Obamas State of the Union „Soll es nur ganz wenigen spektakulär gut gehen?“

Höhere Steuern für Reiche, Erleichterungen für die Mittelschicht, Kampf gegen IS: US-Präsident Obama zeigte sich in seiner Rede an die Nation kämpferisch. Das Signal an seine Gegner: Hier ist keine lahme Ente am Werk.
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„Heute schlagen wir ein neues Kapitel auf“

SeattleMit versteinertem Gesicht saß er da, rechts hinter dem Präsidenten, immer im Bild der TV-Kameras. John Boehner, Sprecher der republikanischen Mehrheit im Repräsentantenhaus. Er wusste, was jetzt kommen wird.

An diesem Abend war Barack Obama kein Präsident. Am Dienstag war er Demokrat, Familienvater und ganz der alte, süffisante Wahlkämpfer. Mit einer scharfen politischen Rede zur Lage der Nation legte er den Grundstein für die Politik der kommenden 22 Monate auf dem Weg zur Präsidentschaftswahl in den USA.

Und Obama wollte sicherstellen, dass auch jeder mitbekommt, was er zu sagen hat und dass er was zu sagen hat. Erstmals überhaupt veröffentlichte das Weiße Haus den kompletten Redetext seiner sechsten Ansprache zur Lage der Nation zehn Minuten vor Beginn. Jedermann sollte seine Ausführungen mitlesen können. Im Wohnzimmer auf dem TV-Schirm, das Tablet auf dem Schoß oder das Smartphone in der Hand. Obama ist präsenter denn je.

Mit dem Vorschlaghammer bläute er den amerikanischen Bürgern an diesem Abend ein, welche Partei sich seiner Meinung nach um ihre Belange kümmert,  kümmern wird und immer gekümmert hat: die Demokraten.

Er will Steuerschlupflöcher für Superreiche schließen, bezahlten Urlaub im Krankheitsfall einführen und freie College-Erziehung. Er will Arbeitsplätze aus China zurückholen und einen Mann auf dem Mars. Er kämpft für Cybersecurity und die Öffnung nach Kuba. Er wird Gesetzesvorlagen zum Klimaschutz einbringen und hat eine Teilamnestie für Illegale angekündigt. Alles Vorhaben, von denen er weiß, dass die Republikaner sie nie schlucken werden. Aber er will, dass sich die Wähler des Mittelstands 2016 daran erinnern, wer sie damals abgewürgt hat. Tipp: Er war es nicht.

Bei einem aber hat er eine faire Chance, die Zustimmung der Opposition zu bekommen: Er will vom Kongress die Ermächtigung einholen, mit Gewalt gegen die Terrorgruppe IS vorzugehen. Im republikanischen Lager herrscht seit langem die Meinung vor, dass nur eine harte Gangart den Terror wird stoppen können.

Obama, der noch zwei Jahre Präsident ist und nicht mehr wiedergewählt werden kann, nutzt dabei geschickt eine für ihn so positive Gesamtlage wie lange nicht mehr. Die Ölpreise, und damit Benzinpreise, sind auf dem tiefsten Stand seit Jahren. Das hat eine Wirkung wie eine Gehaltserhöhung für Millionen Amerikaner. Zuletzt wurden zudem so viele Arbeitsplätze geschaffen wie seit 1999 nicht mehr. „Die Schatten der Krise sind verschwunden“, so Obama. „Die Nation steht stark da.“ Jetzt musste auch Boehner klatschen.

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10 Kommentare zu "Obamas State of the Union: „Soll es nur ganz wenigen spektakulär gut gehen?“"

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  • Kann mir richtig vorstellen, dass die reiche US-Kaste entspannt grinst:
    Es bleibt weiterhin alles so, wie es seit SECHS Jahren gelaufen ist.

