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Oberstes US-Gericht Professorin beschuldigt Supreme-Court-Kandidat Kavanaugh des sexuellen Übergriffs

Der Kandidat für den Obersten US-Gerichtshof muss sich Vorwürfen sexuellen Fehlverhaltens aus seiner Schulzeit stellen. Demokraten versuchen nun, eine erste Abstimmung zu verhindern.
Update: 17.09.2018 - 04:58 Uhr Kommentieren
Donald Trumps Kandidat für den US-Supreme Court Brett Kavanaugh Quelle: AP
USA

Donald Trumps Kandidat für den US-Supreme Court Brett Kavanaugh

(Foto: AP)

WashingtonBrett Kavanaugh ist Donald Trumps Wahl für den freigewordenen Richtersitz am US Supreme Court. Doch der konservative Jurist hat viele Gegner, vor allem bei den Demokraten. Kommende Woche soll es im Senat zu einer ersten Abstimmung des Kandidaten kommen. Nachdem eine US-Professorin Kavanaugh nun in einem Brief sexuelles Vergehen vorwirft, fordern Demokraten eine Verschiebung.

Während die Vorwürfe durch einen Bericht der Zeitschrift „The New Yorker“ vergangene Woche zunächst ohne einen Namen der Frau publik wurden, hat sich die Betroffene am Sonntag direkt zu Wort gemeldet.

Die Professorin Christine Blasey Ford sagte der „Washington Post“, der Zwischenfall habe sich in den frühen 80er Jahren ereignet, als sie und Kavanaugh noch Jugendliche waren. Ford hatte ihre Erlebnisse zuvor in einem Brief an die Demokraten geschildert, der mit dem Hinweis auf ihre Anonymität an das FBI weitergegeben worden war.

Ford beschuldigt darin Kavanaugh und einen Mitstudenten, sie während einer Party in Maryland in einem Schlafzimmer festgehalten zu haben. Beide Männer seien betrunken gewesen. Der Freund habe zugesehen, wie Kavanaugh sie aufs Bett gedrückt und versucht habe, ihr die Kleider auszuziehen. Als Ford sich wehren und schreien wollte, habe Kavanaugh ihr den Mund zugehalten.

Die heute 51-jährige Forschungspsychologin aus Nordkalifornien sagte dem US-Blatt: „Ich hatte Angst, er könnte mich versehentlich töten.“ Sie habe erst entkommen können, als der Freund dazu gesprungen sei und alle zu Boden geworfen wurden.

Ford erklärte, sie habe danach nie über das Erlebte gesprochen. Ihrem Ehemann habe sie erst während einer Paartherapie 2012 davon erzählt. Auf den Rat ihrer Anwältin Debra Katz hatte Ford Anfang August bei einem ehemaligen FBI-Agenten einen Lügendetektortest gemacht. Die Ergebnisse, die Katz der Post zukommen ließ, kamen zu dem Schluss, dass Ford die Wahrheit sage.

Der 53 Jahre alte Kavanaugh bestreitet die Vorwürfe vehement. „Ich dementiere diesen Vorwurf kategorisch und eindeutig. Ich habe das nicht in der High School oder sonst irgendwann getan“, sagte Kavanaugh laut einer Mitteilung aus dem Weißen Haus.

Ein Sprecher von Chuck Grassley, dem Vorsitzenden des Justizgremiums im Senat, erklärte, Kavanaugh sei bereits mehrfach befragt und vom FBI durchleuchtet worden. Die Demokratin Dianne Feinstein, ranghöchstes Mitglied ihrer Partei in dem Ausschuss, habe schon seit Ende Juni von den Vorwürfen gewusst und das Anliegen schon früher dem Gremium vorlegen können. „Das Ganze wirft eine Menge Fragen über Taktiken und Motive der Demokraten auf“.

Der demokratische Fraktionsvorsitzende im Senat, Chuck Schumer, forderte nach dem Bekanntwerden von Fords Aussage eine Verschiebung einer für Donnerstag angesetzten ersten Abstimmung. Der Justizausschuss des Senats will dann entscheiden, ob er dem Senat empfiehlt, Kavanaugh zu bestätigen. Zunächst müssten aber die schwerwiegenden Vorwürfe untersucht werden, erklärte Schumer.

Nach zahlreichen Oppositionspolitikern forderte mit Jeff Flake nun aber auch erstmals ein Republikaner, den Nominierungsprozess im Senat bis zur Klärung der Vorwürfe zu unterbrechen.

Der Druck lastet auf Demokraten wie Republikanern

Die republikanischen Senatorinnen Susan Colins aus Maine und Lisa Murkowski aus Alaska stehen zudem unter enormem Druck von Gruppen, die gegen die Personalie mobil machen. Hintergrund ist die Sorge von Aktivisten, dass Kavanaugh als Oberster Richter das Recht auf Abtreibung in den USA aushöhlen könnte.

Demokraten haben im Vorfeld bereits kritisiert, dass der Nominierungsprozess beschleunigt wurde und Dokumente, die sich auf Kavanaughs Zeit im Weißen Haus unter George W Bush beziehen, zurückgehalten wurden.

Die Republikaner versuchen, die Nominierung vor den Zwischenwahlen im November durchzusetzen - dann könnte ihre Senatsmehrheit in Gefahr sein. Supreme-Court-Richter sind in den USA hochpolitische Positionen.

Unterdessen haben ehemalige Mitschülerinnen Kavanaughs den 53-Jährigen verteidigt. Er habe Frauen immer mit Anstand und Respekt behandelt, schrieben sie in einen Brief, der von den Republikanern vor dem Justizausschuss des Senats veröffentlicht wurde.

Mit Material von AP

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