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Notenbank Fed „Trump möchte ihn feuern“

Trump muss den Chefposten in der Notenbank Fed neubesetzen. Sein Wirtschaftsberater Gary Cohn sei nicht dafür vorgesehen – er soll sogar gefeuert werden. Cohn hatte sich für mehr Engagement gegen Rechts eingesetzt.
07.09.2017 - 13:37 Uhr Kommentieren
Der US-Präsident ist verstimmt über die Reaktion Cohns auf seine umstrittene Rede zu den rechtsextremen Ausschreitungen von Charlottesville. Sein Wirtschaftsberater Cohn sagte später, die Regierung müsse Hass schärfer verurteilen. Quelle: AP
Donald Trump und Gary Cohn

Der US-Präsident ist verstimmt über die Reaktion Cohns auf seine umstrittene Rede zu den rechtsextremen Ausschreitungen von Charlottesville. Sein Wirtschaftsberater Cohn sagte später, die Regierung müsse Hass schärfer verurteilen.

(Foto: AP)

Washington US-Präsident Donald Trump hat für den Anfang 2018 frei werdenden Platz an der Spitze der Notenbank Fed nach Angaben von Insidern mehrere Kandidaten im Auge. Sein oberster Wirtschaftsberater Gary Cohn gehöre allerdings nicht dazu, sagten mehrere mit den Planungen vertraute Personen am Mittwochabend der Nachrichtenagentur Reuters. „Er wird es nicht werden“, sagte einer der Insider mit Verbindungen zum Präsidialamt. „Trump möchte ihn feuern.“

Der Präsident ist demnach verstimmt über die Reaktion Cohns auf seine umstrittene Rede zu den rechtsextremen Ausschreitungen von Charlottesville, für welche er „mehrere Seiten“ verantwortlich machte. Der Jude Cohn war bei der Rede anwesend und sah dabei sehr unglücklich aus. Später sagte der frühere Goldman-Sachs-Präsident, die Regierung müsse Hass schärfer verurteilen. „Der Präsident vergisst nicht“, sagte ein weiterer Insider, warum Cohn in Ungnade gefallen sei.

Fed-Vize Stanley Fischer hatte am Mittwoch mit der Ankündigung für einen Paukenschlag gesorgt, Mitte Oktober seinen Posten aus persönlichen Gründen zu räumen und damit acht Monate vor Ende seiner Amtszeit auszuscheiden. Wer sein Nachfolger wird, ist noch unklar. Jüngst hatte Fischer bereits für Aufsehen gesorgt, als er die Regierung eindringlich vor einer Rücknahme der Bankenregulierung warnte.

Nach dem Abgang Fischers wären nur noch drei von maximal sieben Direktorenposten in der Fed-Führungsetage besetzt – ein nie zuvor dagewesener Zustand. Trump hat allerdings bereits den Ökonomen Randal Quarles für einen zusätzlichen Vize-Posten nominiert, der für die Bankenaufsicht zuständig sein soll. Im Laufe des Donnerstags sollte der Bankenausschuss des Senats über die Personalie abstimmen.

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    Ob Trump den Anfang Februar 2018 auslaufenden Vertrag Yellens verlängern wird, ist offen. Er hatte sie im Wahlkampf heftig kritisiert und als Erfüllungsgehilfen seines demokratischen Vorgängers Barack Obama bezeichnet. Zuletzt hatte er ihre Führungsrolle jedoch in zunehmend milderem Licht dargestellt und auch eine Verlängerung ihres Vertrags nicht ausgeschlossen. Das galt lange als undenkbar, da auch sie sich gegen die von Trump befürwortete Lockerung der Bankenregulierung ausgesprochen hat.

    Sollte Trump den Ökonomen Taylor auf den Chefsessel hieven, wäre dies eine Zäsur in der mehr als 100-jährigen Geschichte der amerikanischen Notenbank: Denn Yellen und viele andere Fed-Führungsmitglieder haben sich strikt gegen das Vorhaben gestellt, ihre Politik an eine feste Formel zu ketten, die von Taylor entwickelt wurde. Diese Regel soll nach dem Willen einer Gruppe republikanischer Politiker im US-Kongress zur Bestimmung des je nach Konjunktur angemessenen Leitzinses herangezogen werden. Damit hätte die Notenbank letztlich bei geldpolitischen Entscheidungen weniger Spielraum.

    Dem „Wall Street Journal“ sagte Trump jüngst, er wolle die Entscheidung über das Fed-Spitzenamt Ende 2017 fällen. Dabei hatte er Cohn als einen von mehreren möglichen Kandidaten bezeichnet. Doch bereits zuletzt sorgten Äußerungen von Insidern für Aufsehen, Cohn trage sich als Präsidentenberater mit Rücktrittsgedanken. Grund seien die umstrittenen Äußerungen Trumps zu den rechtsextremen Ausschreitungen in Virginia. Der Ex-Goldman-Manager habe sich bei der Pressekonferenz Trumps sichtlich unwohl gefühlt. Der Präsident erklärte dabei, es habe auf beiden Seiten des Konflikts in Charlottesville „sehr anständige Leute“ gegeben. Der Gouverneur des Bundesstaates Virginia, Terry McAuliffe, machte dagegen Neo-Nazis für die Gewalt verantwortlich.

    • rtr
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