Nullzins bleibt Fed senkt Wachstumsprognose

Die US-Notenbank sieht die amerikanische Wirtschaft weiter auf einem mäßigen Wachstumskurs und erwartet auch längerfristig nur eine zahme Inflation. Deshalb bleibt sie bei ihrer lockeren Geldpolitik.
Update: 27.04.2011 - 21:13 Uhr 14 Kommentare
Ben Bernanke, Chef der US-Notenbank Fed Quelle: Reuters

Ben Bernanke, Chef der US-Notenbank Fed

(Foto: Reuters)

New YorkDie Erholung der amerikanischen Wirtschaft kommt langsamer voran als erwartet. Wie Fed-Präsident Ben Bernanke auf der Pressekonferenz nach dem jüngsten Zinsentscheid mitteilte, habe die Notenbank ihre Wirtschaftswachstum-Prognose für das laufende Jahr nach unten korrigiert. Die Fed gehe nunmehr für 2011 von einem Zuwachs zwischen 3,1 und 3,3 Prozent aus. Im Januar war ein Wachstum von 3,4 bis 3,9 Prozent vorausgesagt worden.

Bernanke sagte, er erwarte auch für das erste Quartal dieses Jahres ein schwächeres Wachstum als zuvor erwartet - etwas weniger als 2 Prozent, sagte er. Die Quartalszahl wird an diesem Donnerstag veröffentlicht. Auf der positiven Seite sieht der Fed-Chef eine bessere Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt als noch im Januar geschätzt. Demnach rechnet die Notenbank jetzt damit, dass die Arbeitslosenrate 2011 zwischen 8,4 und 8,7 Prozent liegen wird. 2013 könnte sie erstmals unter die 7-Prozent-Marke sinken. Zuvor war für dieses Jahr von einer Spanne zwischen 8,8 bis 9,0 Prozent ausgegangen worden. Die Quote liegt derzeit bei 8,8 Prozent.

Ungeachtet der Zinswende in Europa bleibt die Fed daher auf dem geldpolitischen Gaspedal. Die Zentralbanker belassen den Leitzins in der Spanne zwischen Null und 0,25 Prozent und kaufen weiterhin Staatsanleihen im Milliardenvolumen an. Wie geplant soll das Programm erst im Juni auslaufen. Bis dahin wird die Fed Papiere im Wert von 600 Milliarden Dollar aus dem Markt genommen haben. Man werde jedoch regelmäßig den Umfang und die Zusammensetzung der Wertpapierbestände prüfen.

„Die Inflation hat in den vergangenen Monaten zugenommen, aber längerfristige Inflationserwartungen sind stabil geblieben“, hieß es in einer Erklärung der Notenbank. Dies ermögliche „wahrscheinlich außergewöhnlich niedrige Zinssätze für eine ausgedehnte Zeitperiode“, hieß es weiter. Man werde aber die Inflation „genau beobachten“.

Dollar fällt, Goldpreis steigt

An den Finanzmärkten sorgten die Äußerungen und Entscheidungen für unterschiedliche Reaktionen. Während die US-Aktienmärkte angesichts der moderaten Inflationserwartungen leicht zulegten, verlor der Dollar gegenüber den wichtigsten Währungen an wert. Für einen Euro müssen Investoren nun 1,4743 zahlen, 0,7 Prozent mehr als gestern. Der Goldpreis legte um über ein Prozent zu und errichte mit 1525,7 Dollar einen neuen Rekordstand.

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14 Kommentare zu "Nullzins bleibt: Fed senkt Wachstumsprognose"

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  • tja - endlich müssen mal die amis selber anfangen für ihr luxusleben zu arbeiten - schluss damit, dass der rest der welt ihre frühstücke bezahlt.
    So hat die Krise auch ihre guten seiten.
    Müssen sie eben mehr Dollars hergeben für ihre Importe.
    Wie sagte noch sadam hussain: " Es ist schon komisch, die größte Marktwirtschaft der Welt will einfach nicht den Marktpreis fürs Öl bezahlen."
    Aber ich bin sicher, Amerika wird schon ein neues Land zum Ausbeuten und für einen neuen Krieg finden.

