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Obamas Drohnenkrieg Die Drohne als Wahlkampfhilfe

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Obamas Bilanz bringt die Gegner zum Schweigen

Das Konzept der Drohnen-Einsätze, die effektiver und präziser sind als verlustreiche teure Truppenaufmärsche, hatte Obama von Bush geerbt, weitergeführt und ausgebaut, und kann sie nun als seine Erfolge verbuchen. Ebenso wie eine andere Form des Krieges der Zukunft: Cyberwar. So steckt laut „New York Times“ die US-Regierung hinter dem Computervirus Stuxnet, der die iranischen Atomanlagen um Jahre zurückgeworfen haben soll.

Gekrönt wurde Obamas Bilanz mit dem Tod Osama bin Ladens. Der nächtliche Einsatz der Eliteeinheit Navy Seals in Pakistan war hochriskant für Obama, doch der Erfolg sichert ihm einen Eintrag in die Geschichtsbücher als entschlossenem Rächer für den Tod von 3000 Amerikanern. Obama habe sich vom „Dove guy“ zum „Tough guy“ gewandelt, schrieb die „Washington Post“ – von der Taube zum Falken.

Es ist eine Bilanz, die sogar seine Gegner zum schweigen bringt: Die Republikaner können Obama angesichts der Erfolge im Krieg gegen den Terror kaum als schwächlichen Pazifisten darstellen, der Amerika in Gefahr bringt. Präsidentschaftskandidat Mitt Romney fällt entsprechend wenig ein, um den Amtsinhaber auf diesem Gebiet zu attackieren. Die Folge: Die Wähler trauen Obama als Commander in Chief deutlich mehr als Romney. Nach einer Umfrage von ABC und „Washington Post“ unterstützen sogar 83 Prozent der Amerikaner Obamas Drohnenkrieg.

Zwar wird der Wahlkampf überwiegend von Arbeitslosigkeit und Wirtschaftspolitik geprägt, doch Außenpolitik ist deshalb nicht unwichtig geworden. Bis zu 15 Prozent der Wähler, glauben Politikforscher, fällen ihre Entscheidung sogar ausschließlich wegen der Außenpolitik. Und Obama und seine Spin-Doktoren sind offenbar gewillt, dieses Potenzial auszuschöpfen.

Denn die Wähler wissen recht gut bescheid über den doch so geheimen Drohnenkrieg, über den Obama selbst kaum ein Wort verliert. Doch zuletzt erschienen gleich mehrere Enthüllungsartikel und –bücher (etwa David E. Sangers „Confront and Conceal“), die, mit Unterstützung von Obamas Leuten, detailreich über den Schattenkrieg berichten. Sie alle beschreiben den Präsidenten ähnlich: Als einen zu allem entschlossenen Oberbefehlshaber, der über jeden der tödlichen Einsätze persönlich entscheide. Die „New York Times“ berichtete, Obama erhalte einen Steckbrief der Zielperson und gebe nur dann den Befehl loszuschlagen, wenn sie zweifelsfrei gefährlich und nicht festzunehmen sei.

Zwar zeterte das Weiße Haus offiziell über den Geheimnisverrat, doch kommt es der Kampagne des Amtsinhabers gelegen: Das Bild von Obama als einsamem Feldherr, der für Amerikas Sicherheit harte Entscheidungen trifft und die moralische Verantwortung übernimmt, ist nützlich. Schon wittern Republikaner wie Senator John McCain deshalb, der angbliche Verrat sei ein abgekartetes Spiel.

Führende Parteifreunde rieten Herausforderer Romney am Donnerstag schon mal, seinen Wahlkampf wieder stärker auf Obamas schwache Flanke zu lenken: die Wirtschaft. Den Drohnen-Krieg dürfte der Präsident für sich entscheiden.