  • Die lahme Ente
    Hoehere Steuern fuer Reiche (Kapitalertragssteuer), freie Unis und Klimaerwaermung ist mit einen republikanischen Senat und und Congress nicht zu machen. Das muesste selbst Obama wissen.
    Er hatte jede Menge Zeit diese Ideen umzusetzen, die Demokraten hatten naemlich jahrelange beide Haueser und die Praesidentschaft. Was ist passiert? Absolut nichts! Ausser natuerlich Obamacare was die Versicherungsprofite in die Hoehe getrieben hat und Krankenversicherung fuer den Mittelstand unerschwinglich gemacht hat. Genau deshalb haben die Demokraten naemlich letzten November den Senat verloren.
    Der US Wirtschaft geht es zur Zeit etwas besser, nicht wegen Obama sondern trotz Obama. Nicht das die Republikaner besser waeren, die sind einfach zu kriegslustig. Man erinnere sich nur an die katastrophale Bush jr. Praesidentschaft mit 2 Kriegen und totalem wirtschaftlichem Chaos.

  • Nicht umsonst trägt 0-bama die Null in seinem Namen.

  • @ Herr Peter Aue

    Die Medien haben es in der Hand, die große Masse der Bevölkerung zu lenken. Auf diese Rolle wies schon der Begründer der Massenpsychologie Le Bon hin. Laut le Bon bevorzugt die Masse die pure Behauptung ohne jeden Beweis.

    Wenn solche Behauptungen dann noch oft wiederholt werden, so setzen sie sich in der Massenseele als fester Lebensbestandteil fest.

    Der Manipulation durch die Lügenmedien ist von der Psychologie daher Tür und Tor geöffnet.
    Man muss nur eine entsprechend große Medienmacht besitzen, schon lässt sich die Meinungsbildung eines ganzen Volkes beeinflussen!

    Die Manipulation beruht damit zum wesentlichen Teil auf der ständigen Wiederholung von Botschaften ( Lügen ), welche sich in der Bevölkerung festsetzen sollen.

    Je freier die verbreiteten Nachrichten von logisch, rationellen Inhalten sind, umso schneller werden sie von der Masse angenommen. Le Bon meinte, dass die geschickten Manipulationen sich so ausdrücken müssen, dass nur Emotionen angeregt werden. In der Masse verbreiten sich diese Gefühle sehr stark, weshalb die beteiligten Menschen nur noch in eine Richtung überhaupt denken können.

    Medien lenken massiv die Stimmung der Menschen zu vielen Themen im Interesse der Medieneigentümer!

    Da sollte man sich mal die Frage stellen, wem gehören eigentlich die Medien?

    Die Antwort finden Sie im "Schuldgeldsystem" der internationalen Bankster.

  • Obama und Stärke?

    Leben wir in einer medialen Matrix?

    Die Systemmedien dulden keine Wahrheit wie es Morpheus im gleichnamigen Film ausführte:
    "Die Matrix ist die Welt die über deine Augen gestülpt wurde, damit du blind für die Wahrheit bist."

    Man mag es kaum glauben, aber es stimmt: Die Amerikaner stehen inzwischen mit fast 60 000 Milliarden Dollar in der Kreide!

    Genau genommen sind es 59400 Mrd. Dollar, wenn man Staatsschulden, Firmenschulden, Hypotheken und Verbraucherschulden addiert.

    Eine Summe, die sich jeder Beschreibung entzieht!

    Hätten Sie beispielsweise zur Zeit Jesu gelebt und hätten seitdem an jedem einzelnen Tag 80 Mio. Dollar ausgegeben, wären Sie noch immer nicht bei 59400 Mrd. Dollar!

    Die USA sind pleite und ihre Weltwährung Dollar am Ende. Aber Sie kennen das sicherlich aus dem Tierreich: Ein angeschossenes Raubtier ist besonders gefährlich und vor allem in seinen Reaktion unberechenbar. Und genauso schätze ich die USA in der aktuellen Krisenlage ein.

