Noyer vs. Valls Französischer Zentralbankchef kritisiert Premier

Gegenwind für den neuen französischen Premierminister: Der Chef der französischen Zentralbank widerspricht Manuel Valls und unterstellt ihm einen „Diagnosefehler“. Valls hatte zuvor die EZB kritisiert.
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Der französische Zentralbankchef Christian Noyer ist sich sicher: „Es ist nicht die Geldpolitik, die den Euro stark macht, sondern die Anziehungskraft der Eurozone.“ Quelle: ap

Der französische Zentralbankchef Christian Noyer ist sich sicher: „Es ist nicht die Geldpolitik, die den Euro stark macht, sondern die Anziehungskraft der Eurozone.“

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ParisDer Chef der französischen Zentralbank, Christian Noyer, hat Kritik von Frankreichs neuem Premierminister Manuel Valls an der Europäischen Zentralbank (EZB) zurückgewiesen. Valls unterlaufe ein „Diagnosefehler“, wenn er die Geldpolitik der EZB für den starken Euro verantwortlich mache, sagte Noyer am Dienstagabend dem Sender LCI. „Es ist nicht die Geldpolitik, die den Euro stark macht, sondern die Anziehungskraft der Eurozone.“

Valls hatte am Dienstag in seiner Regierungserklärung die Stärke des Euro beklagt, die Frankreichs Wettbewerbsfähigkeit und Exporten schade. Der EZB warf er in diesem Zusammenhang vor, eine „weniger expansionistische Geldpolitik“ zu verfolgen als die Zentralbanken in den USA, Großbritannien und Japan. Dabei sei die wirtschaftliche Erholung in der Eurozone am schwächsten.

„Die EZB hat nicht die am wenigsten expansionistische Geldpolitik“, widersprach Noyer, der auch im EZB-Rat sitzt. So seien die mittel- und langfristigen Zinssätze in der Eurozone niedriger als die in den USA.

Noyer sprach sich zudem dagegen aus, dass Frankreich sich bei der EU-Kommission für eine Verlängerung der Frist für das Erreichen des Drei-Prozent-Defizitziels einsetzt. „Ich bin gerade nicht sicher, dass ich verstehe, warum Frankreich einen neuen Aufschub braucht“, sagte der Zentralbankchef. „Es ist sehr wichtig zu zeigen, dass man die Rückkehr zum Gleichgewicht der öffentlichen Finanzen nicht vernachlässigt.“

Frankreichs neuer Finanzminister Michel Sapin hatte vergangene Woche deutlich gemacht, mit der EU über den Zeitplan zum Abbau des französischen Staatsdefizits neu verhandeln zu wollen. Die EU-Kommission hatte Frankreich vergangenes Jahr bereits zugestanden, die von der EU festgesetzte Defizit-Obergrenze von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erst 2015 und nicht bereits 2013 wieder einzuhalten.

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