Diktator
Kim Jong-Un lässt sich von seinem Militär feiern
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Kim Jong-Un lässt die Raketentests in Nordkorea gut inszenieren: Hier feiert der Diktator am Tag nach dem nordkoreanischen Raketenabschuss im vergangenen Sommer seinen bisher „größten Erfolg“.

Abschuss der Rakete
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In einer Augustnacht hatte ein nordkoreanisches U-Boot die Testrakete vor der Ostküste des Landes abgefeuert. Laut Militär flog die Rakete knapp 500 Kilometer weit, bevor sie im japanischen Meer versank.

Die Propaganda läuft
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Am Tag nach dem Raketentest folgt die Provokation: Nordkorea habe die Ausrüstung, um einen nuklearen Angriff zu starten – auch auf das amerikanische Festland, verkündet Kim Jong-Un im Staatsfernsehen.

Nachbarländer kritisieren den Start
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Der Raketentest hatte insbesondere bei den Nachbarn Japan, China und Südkorea heftige Kritik ausgelöst. Uno-Resolutionen verbieten dem kommunistischen Regime in Pjöngjang Tests ballistischer Flugkörper.

„Volle Fähigkeit für einen Atomangriff"
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Nordkorea habe sich dem Abschuss der ballistischen Rakete „in die erste Reihe der Militärmächte eingefügt, die die volle Fähigkeit für einen Atomangriff haben“, wurde der Machthaber Nordkoreas zitiert.

Nordkorea wird schlagkräftiger
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Gute Laune bei Kim Jong-Un und seinen Militärs: Nordkorea habe offenbar technische Fortschritte gemacht, hieß es auch aus dem Nachbarland Südkorea.

Kim Jong-Un droht mit nuklearem Erstschlag
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Der Test erfolgte nur zwei Tage nach dem Beginn jährlicher Militärübungen der USA mit Südkorea. Im Vorfeld drohte Nordkorea „beim kleinsten Anzeichen einer Aggression“ mit einem nuklearen Erstschlag.

Nordkorea habe nun „die volle Fähigkeit für einen Atomangriff“, verkündete Staatschef Kim nach dem Test einer U-Boot-Rakete im August. Er dürfte zwar übertrieben haben - aber nicht allzu sehr.

Kim, der nach dem Tod seines Vaters 2011 Präsident wurde, hat die Entwicklung des nordkoreanischen Raketen- und Atomprogramms vorangetrieben - offenbar mit klaren Zielen. So hat die Musudan, eine ballistische Mittelstreckenrakete, eine Reichweite von 2500 bis 4000 Kilometern. Damit kann sie Ziele in Japan und Südkorea erreichen.

Das Atom-Dilemma
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