    Washington hat den Countdown zum 3. Weltkrieg eingeläutet und die EU scheint an Bord zu sein.

    Russland und China auf dem Weg, sich vom Dollar zu befreien?

    Wenn sie damit Erfolg haben, bedeutet es den Todesstoß für die globale Vormachtstellung Amerikas bzw. der privaten FED-Bankster!

    Seit dem 2. Weltkrieg wird der Handel mit Erdöl gezwungenermassen in privaten Fed-Dollar fakturiert, was der Rest der Welt ( Dank US Army oder besser FED Army ) so hinzunehmen hat.

    Wer sein Öl nicht gegen FED-Dollar, sondern gegen Euro verkaufen will, wird von den Bilderbergmedien zum "Terroristen" erklärt ( Saddam Hussein , Hugo Chavez, Gaddafi, Ahmadinedschad, Russland ) und von der Nato "befreit".

    In Washington sitzen Entscheider, die – fälschlicherweise – glauben, ein Atomkrieg sei zu gewinnen. Für sie ist ein Atomkrieg ein Mittel, mit dem sich verhindern ließe, dass Russland und China Amerikas Weltherrschaft infrage stellen.

  • Was machte Obama also?
    Er kündigte lediglich an, wie er mit den neuen Mehrheitsverhältnissen klarzukommen gedenkt, die ja so neu nun auch nicht sind.
    Und immerhin: selbst Boehner hat geklatscht^^...

  • Hier sieht man, was eigentlich mit dem Begriff "Lügenpresse" gemeint ist: es ist das Vernebeln von Tatsachen, das Fabrizieren von Narrativen, um die Medienkonsumenten bei der Stange zu halten und nicht auf zusätzliche, vorhandene Information zu rekurrieren, die das gezeichnete Bild völlig unstimmig werden läßt. ShadowStats, ZeroHedge, etc... da gibt es spannende Information. Z.B., daß Obamacare für den Anstieg des BIPs in den USA verantwortlich ist. Daß der Warenkorb zur Berechnung der Inflationsrate ziemlich getürkt ist (hedonische Inflation, Neu"berechnung", Austausch von "Waren"); daß die Quote der Erwerbstätigen an der Gesamtbevölkerung bedenklich zurückgeht; daß diejenigen, die von Lebensmittelmarken abhängen, steigt; daß die Schuldenlast immer größer wird... Und dann fragt sich der wirklich Interessierte, was denn da tatsächlich abgeht. Und dann ist es naheliegend, sich die FED anzuschauen, was mit dem gedruckten Geld passiert, was es anrichtet, und wie sich die superreichen Oligarchen immer mehr bedienen können. Aber halt: jetzt bin ich natürlich schon Verschwörungstheorien aufgesessen. Schön den Mainstream glauben und den hier verbreiteten Narrativen. Und alles wird gut! Wirklich! Man muß nur GLAUBEN! Glauben an die Glaubwürdigkeit der Politiker. Das eigene Schicksal schön in deren Hand legen. Dann wird alles gut! War immer so! Die Geschichtsbücher quellen über von solchen Stories...

  • Erstaunlich, daß es möglich ist, daß der Hauptverantwortliche in seiner zweiten Amstzeit daherschwätzen kann, als wäre er Kandidat und die Medien tun doch tatsächlich so, als ob das ernstzunehmen und nicht eine einzige Stimmviehver.rschung wäre.

    So wie bei allem mit zehn bis fünfzehn Jahren Verspätung, dürfen diese neuen Minusrekorde an geistigem Niveau für das Stimmvieh auch in der OMF-BRD erwartet werden.
    Falls es bis dahin dieses Regime noch geben sollte.

  • Obama ist ein reiner Schwätzer!
    30.000.000 Amis bekommen täglich Essenmarken. Die Mittelschicht braucht mittlerweile z.T. 2 Jobs zum überleben. Das ignoriert Banana Obama!

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich und achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

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