  • Staatspleiten sind an sich verkraftbar, da haben Sie recht. Kritsch wird es, wenn sie gehäuft zeitnah auftreten, wenn allen voran, der "Haupabsatzmarkt" (USA) ausfällt, ein hoher finanztechnischer Vernetzungsgrad vorliegt und alle Austauschprozesse "just in time" und nur über Finanztransfers ablaufen, die ausschließlich auf dem Vertrauensvorschuß bzw. auf der Zusage der Banken beruhen, daß Forderungen aus den Einlagenguthaben oder zugesicherten Krediten beglichen werden. Außerdem ist eine hohe Zahl von Ackerbauern, die als Selbst- und Regionalversorger agieren können, ein stabilierendes Element, doch die sind inzwischen bereits fast ausgestorben! Bernake hat die Bankrotterklärung abgegeben, weiter nichts, nur die Masse hat es nicht verstanden. Ich kann mich nicht erinnern, daß in den letzten 20 Jahren regelmäig zu Ostern einzelne Kaftstoffsorten signifikant "nicht verfügbar" waren...

  • Die Geschichte lehrt die Menschen,
    daß die Geschichte die Menschen NICHTS lehrt.......

  • Es ist schockierend und beängstigend was hier für Kommentare abgegeben werden.....
    Daran ist abzusehen, wie gut die jahrhundertelange Gehirnwäsche funktioniert hat
    Die Menschen haben sich das was auf sie zukommt wohl verdient.......
    Traurig.......aber sehr bald heftige Realität....

  • Die "Eliten" sind genauso ratlos, wie alle hier. Die Welt steht vor einem noch nie dagewesenen Problem mit der Überschuldung!

    Ich denke mal, die Notenbanken werden eine kurze massive Inflation zulassen, sodass die Leute eine neue WÄhrung aktzeptieren! So war es 1913 auch, als die FED gegründet wurde. Die damaligen großen Banken schufen jahrelang Unruhe auf den Märkten, sodass die Bevölkerung eine Zentralbank akzeptierte, ohne Fragen zu stellen!

    Ich frage mich allerdings, was eine neue WÄhrung bringen soll, wenn sowieso ALLE total überschuldet sind!

    Wichtig ist auch die Rolle der FED, deren Eigentümer die Großbankdynstiers Morgan, Rothschild oder Warburg sind.

    Geht die neue WÄhrung von den Amis aus, werden die Eigentümer der neuen Zentralbank auch weiterhin die Großbanken der USA sein!!

  • ..eben Helikopter-Ben , ein Professor der seine Geldabwurftheorie unbelehrbar und beratungsresistent bis zum Ende umsetzen und ihre Richtigkeit in der Praxis beweisen will.(Wieviel Unheil wäre der Menschheit erspart geblieben, wenn man diesen Berufsstand zu ehrlichen Feldarbeitern umgeschult hätte.)Da sich aber in der Weltgeschichte häufig die naheliegenden Folgen zeigen, wird zunächst die FED in der bisherigen Form dem Untergang entgegensehen,bevor irgend etwas anderes untergeht.Gut so.

  • @azaziel
    Auch Sie haben mit Ihren Befürchtungen durchaus Recht, die Demokratie, wie wir sie heute kennen, könnte durchaus gefährdet sein. Haben wir sie überhaupt noch im Sinne der Erfinder, wenn wir den Ausverkauf Deutschlands durch unsere Politiker betrachten, den man manchmal durchaus schon Hochverrat nennen könnte, die Gleichschaltung der Systempresse, die Volksverblödung durch die Medien, die Zerstörung der Familie als Kern des sozialen Zusammenhalts, die Auflösung aller sozialen Werte ganz generell und ..... na ja, irgendwo muß ich ja auch wieder aufhören. Aber immerhin, wie man auch an diesem Blog sieht, es gibt Leute, die sich Gedanken machen, während der größte Teil der Schäfchen mit einem Bier und einer Chipstüte in der Hand den Deutschen Superaffen sucht. Also Fazit: Am Ball bleiben, denken, und vor allem rechtzeitig handeln, nicht nur davon quatschen !! Wie handeln ? Da gibt es keine Patentrezepte, hängt bei jedem von der persönlichen Situation ab.

