Occupy Wall Street US-Gewerkschaften stärken Proteste

Die Protestbewegung zieht mit Tausenden Demonstranten durch New York City - unterstützt von Gewerkschaften und demokratischen Politikern. Derweil haben sich in fast allen US-Großstädten ähnliche Gruppen formiert.
Update: 06.10.2011 - 10:04 Uhr 13 Kommentare

Massive Wall-Street-Proteste

New YorkTausende Demonstranten haben in New York gegen die Macht der Banken und die wachsende Ungleichheit in den USA protestiert. Begleitet von einem großen Polizeiaufgebot zog der Marsch am Mittwoch durch den Finanzdistrikt in Manhattan. In Sprechchören forderten die Demonstranten höhere Steuern für Konzerne und für Reiche und Reformen zugunsten ärmerer Schichten, der Bildung und der Umwelt. Sie trugen Plakate mit Aufschriften wie „Rettet unsere Republik“ und „Gleichheit, Demokratie, Revolution“. Die zumeist jungen Protestteilnehmer skandierten „Wir sind 99 Prozent“ und spielten damit auf das reichste Prozent der US-Bevölkerung an, von dem sie sich hintergangen fühlen. Nach Angaben aus Gewerkschaftskreisen beteiligten sich bis zu 12.000 Menschen an der Demonstration, die Polizei sprach von 5000 Teilnehmern. Rund zwölf Personen wurden den Behörden zufolge festgenommen, weil sie Polizeisperren durchbrechen wollten.

An den Demonstrationen beteiligen sich inzwischen der große Gewerkschaftsverband AFL-CIO, die Automobilgewerkschaft UAW, die Transportarbeitergewerkschaft TWU und viele Einzelgewerkschaften. Auch lokale Gruppen wie Vereinigungen von Krankenschwestern, Lehrern und anderen Berufsgruppen sind dabei. Ihren Anfang nahm die „Occupy Wall Street“-Bewegung vor gerade einmal drei Wochen, als Aktivisten im Zuccotti-Park unweit der Wall Street ein Protestcamp aufschlugen. In den vergangenen Tagen erhielt sie immer mehr Zulauf. Bereits am ersten Oktoberwochenende hatten sich in Los Angeles, Boston, Chicago und anderen Städten kleine Ableger der Wall-Street-Kritiker formiert.

Bereits Stunden vor der Demonstration versammelten sich am Mittwoch rund 2000 Menschen im New Yorker Zuccotti-Park zwischen Wall Street und World Trade Center. Am vergangenen Wochenende waren bei einem ähnlichen Protestmarsch auf der New Yorker Brooklyn Bridge mehr als 700 Menschen vorübergehend festgenommen worden. Die Brücke musste wegen der Kundgebung am Samstagnachmittag für mehrere Stunden gesperrt werden. Die genauen Ziele der heterogenen Gruppe, die sich unter dem Motto „Occupy Wall Street“ („Besetzt die Wall Street“) gefunden hat, sind unklar.

Demokratin ist „stolz“ auf die Bewegung
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13 Kommentare zu "Occupy Wall Street: Tausende „ausgeraubte“ US-Bürger gehen auf die Straße"

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  • Uiii, was macht denn jetzt unser vom Josef zum Joschka mutierter Soros Freund J.Fischer? Geht der jetzt auch wieder auf die Straße oder muss er erst um Erlaubnis fragen bei RWE,REWE, BMW und Frau Susanne Klatten?

  • lest auch die zusammenfassung unter
    http://www.steuerembargo.co.de/

  • in münchen kann man auch am Sa. mitmachen:

    http://15oktober-muenchen.de

    und dagegen demostrieren.

  • Immerhin interessant zu sehen, dass sich der Großspekulant Soros sofort an die Seite der neuen Protestbewegung gestellt hat. Seine Pläne und seine Motivationslage zu beleuchten wäre mal ein interessantes Beträtigungsfeld für investigativen Journalismus.

  • Als DDR-Bürger '89 "Wir sind das Volk" riefen, verstanden die Apparatschiks auch nur Bahnhof. Heute rufen Amerikaner "we are 99 percent" und die Verantwortlichen dort können sich auch keinen Reim darauf machen. Frei nach Gorbatschow wird die Geschichte jene Begriffstutzigen schon hinwegfegen. Hoffentlich friedlich...

    Aber ach, was schauen wir denn übern Teich? In Europa ist es nicht besser. Zurecht sagte Roman Herzog in einem Zeit-Interview am 22.09: "Im Grunde sind wir in Europa heute noch im Zustand Preußens im Jahre 1850. Die Kommission ist »Seine Majestät, der König von Preußen«, das Parlament darf nicken, und gelegentlich kommt der König und ist huldvoll."

    Doch hier gehen nur ein paar Verwirrte auf die Straße, die die Uhr zurückdrehen und die D-Mark wieder haben wollen. Wann erinnert sich unser Volk wieder daran, wer der Souverän ist?

  • Na ja, man hat es hier wahrscheinlich zu tun mit von bestimmten Kreisen der demokratischen Partei organisierten populitischen Gegenpositionen der rechtspopulistischen "teaparty" Bewegung. Wenn das in USA so weiter geht, werden wir eine tiefgehende Spaltung der Us-amerikanischen Gesellschaft erleben, ähnlich wie im 19. Jahrhundert pro und contra Sklavenwirtschaft in den konförderierten Südstaaten der Union.

  • hier gibts das auch. am 15.10. sind mehrere kundgebungen in großstädten geplant. leider ist es hier schwieriger, weil wir von amtsschimmeln und sesselfurzern getritzt werden und noch schiss in der hose haben wegen unserer gschmeidigen vergangenheit.

  • Ich kann den letzten Satz des Artikels nicht ganz nachvollziehen;die Ziele der Demonstranten wären unklar???
    Ich meine klarer geht`s nicht mehr!!! Die Menschen haben den Hals gestrichen voll von den Betrügereien ihrer Regierung und den dahinter versammelten, Kriegshetzenden und Menschenverachtenden Lobbyisten. Sie wollen Frieden und
    soziale Gerechtigkeit, ergo, eine Veränderung des derzeitigen Systems. Sie wollen keine belanglosen Floskeln
    über Frieden, Aufschwung etc. etc. welche sowieso gelogen sind, mehr hören!!!
    MfG

  • Wieso "ausgeraubt"?? Ausgeraubt! Und die Ziele? We want our money back - die Grossbetrügereien müssen aufhören - neue Regeln müssen her - g r u n d l e g e n d e Reformen des Finanzsystems sind angesagt! Ist das "Handelsblatt" schwer von Begriff?!

  • Bravo, das muss hier in unserem Land auch endlich passieren!!!!!

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