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Nordkoreas Raketentest Ein weiterer Schritt zum Showdown zwischen Trump und Kim

Mit dem neuen Raketentest nähert sich Nordkorea seinem Ziel, eine globale Atommacht zu werden. Die USA müssen sich bald entscheiden: ein eigentlich undenkbarer Krieg oder ein extrem brüchiger Frieden. Eine Analyse.
8 Kommentare

Die „beste“ Rakete Nordkoreas – „Alle Teile der USA sind nun in Reichweite“

Tokio Mit dem erneuten Test einer Langstreckenrakete hat Nordkorea am Mittwoch eines unterstrichen: Selbst von schärfsten Sanktionen wird sich das Regime um Führer Kim Jong Un kaum davon abbringen lassen, sich in eine wirkliche Atommacht mit globalem Bedrohungspotenzial zu verwandeln.

Die Auswertung der Flugbahn der Rakete dauert zwar noch an. Aber möglicherweise hat die Flugkörper sogar das Potenzial gehabt, die Ostküste der USA zu erreichen. Das Geschoss flog zwar nur 960 Kilometer weit, bevor es rund 200 Kilometer vor der japanischen Küste ins Meer stürzte. Doch der Scheitelpunkt des 50-minütigen Fluges lag mit 4500 Kilometern so hoch wie nie. Auf einer normalen Flugbahn könnte die Rakete damit 13.000 Kilometer weit fliegen, meinte der amerikanische Raketenexperte David Wright in einer ersten Schätzung.

Doch es gibt noch mehr Grund zu Beunruhigung als die geschätzte Reichweite. Die Rakete scheint zwar bei ihrem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre zerbrochen zu sein. Aber einige Experten vermuten, dass Nordkoreas Militärs ohnehin weniger die Raketentechnik, sondern eher den Schutzschild testen wollten, der die Atomsprengköpfe vor dem Verglühen bewahrt. Dieser Test wäre damit eine wichtige Vorbereitung für einen angedrohten Test einer Atombombe irgendwo über dem Pazifik. Auch die Glaubwürdigkeit Nordkoreas als Atommacht hängt davon ab.

Damit würde Nordkorea die Eskalation des Konflikts mit den USA weiter auf die Stunde der Wahrheit zuspitzen: die offizielle Erklärung Kims, dass Nordkorea eine vollständige Atommacht ist. Donald Trump hatte wiederholt angedroht, er wolle Nordkorea nicht gestatten, die USA atomar bedrohen zu können. Die verhaltene Reaktion des US-Präsidenten direkt nach dem Test überraschte daher. Es gab zunächst keine neuen Drohungen an die Adresse Nordkoreas, das Land auszulöschen. Kein stählernes, offizielles Statement an die Nation. Stattdessen wenige, für Trump regelrecht dürre Sätze. Ja, man werde sich darum kümmern, sagte Trump. Nein, die USA würden ihre Politik nach dem Test nicht ändern. „Das ist eine Situation, mit der wir umgehen werden.“

Trump wird vor die Wahl gestellt, entweder Nordkorea trotz seiner Drohung mehr oder wenig stillschweigend als Atommacht zu akzeptieren und eine neue Abschreckungspolitik zu etablieren oder Kims Regime durch Militärschläge zur atomaren Abrüstung zu zwingen.

In der Vergangenheit haben sich Militärs und Politik gegen die militärische Option ausgesprochen. Denn Experten haben Angst vor einem großen Krieg mit möglicherweise Millionen von Opfern in Nord- und Südkorea sowie in Japan. Aber der US-Präsident betont immer wieder, dass militärische Lösungen auf dem Tisch lägen. Die Schätzungen von Sicherheitsexperten für die Wahrscheinlichkeit eines wenigstens begrenzten Waffengangs schwanken daher zwischen 20 und 40 Prozent.

Der Zeitpunkt für den Showdown zwischen Trump und Kim könnte bereits 2018 kommen, wenn Südkoreas Wiedervereinigungsminister Cho Myoung Gyon Recht behält. „Wir können nicht ausschließen, dass sich Nordkorea zur endgültigen Atomstreitkraft innerhalb eines Jahres entwickelt“, warnte er bereits am Dienstag in Seoul. Denn Nordkorea entwickle seine Atom- und Raketentechnik schneller als ursprünglich erwartet.

Ein Grund zur Eile könnten die Sanktionen sein, die inzwischen wirklich zu greifen scheinen. Schließlich mehren sich die Anzeichen, dass China seinen Schützling so harsch wie lange nicht bestraft. Westliche Bewohner Pjöngjangs berichten bereits seit längerem davon, dass selbst in der Hauptstadt das Benzin knapp wird. Zuletzt brach auch der Handel zwischen beiden Staaten ein.

Der russische Nordkorea-Experte Andrei Lankov glaubt sogar, dass China die bis zu 50.000 nordkoreanischen Gastarbeiter nach Hause schicken könnte. Dies wäre ein harter Schlag, da er die Deviseneinnahmen von Kims Elite empfindlich treffen würde.

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8 Kommentare zu "Nordkoreas Raketentest: Ein weiterer Schritt zum Showdown zwischen Trump und Kim"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • "Die USA müssen sich bald entscheiden: ein eigentlich undenkbarer Krieg oder ein extrem brüchiger Frieden"

    Ich hoffe, wir werden's überleben, dass ein paar egomanische Vollidioten die ganze Macht unter sich aufteilen.