Der Handelsblatt Expertencall
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18 Kommentare zu "Obamas Drohnenkrieg: Die Drohne als Wahlkampfhilfe"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wer sind "wir"? Terrorismus geht in den meisten Fällen von Einrichtungen eines Staates aus, was die Finanzierung, Logistik und Bewaffnung angeht. Saudiarabien und Pakistan sind die bekanntesten aber auch britische, französische und amerikanische Geheimdienste stecken tief drin. Terrorismus ist der neue Name für das, was früher Kleinkrieg hieß.

  • Sie sind ernsthaft der Meinung wir sollten von den Terroristen in Sachen, Recht, Gerechtigkeit und auch bei der Gewalt lernen und ihre Methoden adaptieren? Ich möchte sie gerne falsch verstanden haben. Was unterscheidet dann uns bzw. unseren Staat, bei Anwendung von Gewalt nach terroristischem Muster von eben dieser Bagage?

    Populismus? Wenn sie bittere Satire nicht von Populismus unterscheiden können, dann sind sie offenbar einer Propagandamaschine erlegen und da fehlt ein wenig Differenzierungsvermögen. Und wenn sie eines Tages in einer Diktatur wieder aufwachen, dann könnte ich mir vorstellen, dass auch sie von nichts gewusst haben wollen. Aber so ist das, des Menschen Wille ist sein Himmelreich, auch wenn er an der Nase ins falsche geführt wurde und von Dritten denken lässt.

    Nichts desto trotz wünsche ich Ihnen auch ihnen eine wirklich friedliche Zukunft und dass uns alle das Geschenk der Freiheit erhalten bleibt, welches ich inzwischen mehr von innen als von außen bedroht sehe.

  • "Das es Al Kaida gibt wird wohl keiner mehr bezweifeln wollen"

    Oh doch! Und durch die immer wiederkehrende Behauptung, daß Al Kaida hinter iregendetwas stecke (oder jemand, der Al Kaida nahesteht oder jemand, der jemanden kennt, dessen Bruder einen Hund hat, der schon mal an die Tülltonne eines ehemaligen Al Kaida Führers gepinkelt hat) wird das Märchen auch nicht wahrer. Genausowenig wie die lächerliche Geschichte von der angeblichen SEALS-Aktion gegen Osama bin Laden. Ich lache heute noch herzhaft darüber. Zum Zeitpunkt dieser "Aktion" war er bereits mehr als 10 Jahre tot. Ihn dann schleunigst im Meer zu versenken ("wie es der islamische Brauch vorschreibt" - jetzt lachen neben mir auch noch alle Moslems) war auch nicht besonders clever.

    So, jetzt habe ich keine Lust mehr, mich noch weiter mit Ihrer Propaganda zu befassen!

  • Gleiches gilt für das präsidiale und selbstherrliche Töten. Wenn ein Präsident über Leben und Tod von Menschen entscheidet,
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    Aber den Terroristen gestehen sie das recht zu ?
    Bei den Anschlägen auf die Twin Towers kamen auch Menschen ums Leben , ist das für sie der "gute Terrorismus " ? Lockerbie war Staatsterrorismus den sie Rechtfertigen !

    Übrigens ist ihre verlinkte Seite Primitivster Populismus !!!

  • Mal den Blick nach innen werfen, da lauern genau die Informationen die der Maulheld Obama weniger vertragen kann, die aber scheinbar dank medialer Übereinkunft weniger an die Öffentlichkeit kommen. Was ist mit den ganzen NDAA Gesetzen? Da ist eine Diktatur im Aufzug. Gleiches gilt für das präsidiale und selbstherrliche Töten. Wenn ein Präsident über Leben und Tod von Menschen entscheidet, egal welcher Nationalität, dann kann man das nicht einfach mit dem Wort Krieg erklären, da beginnt der Rechtsstaat zu versagen. Die historischen Parallelen erspare ich mir zu beschreiben.

