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Obama auf Kuba Große Worte in Havanna

Der US-Präsident wirbt in Kuba für Wandel. Die Zukunft des Landes „liegt in den Händen der Kubaner“, sagt Obama in einer Rede an das Volk. Doch die Bewohner der Karibikinsel brauchen vor allem eines: Geduld.

Beeindruckende Rede an kubanische Nation: „Was die USA getan hat, hat nicht funktioniert“

Havanna Barack Obama hat eine schwarze Krawatte angelegt, sein Besuch ist historisch, aber der Terror von Brüssel überschattet auch die Visite des US-Präsidenten beim langjährigen Erzfeind Kuba.

Er steht auf der Bühne des „Gran Teatro de la Havana“ , hinter ihm die kubanische und die amerikanische Fahne. Bevor Obama sich in einer sogar im Staatsfernsehen übertragenen Rede an das kubanische Volk wendet, betont er: „Die Welt muss vereint sein.“ Dem Terror die Stirn bieten, Werte nicht aufgeben. Vor der Rede hat er Belgiens Premier Charles Michel am Telefon seine Unterstützung versichert.

Es gibt lauten Beifall, als er wenig später auf Spanisch sagt, er überbringe einen „Saludo de Paz“, einen Friedensgruß. Er wolle hier die Reste des Kalten Krieges beerdigen. „Sí se puede“, sagt Obama unter großem Jubel auf Spanisch - eine Anspielung auf seinen Slogan „Yes we can“. Die Zeit des Wandel sei gekommen. Und die bedeute: keine US-Einmischung: „Die Zukunft Kubas ist in den Händen der Kubaner.“

Darauf hatte auch Kubas Staatschef Raúl Castro zuvor bei einer Pressekonferenz mit Obama gepocht - eine völlig ungewohnte Übung für Castro, der die Medien staatlich kontrolliert. „Alles was sich ändern sollte, ist exklusive Sache der Kubaner“, so Castro. Dass es eine Zeitenwende gibt, zeigt ein kleines interessantes Detail.

Das kommunistische Zentralorgan „Granma“ veröffentlicht unzensiert einen bemerkenswerten Dialog Castros mit einem Journalisten. Der hatte ihn nach politischen Gefangenen in dem Karibikstaat gefragt. „Geben Sie mir die Liste“, antwortet Castro barsch, mit der rechten Hand gestikulierend. Bekomme er so eine Liste überreicht, werde er sofort alle freilassen. Es gebe aber keine politischen Gefangenen.

Der Handelsblatt Expertencall
Kein rascher Wandel für Dissidenten
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