    Da ich die Hoffnung nicht aufgebe, dass sich noch genug gute Leute finden lassen, die denen rechtzeitig in den Arm fallen.

  • Irgend wer schenkt dem Herrn Kim die Raketen, der schießt damit ins Meer und dann regen sich die Anrainer auf. Wenn der mit so einem Teil mal Land trifft, dann steckt das Teil im Sand. Was soll das ? Will der Geld ?

  • Die Halbwertszeit von kommunistischen Staaten ist geringer als die von manchem radioaktiven Isotop. Dem Ökonomie-Giganten Ludwig von Mises gelang es sogar, sie bereits in den 1920er Jahren(!!!) relativ genau zu prognostizieren: der kommunistische Staat ist spätestens dann am Ende, wenn das langlebigste Gut in Gemeineigentum (was allen gehört, gehört in Wirklichkeit niemandem!!) zerfallen ist - und das ist die Bausubstanz von Gebäuden und die Infrastruktur. Wer sich noch erinnern kann, wie die Bausubstanz der DDR 1989 ausgesehen hat, der kann erahnen, wie genial diese Prognose war.
    Also braucht man eigentlich nur ABWARTEN, bis der kommunistische Staat bankrott ist.
    Ronald Reagan war damals einfach nur ein wenig zu ungeduldig und wollte den Untergang des Kommunismus beschleunigen, indem er die Sowjetunion totrüstete - was ihm letztendlich auch gelang.
    Wie sich die Zeiten ändern: damals hatte Reagan mit dem polnischen Papst Johannes Paul II. (Gott hab ihn selig!!) einen unerbittlichen Mitstreiter gegen den Kommunismus - und heute haben die Katholiken einen sozialistischen Papst, der eher noch Trump als Kim kritisieren würde. Leider ist die menschenverachtende sozialistische Ideologie heute also bei den "Gutmenschen" wieder gesellschaftsfähig geworden...

  • >> Ein weiterer Schritt zum Showdown zwischen Trump und Kim >>

    Trump macht es geschickt....er ist ja auch ein Verkäufer bzw Spekulant.

    Trump will Arbeitsplätze schaffen......das kann er nur mit der Rüstungsindustrie vollziehen.
    Um die Rüstungsindustrie auszubauen, benötigt er neben STEUERGELDERN noch echte FEINDE, um beim Volk die nötige ANGST zu streuen. Dazu passt Kim sehr gut !

    Ein willkommener Nebeneffekt......man lenkt das Volk auch von brennenden Problemen ab.

    Die Lügenpresse MSM machen da auch voll mit !

  • Schöne Nebelkerzen um das Volk zu beschäftigen.

  • Ach wenn doch diese widerliche Kriegstreiberei der Presse nicht wäre!
    Sanktionen brauchen ihre Zeit.
    China unter Druck zu setzen, braucht seine Zeit.
    Das Volk braucht seine Zeit, so verzweifelt zu werden, dass es ein Attentat auf seinen Boss durchführt.
    Nord Korea weiß, dass ein Angriff auf jeden anderen Staat zu seiner sofortigen Vernichtung führt.
    Aber selbst wenn Kim Suizid-Gelüste entwickeln würde, müsste er erst seine Militärs überzeugen, mitzumachen.
    Trump hat überhaupt keinen Grund, einen Krieg zu beginnen.
    Erst wenn Sanktionen gegen China und Russland keinen Erfolg bringen, muss man nach neuen Maßnahmen suchen.
    Bis dahin ist es weit und absolut nicht im Interesse von China.
    China versucht, mit dem Faustpfand Nord Korea das Beste für sich herauszuholen.
    Dann wird Kim "pensioniert" und eine andere Marionette eingesetzt.
    Also, liebe Presse, eure Kriegsrhetorik hilft nur den Chinesen beim Verhandeln.

  • Der berechtigte Druck der USA (Trump) mit Japan auf Nordkorea hat bislang in erster Linie dazu geführt, dass dessen Schutzmacht China aktiv geworden ist.

    China hat öffentlich bekundet dass es keinen massgeblichen Einfluss mehr auf das politische Verhalten Nordkoreas hat. China hat in diesem Zusammenhang die Kohleimporte aus Nordkorea gestoppt. Vermutlich wird China in einem weiteren Schritt weitere Sanktionen der USA gegen Nordkorea unterstützen.

    Inwieweit China bereit ist einen Krieg der USA gegen Nordkorea zu dulden und damit ein US nahes vereintes Korea an seiner Grenze zu dulden bereit ist, ist die Frage. Ich vermute jedoch dass solche Themen abseits der Öffentlichkeit und der Qualitätsmedien besprochen werden.

  • Wer Glaubt das Nordkorea allein auf der Welt ist und der Rest ihre Feinde sind, der ist unglaublich überheblich oder sagenhaft naiv und dumm . Das eine passt zu Amerika das andere zu Europa. Die stille und offene Feindschaft gegen Amerika und Europa hier England und Frankreich in erster Linie genannt ist brandgefährlich. Die Waffen der anderen sind vielfältig und auch das Flüchtlingsproblem ist vielleicht kein Flüchtlingsproblem, sondern ein Mittel im Krieg
    um West Länder zu destabilisieren. Wenn der IRAn Europa droht mit neuen Raketen
    dann wundert man sich erst einmal . Was richten Raketen schon an . Aber mit Nordkoreanischen Atombomben bestückt schon. Fängt man an einmal die Länder aufzuzählen die unbemerkt ein Bündnis bilden mit NK dann sollte der Westen schnell aufwachen.

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