Obama in Berlin „Deutsche sollten Merkel wertschätzen“

Barack Obama besucht Deutschland ein letztes Mal als US-Präsident. In Berlin verleiht er vor allem seiner hohen Wertschätzung für die Bundeskanzlerin Ausdruck. Merkel sei ein Eckpfeiler der internationalen Politik.
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Merkel empfängt Obama

BerlinDer scheidende US-Präsident Barack Obama hat Kanzlerin Angela Merkel als Eckpfeiler der internationalen Politik gewürdigt und ihre Glaubwürdigkeit betont. „Sie ist bereit, für ihre Werte zu kämpfen“, sagte Obama in einem Interview von ARD und „Spiegel“, das am Donnerstabend bei „Spiegel Online“ und nach der „Tagesschau“ veröffentlicht werden sollte.

Am Nachmittag traf der US-Präsident, der während seines Berlin-Besuchs im Luxushotel „Adlon“ wohnt, im nahe gelegenen Kanzleramt ein. Merkel und Obama begrüßten sich lächelnd und mit Wangenküsschen. Bei dem auf mindestens eineinhalb Stunden angesetzten Gespräch sollte es unter anderem um die Rolle der USA unter dem künftigen republikanischen Präsidenten Donald Trump bei der Bewältigung internationaler Krisen wie in Syrien gehen.

Auch die Deutschen sollten Merkel wertschätzen, sagte Obama laut vorab verbreiteten Gesprächsauszügen. Für ihn sei Merkel eine wichtige Partnerin, machte der US-Präsident deutlich. Ähnlich hatte er sich schon bei früheren Treffen mit der Kanzlerin geäußert. Im April sagte Obama in Hannover, er sei froh, dass Merkel noch Kanzlerin sei, wenn er nicht mehr Präsident sei: „Die Welt wird davon profitieren, von ihrer sehr steten und konsequenten Präsenz.“ Und erst kürzlich hatte der Präsident hervorgehoben, Merkel sei die Politikerin, mit der er in den vergangenen Jahren „wahrscheinlich am engsten zusammengearbeitet“ habe.

Willkommen und Abschied
Obama am Kanzleramt
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Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat US-Präsident Barack Obama offiziell zu dessen Abschiedsbesuch in Berlin empfangen. Merkel und Obama begrüßen sich am Donnerstagnachmittag mit einem Lächeln und Wangenküsschen vor dem Kanzleramt.

US-Präsident Obama in Berlin
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Bei dem auf mindestens eineinhalb Stunden angesetzten Gespräch geht es unter anderem um die Rolle der USA unter dem künftigen republikanischen Präsidenten Donald Trump bei der Bewältigung internationaler Krisen wie in Syrien.

Barack Obama und Angela Merkel
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Merkel will mit Obama nach Angaben der Bundesregierung auch über den Umgang mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, die Ukraine-Krise sowie den Kampf gegen den internationalen Terrorismus reden.

Am Kanzleramt
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Die Entwicklung der Wirtschaftsbeziehungen, die Zukunft des umstrittenen geplanten EU-Handelsabkommens TTIP mit den USA und die Klimapolitik sollen ebenfalls Thema sein. Merkel und Obama wollen die Öffentlichkeit am späten Nachmittag über ihre Beratungen informieren.

US-Präsident Obama in Berlin
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Endlich ist Barack Obama auf dem Weg zum Kanzleramt.

Auf einen Kaffee mit..
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Präsident Barack Obama schlendert am Brandenburger Tor in Berlin vorbei.

Umgeben von Security
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Bevor er sich am Nachmittag mit Angela Merkel trifft, würdigte er die Kanzlerin: Sie stehe für „große Glaubwürdigkeit“, die Deutschen sollten sie wertschätzen, sagte Obama nach von der ARD vorab verbreiteten Zitaten in einem am Donnerstag aufgezeichneten Interview mit dem „Spiegel“ und der ARD. Er schätze Merkel als Partnerin.

