„Nur normal“ Erdogan bestätigt Echtheit von Telefonmitschnitten

Recep Erdogan und die Flucht nach vorn: Der türkische Regierungschef bestätigte die Echtheit umstrittener Telefonmitschnitte – spricht aber weiterhin von einer Verschwörung. Für die Kommunalwahlen ist er optimistisch.
Update: 05.03.2014 - 18:16 Uhr Kommentieren
Premier Erdogan vor Anhängern seiner AKP: Wenn seine islamisch-konservative AKP aus der Wahl am 30. März nicht erneut als stärkste Kraft hervorgehe, werde er aus der aktiven Politik ausscheiden, zitiert ihn eine Nachrichtenagentur. Quelle: AFP

Premier Erdogan vor Anhängern seiner AKP: Wenn seine islamisch-konservative AKP aus der Wahl am 30. März nicht erneut als stärkste Kraft hervorgehe, werde er aus der aktiven Politik ausscheiden, zitiert ihn eine Nachrichtenagentur.

(Foto: AFP)

IstanbulVor der Kommunalwahl in der Türkei lassen die Gegner von Regierungschef Recep Tayyip Erdogan fast täglich eine neue Bombe platzen. Mit einem weiteren im Internet verbreiteten Telefonmitschnitt zeigen sie nun, dass der Ministerpräsident sich in die Details eines Prozesses gegen einen unliebsamen Geschäftsmann eingemischt hat.

„Nur normal“ findet Erdogan, dass er den früheren Justizminister Sadullah Ergin aufforderte, einen Gerichtsprozess gegen den türkischen Medienunternehmer Aydin Dogan genau zu verfolgen, wie das abgehörte Telefonat zeigt.

Dogan war in Ungnade gefallen, weil seine Mediengruppe über einen Spendenskandal im Umfeld der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP berichtet hatte. Bald darauf sollte die Gruppe wegen umstrittener Steuervergehen eine Milliardenstrafe zahlen.

Wie schon im Fall eines abgehörten Anrufs Erdogans bei einem Chefredakteur, dem er für die Berichterstattung über die Proteste im Sommer 2013 Feuer machte, versucht der Regierungschef nicht, die Echtheit des Gesprächs zu bestreiten. Dass er überhaupt abgehört werde, sei aber Teil einer Verschwörung.

Für die Lauschaktionen und für Korruptionsermittlungen gegen Regierungskreise machen Gefolgsleute Erdogans immer wieder die Bewegung des in den USA lebenden Predigers Fetullah Gülen verantwortlich. Erdogan und Gülen liefern sich seit Dezember einen heftigen Machtkampf.

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