  • Hohe oeffentliche Verschuldung und drohender Ratingverlust zwingen die USA zum Sparen. Hohe private Verschuldung fuehrt zu sinkender Bonitaet und zur Einschraenkung des Kreditvolumens. Der Ausfall oeffentlicher und privater Nachfrage daempft die Konjunktur. Niedrige Nachfrage fuehrt zum Verlust von Arbeitsplaetzen und weiter sinkender Nachfrage. Ein Teufelskreis!

    Manche Oekonomen befuerchteten Deflation als Folge, die aber nicht eingetreten ist. Quantative Easing war als Staerkung der Nachfrage gedacht. Zusaetzliche Liquiditaet kommt aber weniger bei Verbrauchern als vielmehr bei Banken und anderen Anlegern an. Diese finden festverzinsliche Anlagen bei hohem Ausfallrisiko und niedrigen Zinsen unattraktiv. Die FED laesst die Zinsen nicht steigen, weil das ebenfalls die Konjunktur bremsen wuerde und sich empfindlich auf oeffentliche Budgets auswirken wuerde. Anleger investieren daher in Rohstoffe und andere Sachwerte. Steigende Rohstoffpreise (z.B. Oel, Gas, Metalle, Agrarrohstoffe) fuehren auch bei sinkender Gueternachfrage zu steigenden Gueterpreisen. Die Finanzierung oeffentlicher Haushalte muss bei privatem Investorenstreik durch Ankauf von Staatsanleihen durch die Zentralbank erfolgen. Ein sich selbst tragender Aufschwung ist eine Halluzination.

    Steigende Preise, hoehere Inflationserwartungen, eine psychisch befeuerte Beschleunigung der Umlaufgeschwindigkeit des Geldes zusammen mit der Zufuhr weiterer Liquiditaet lassen schliesslich die Inflation aus der Kontrolle geraten. Zauberlehrling Bernanke wird die Geister, die er gerufen hat, nicht mehr los werden.

    Einen Ausweg sehe ich nicht. Wir alle – auch wir in Europa - muessen diesen Weg bis zum bitteren Ende gehen, das heisst bis zur Waehrungsreform. Ich wuerde mich freuen, wenn man danach mit verbesserten Spielregeln wieder von vorn anfangen koennte. Aber ich befuerchte, wir koennten unsere freie Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung verlieren. Und das waere dann ein ganz anderes Spiel.

  • @AS1
    Sie haben recht, aber die Vorstellung ist so schön, dass es alle Anderen zerlegt und man selber so herrlich ungeschoren davon kommt. Was natürlich im Falle eines Falles trotz aller möglichen Edelmetalle, Aktien und Immobilien Blödsinn ist. Man nennt es die Lust am Untergang (der Anderen)und es hängt damit zusammen, dass man immer sich selbst für auserwählt (schön, intelligent oder was auch immer) hält. Sehe ich ehrlich gesagt auch nicht so dramatisch .......... :-)

  • An meine Vorredner: sicherlich wird irgend etwas mit der Finanzwelt passieren, aber die übertriebenen Untergangsszenarien sehe ich so nicht. Denn auch die Verursacher und Finanz-Regulierer werden immer etwas unternehmen, damit der Gau nicht ganz so stark ausfällt, wie gern prognostiziert wird. Natürlich sollte jeder auf der Hut sein, aber die Weltungergangsszenarien sind eindeutig zu krass. Selbst Staatspleiten sind ein ganz normaler Restrukturisierungsvorgang im Kapitalismus und sind ab und an notwendig.

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