Obama zeigte sich in dem Interview besorgt über den Zustand der westlichen Industriegesellschaften. „Wenn die globale Wirtschaft nicht auf Menschen reagiert, die sich zurückgelassen fühlen, wenn die Ungleichheit weiter wächst, werden wir erleben, dass sich die Spaltungen in den Industrieländern ausweiten.“

Trump, Kreml-Chef Wladimir Putin, die Ukraine-Krise, der Terrorismus: Dies sind einige der Themen, über die Merkel und Obama sprechen wollten. Nach Angaben der Bundesregierung sollten auch die Wirtschaftsbeziehungen, die Zukunft des geplanten EU-Handelsabkommens TTIP mit den USA und die Klimapolitik Thema sein. Da es sich um einen Abschiedsbesuch handele, würden Merkel und Obama auf die gemeinsamen Anstrengungen der vergangenen Jahre zurückblicken, hieß es weiter.

Obamas Visite in der deutschen Hauptstadt verlief bis zum Vormittag ohne jede Störung. Rund 2400 Polizisten sind zum Schutz des US-Präsidenten und für Absperrungen in Berlin im Einsatz. Noch bis zur Abreise Obamas am Freitagmittag würden diese umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen dauern, sagte ein Polizeisprecher.

Merkel hatte den US-Präsidenten am Mittwochabend im „Adlon“ zu einem Abendessen in privater Atmosphäre getroffen. Die Zusammenkunft unter vier Augen dauerte drei Stunden und endete gegen 22.30 Uhr. Über die Inhalte ihres Gesprächs wurde nichts bekannt.

In einem am Mittwoch veröffentlichten gemeinsamen Beitrag für die „Wirtschaftswoche“ warben Merkel und Obama für das Handelsabkommen TTIP und den Klimaschutz. Das wurde als Botschaft an den künftigen US-Präsidenten Trump gewertet. Er gilt als Gegner des freien Welthandels und will Klimaschutzvorgaben für die US-Industrie streichen. Deutsche und Amerikaner müssten die Chance ergreifen, „die Globalisierung nach unseren Werten und Vorstellungen zu gestalten“, schrieben die Kanzlerin und der amtierende Präsident.

Obama und Merkel baten zu Tisch
Barack Obama
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In Berlin begrüßte Barack Obama eine illustre Schar an Gästen. Im Speisesaal des Bundeskanzleramtes wurden am Donnerstagabend Schauspieler, Sportler, Wissenschaftler und Musiker erwartet.

Tom Tykwer
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So stand der Regisseur Tom Tykwer, der seit „Lola rennt“ einem großen Publikum bekannt ist, auf der Gästeliste.

Daniel Barenboim
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Mit Daniel Barenboim wurde ein mehrfach ausgezeichneter Star-Dirigent erwartet.

Jürgen Klinsmann
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Die Riege der Sportler führte der amtierende Trainer der US-Nationalmannschaft, Jürgen Klinsmann, an.

Joachim Sauer mit Angela Merkel
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Angela Merkel wurde – wie hier bei den Wagner-Festspielen in Bayreuth – von ihrem Mann Joachim Sauer begleitet.

Thomas Reiter und Alexander Gerst
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Auch die beiden deutschen Astronauten Thomas Reiter und Alexander Gerst hatten einen Platz beim Dinner sicher.

Friedrich Merz
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Friedrich Merz, ehemaliger Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, steht für die zahlreichen Transatlantiker, die von Merkel und Obama eine Einladung erhalten hatten.

Die Achse Washington-Berlin sei für die Weltwirtschaft und die G20-Gruppe der Top-Wirtschaftsmächte enorm bedeutsam, fügten Merkel und Obama hinzu: „Jetzt, da die Weltwirtschaft sich schneller denn je entwickelt und die globalen Herausforderungen so groß wie nie sind, ist diese Zusammenarbeit wichtiger als jemals zuvor.“ Beide verteidigten die weltweiten Klimaschutzziele: „Die Partnerschaft zwischen den USA und Deutschland hat außerdem eine zentrale Rolle dabei gespielt, das Pariser Klimaschutzabkommen zu erreichen.“ Es wird befürchtet, dass die Trump-Regierung aus dem Abkommen aussteigt.

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  • dpa
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9 Kommentare zu "Obama in Berlin: „Deutsche sollten Merkel wertschätzen“"

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  • "Wichtigster Eckpfeiler de internationalen Politik" heisst auf Deutsch übersetzt:
    Niemand hat so wirksam US-Interessen in Deutschland und Europa durchgesetzt wie Frau Merkel.