    Und wenn es irgendwann um den Krieg gegen das eigene Volk geht, dann wäre dies der richtige Hinweis, da geht es um Monstermengen an Hohlspitzgeschossen für den Heimatschutz, die sind nicht weniger pervers als die DummDumm-Geschosse:

    http://qpress.de/2012/04/04/450-mio-spezial-totmacher-fur-homeland-security/

  • Natürlich !
    Diese Fluggeräte werden nicht einfach so losgeschickt,man weiß natürlich vorher wem man damit eliminieren will .
    Aber Terroristen tragen Waffen ,nach deutschem recht kann auch ein Taschenmesser mit bestimmten Eigenschaften eine Waffe sein , warum sollte das in Pakistan,Afghanistan oder sonst wo anders sein ?

  • Kann eigentlich eine us-amerikanische Drohne einen Terroristen von einem Normalbürger unterscheiden?

    Wenn nein, dann bedrohen diese Drohnen doch uns alle - wenn ich den Artikel recht verstehe.

  • Mit Drohnen werden feige Kriege geführt.
    Man drückt irgendwo weit weg, viele Tausend KM entfernt, auf eine Taste eines Militär PC und schon fliegt diese Drohne und tötet meist auch viele unschuldige Menschen mit, die ein Recht auf Leben haben.
    Das ist gegen jede Sittenlehre, gegen Ethik und Moral.
    Das ist Barbarei, kultivierte Barbarei.

    Man sollte es nicht für möglich halten, dass wegen des Profits solche Taten geschehen.
    Was der eigentliche Skandal bei dieser Angelegenheit ist, keiner regt sich auf, nicht mal die selbsternannten religiösen Führer der westlichen Welt.
    Keiner wird auch nur ansatzweise zur Rechenschaft gezogen für diese barbarischen Handlungen.
    Und der Westen will kulturell höher stehen als die unterentwickelten Länder dieser Erde.
    Das kann man so nicht glauben.

  • Ja es ist wirklich lustig ! Obama wird nicht nur in den USA als eher linker Politiker angesehen und denen wird hier "Kriegstreiberei" unterstellt .
    Aber eigentlich haben sie absolut recht, Hitler war schließlich auch Sozialist, Assad ist auch einer ,der Massenmörder Honecker war einer .... usw ... usw....

  • Lustig die Kommentare hier:
    Leute wundern sich das Krieg töten heißt.
    Ja auch Zivilisten und Kinder.... aber schauen wir mal der 2 Weltkrieg hat 60 Mio Menschen das Leben gekostet + 6 Mio durch die Massenvernichtung der Nazis. Von solchen Zahlen ist der Krieg in Irak und Afghanistan noch weit entfernt.

    Schauen wir uns die Kehrseite an.
    Das es Al Kaida gibt wird wohl keiner mehr bezweifeln wollen. Und die radikalen Taliban die gibt es auch. Mit guten Worten hat man es ja versucht, zumindest bei den gemässigten Taliban. Das hat nicht geholfen. Also stellt ich die Frage "Krieg als letzter Ausweg"

    - Wann darf ich den Befehl zum Krieg geben.

    Zu glauben, ein Präsident wie Obama macht es sich da einfach, das ist IRRE.
    Bei G.W. Bush würde ich schon eher denken das ihm Kinder egal sind, und Krieg ist nun mal Krieg bei ihm.

    Bei Obama kann ich mir durchaus ein schlechtes Gewissen vorstellen.
    Nur was nutzt es ihm? Wenn er den Terror los werden will, welche Wahl hat er?

    Die andere Möglichkeit ist, wir hören auf den Terror zu bekämpfen, lassen die AL Kaida und die Taliban gewähren und nehmen Anschläge in USA und Europa als gegeben hin. Tote gibt es dann nicht mehr im Ausland, sondern direkt hier vor ihrer Haustür. Ach; das wollen Sie aber auch nicht das die Kinder ihres Nachbarn beim Einkaufen von einer Bombe zerfetzt werden. Das ist ja Alltag im Irak und in Afghanistan das man sich nicht sicher sein kann ob man heute noch überlebt, weil ein irrer Selbstmordattentäter eine Bombe zündet, weil er an die Story mit den 70 Jungfrauen glaubt.

    Ja aber das währe die Wahl wir holen uns den Krieg dann ins eigene Land??

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