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Nordsyrien US-Truppen schützen syrische Ölfelder – Russland reagiert besorgt

Die USA belassen einen Teil ihrer Truppe in Syrien, als Schutz vor dem IS. Russland bezeichnet das als Vorwand, um Assad von Ölquellen abzuschneiden.
25.10.2019 Update: 25.10.2019 - 20:08 Uhr 1 Kommentar
Der US-Verteidigungsminister hat die Pläne für Syrien bestätigt. Quelle: dpa
Mark Esper

Der US-Verteidigungsminister hat die Pläne für Syrien bestätigt.

(Foto: dpa)

Moskau, Brüssel Die USA ziehen nicht alle ihre Soldaten aus Syrien ab. Ein verringertes Truppen-Kontingent werde in dem Land bleiben, um zu verhindern, dass die Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS) wieder Zugang zu den Ölfeldern erlange, sagte Verteidigungsminister Mark Esper am Freitag am Rande eines Treffens mit seinen Nato-Kollegen in Brüssel. US-Einheiten würden dazu in der ölreichen Region Deir al-Sor, die an den Irak grenzt, Stellung beziehen. Der IS hatte zu seinen Hochzeiten syrische Ölanlagen unter seine Kontrolle gebracht und sich so finanziert.

Esper sagte, man dürfe dem IS nicht erlauben, wieder Zugriff auf Erdöl zu bekommen. „Wenn Isis Zugang zu den Quellen hat und deshalb Zugang zu Mitteln, um Waffen zu produzieren oder Kämpfer zu kaufen oder was sie sonst noch tun, dann bedeutet dies, dass es schwieriger wird, Isis zu besiegen“, sagte er. Isis ist eine andere Abkürzung für Islamischer Staat.

Der US-Verteidigungsminister sprach von einer mechanisierten Streitmacht, was üblicherweise bedeutet, dass auch Panzer und gepanzerte Truppentransporter dazugehören. Dies wäre eine neue Dimension für den US-Einsatz in Syrien. Bislang haben die USA größtenteils Spezialverbände eingesetzt, die keine solchen schweren Fahrzeuge haben.

Um das Ölfeld zu sichern, werde diese Position verstärkt, so Esper weiter. „Es wird einige gepanzerte Kräfte umfassen“, sagte er. Auf die Frage, ob die USA ihre Strategie in Syrien änderten, sagte der Minister, die USA hätten immer das Ziel gehabt, ein Wiedererstarken des IS zu verhindern. „Der Einsatz bleibt unverändert“ beteuerte er.

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    Esper sagte zwar nicht, wie groß die Verstärkungen im Einzelnen sein sollen. Es könnte sich jedoch um mehrere Hundert Mann handeln, weil Panzer und gepanzerte Fahrzeuge viel Treibstoff und deswegen erhebliche logistische Unterstützung brauchen. Ein US-Regierungsbeamter sagte, wegen dieser Herausforderung auch beim Lufttransport werde man möglicherweise auf Panzer verzichten.

    Russland hat besorgt auf die geplante US-Truppenpräsenz an den Ölfeldern im Osten Syriens reagiert. „Wir möchten keine neuen Schwierigkeiten“, sagte der Vize-Außenminister Sergej Rjabkow am Freitag der Agentur Interfax zufolge in Moskau.

    Es löse eine gewisse Besorgnis aus, dass aus den USA mit Blick auf Syrien immer wieder unterschiedliche Signale kämen. Moskau sei alarmiert, dass dahinter der Versuch stehen könne, weiter Druck auf die „rechtmäßige Führung in Damaskus“ auszuüben.

    Der prominente russische Außenpolitiker Konstantin Kossatschow wies den Schutz der Felder vor dem IS als Vorwand zurück. In Wahrheit wollten die USA verhindern, dass Syrien als rechtmäßiger Eigentümer der Ölquellen Geld verdiene. Der Kreml forderte, die am Dienstag in Sotschi getroffenen Vereinbarungen Russlands mit der Türkei umzusetzen. Wenn die bewaffneten Kurden sich nicht zurückzögen, dann bekämen sie es bald direkt mit dem türkischen Militär zu tun, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge. Das russische oder das syrische Militär werde bewaffnete Kurden, die ihren Abzug verweigerten, nicht schützen.

    Nur russische Truppen erlaubt?

    Der russische Außenminister Sergej Lawrow wies zudem die Möglichkeit einer Kontrolle der Region durch Nato-Truppen zurück. Es gebe eine russisch-türkische Vereinbarung für die Region. Von der Nato sei hingegen dort nichts Gutes zu erwarten. Russland steht im Syrien-Konflikt fest an der Seite des umstrittenen Machthabers Baschar al-Assad. Die russischen Truppen sind aus Moskauer Sicht die einzigen, die sich in Syrien legal aufhalten.

    US-Präsident Donald Trump hatte kürzlich den Abzug der US-Truppen aus Syrien angeordnet, nachdem sein Land dort über Jahre hinweg an der Spitze einer Militärallianz den IS bekämpfte. Mit dem Abzugsbefehl machte Trump den Weg frei für eine Offensive der Türkei im Nordosten Syriens, die sich gegen die Kurden-Miliz in der Region richtet, die lange zu den engsten US-Verbündeten zählte.

    Der US-Präsident erntete dafür auch aus den eigenen Parteireihen scharfe Kritik. Ihm wird vorgeworfen, die Kurden im Stich zu lassen und zugleich den Kampf gegen den IS zu schwächen. In den Tagen der türkischen Offensive brachen Dutzende IS-Kämpfer aus kurdischen Gefängnissen aus. Esper sagte, die Türkei habe einige entflohene Extremisten eingefangen. Inzwischen gilt in dem Gebiet eine Feuerpause.

    Mehr: Politisch will US-Verteidigungsminister Mark Esper den Vorstoß von Annegret Kramp-Karrenbauer für eine Syrien-Mission unterstützen – mehr aber auch nicht.

    • dpa
    • rtr
    • ap
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    1 Kommentar zu "Nordsyrien: US-Truppen schützen syrische Ölfelder – Russland reagiert besorgt"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • US-Truppen schuetzen syrische Oelquellen for Syrien!!! Mit welchem Mandat? Wo geht
      das Oel hin?

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