    Einen ganz erheblichen Teil ihrer macht hat Merkel aus ihrer praktisch bedingungslosen Unterwerfung unter die US_Administration bezogen.
    Es bleibt zu hoffen, dass sich hier fundamentale Veränderungen ergeben.
    Trump legt ja ganz offensichtlich keinen Wert auf eine unterwürfige deutsche Kanzlerin.

  • @Rudolf Ott: Besser kann man es eigentlich nicht auf den Punkt bringen und Barack sagt damit auch indirekt danke dafür, dass man uns Europäer und Deutsche zu Gunsten USA schwächen durfte und wir es nicht bemerkt haben und/oder uns nicht dagegen wehren. Und Angela merkt eh nichts, sondern geniesst es förmlich, dass sie mit vermeintlich bewundernden Augen eines Staatsmannes angeschmachtet wird. Ist sie nicht süß!?
    By the way: Wertschätzung kommt nach Wert schaffen, aber Angela hat unser Land mit ihrer strategielosen Politik allein monetär um Billionen erleichtert. Deshalb steht der Lady keine Wertschätzung zu.

  • Ich sehe Obama Erleichterung an , diesen Job los zu sein !

  • HB : "In einem am Mittwoch veröffentlichten gemeinsamen Beitrag für die „Wirtschaftswoche“ warben Merkel und Obama für das Handelsabkommen TTIP und den Klimaschutz. Das wurde als Botschaft an den künftigen US-Präsidenten Trump gewertet. Er gilt als Gegner des freien Welthandels und will Klimaschutzvorgaben für die US-Industrie streichen."
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    Das dürfte Mr. Trump sicherlich "erfreuen" ------ aber wer sagt das schon : Die lahme Ente "Obama" geht und die lahmende Ente; Frau Dr. Merkel, geht etwas später.
    War bei soviel ausgetauschten Freundlichkeiten und soviel serviler Folgsamkeit in der Vergangenheit nicht eine 3. Freiheitsmedaille (höchste US-Medaille) für "Angie" drinn ??? ?????

  • Was für eine Zusammenarbeit! Wirklich eng: Die USA betreiben "regime changing" und legen dabei die Lunte an an sich schon labile staatliche Gebilde um Demokratie und Wohlstand dort zu ermöglichen (so G.W.Bush): Siehe die Folgen von Afghanistan, Irak und Syrien, Libyen. Dazu passt nahtlos die Politik des "refugees welcome!" Perfekter kann Arbeitsteilung nicht sein.

  • Merkel Wert schätzen? Für was denn? Wird Zeit, daß diese Kanzlerin endlich geht, und nur in Büchern zurück bleibt als die Kanzlerin, die durch ihre unsinnige Flüchtlingspolitik Deutschland kaputt gemacht und islamisiert hat.

  • Wertschätzen:Merkels Gäste aber ich nicht, denn meine Kinder werden im
    Bürgerkrieg landen.

  • die Neodeutschen aus aller Herren Länder wissen Mutti Merkel sicher zu schätzen

    Bei denen, die "schon länger hier leben" habe ich meine Zweifel......

  • "Wenn die globale Wirtschaft nicht auf Menschen reagiert, die sich zurückgelassen fühlen, wenn die Ungleichheit weiter wächst, werden wir erleben, dass sich die Spaltungen in den Industrieländern ausweiten.“

    ta-taa, ta-taa, ta-taa !!!

    Seit 11.11 ist ja schon wieder Fasching.
    Das soll wohl witzig sein.

    Das ist doch wohl nicht die Aufgabe vom Wolf, sich -in dieser Form- um die Schäfchen zu kümmern. Der Wolf ist gierig. Das ist seine Natur - und ja: genau das ist nicht etwa "unmenschlich", sondern es ist des Menschen seine Natur. "Unmenschlich" ist es, dem Menschen seine Natur absprechen zu wollen.
    Aber das Reservat kann natürlich hier und da angepasst werden - dies ist aber nicht die Aufgabe der Wölfe...

    ... auch wenn diese Marionetten, diese Eckpfeiler im Auftrag der Wölfe nun zum Schutze und zur Verschleierung nun anderes behaupten: es ist die Aufgabe der Politik, die Schäfchen vom gierigen Wolf - und gewissermaßen dadurch auch den Wolf vor sich selbst zu schützen.

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