Ochi! Warum die Griechen so gerne „Nein“ sagen

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„Wir lassen uns nicht vom Ausland bevormunden.“

„Nein“ ist in Griechenland ein positiv besetzter Begriff, es gibt sogar einen  Nationalfeiertag, der „Ochi-Tag“ heißt – „Tag des Neins“. Seinen Ursprung hat der Feiertag in dem „Nein“, das der griechische Diktator Ioannis Metaxas 1940 seinem italienischen Konterpart Benito Mussolini entgegenschleuderte. Dieser hatte ihn zuvor per Ultimatum und unter Kriegsdrohung aufgefordert, die neutrale Haltung im Zweiten Weltkrieg aufzugeben und der Errichtung italienischer Stützpunkte auf griechischem Boden zuzustimmen. Zwar führte Metaxas’ Nein zum Angriff Italiens auf Griechenland, doch war damit eine Geisteshaltung geboren die bis heute fortbesteht. „Wir lassen uns nicht vom Ausland bevormunden, auch wenn es unangenehm wird“ – so lässt sie sich am ehesten zusammenfassen.

Es ist noch nicht einmal ein Woche vorbei, seit Griechenland den „Ochi-Tag“ zum letzten Mal gefeiert hat. In diesem Jahr war es kein Freudenfest, sondern ein Tag an dem sich der Zorn auf die Politik in wüsten Beschimpfungen und Diffamierungen entlud. Die Stimmung war so geladen, dass Staatspräsident Karolos Papoulias erstmals nicht die traditionelle Feiertagsparade abnehmen konnte.

Merkel und Sarkozy werden auch diese Bilder vor Augen gehabt haben, als sie den griechischem Premier Giorgos Papandreou dazu gedrängt haben, die Abstimmung über die Rettung Griechenlands mit einer Abstimmung über den Verbleib in der Euro-Zone zu verknüpfen.

Sie wissen: Die starrköpfigen Griechen sind unberechenbar.

 

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8 Kommentare zu "Ochi!: Warum die Griechen so gerne „Nein“ sagen"

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  • So ist es! 10 000e Libyer haben für ein klein wenig mehr Freiheit ihr Leben geopfert. Die deutsche Regierung konnte dafür kein Verständnis aufbringen.

  • Es gibt noch eine Besonderheit: In Deutschland gibt es ein Querulantengesetz, das zur endgültigen Entmündigung führt.
    Eine Zwischenstufe ist die fehlende Prozeßfähigkeit aller Bundesbürger vor Landgerichten. Dort muß sich das Mündel, anders als in der Schweiz, von einem Anwalt vertreten lassen.
    Papandreou zeigte Demokratieverständnis, Merkel hat das ihm wieder ausgetrieben.

    Wir brauchen einen Michael-Kohlhaas-Tag!

    http://www.locus24.de/psy-0006.html

  • Die Griechen haben gelügen, oder die Regierung? Können Sie persönlich wissen, ob die Angaben Ihres Landes echt sind? Glauben Sie, dass es ein geheimes Referendum für die Verfälschung der Statistiken gab?

    Ich habe hundertmals gegen meiner Politiker demonstriert und keiner sitzt vor Gericht. Die Gesetze sind so gemacht, dass es sehr schwer ist! Wieso kann ich mein Land verändern, wenn nach dem griechischen Wahlgesetz die erste Partei mit nur 30% der Stimmen die 51% der Sitzen bekommt? Vor den Wahlen hat Papandreou ein Kampf gegen die Korruption versprochen. Das gleich hat auch der Vorheriger versprochen. Sie machten aber nichts dagegen.

    Ich glaube, dass nur wenn die erste zwei Parteien (Sozialdemokraten und Christdemokraten) nichts mehr die Wahlen gewinnen, könnte Griechenland eine Hoffnung haben. Ich hoffe, dass die Krise das bringt.

    Die Antwort auf eine schlechte Demokratie ist nicht keine Demokratie, sondern mehr und bessere Demokratie.

  • Wenn die Grichen so die Demokratie lieben und ihre Unabhängikeit. Dann hätten sie uns alle nicht beim Eintritt in die Eurozone belügen dürfen.

  • Erstens ist es kein 100 Mrd-Geschenk sondern viel weniger, denn die Banken haben bereits einen grossen teil ihrer Forderungen an die EZB weitergereicht. Und die EZB verzichtet nicht!
    Zweitens wäre Griechenland auch nach dem kleinen Schuldenschnitt immer noch zu hoch verschuldet.
    Und drittens würden die Griechen im Falle eines Bankrott erst einmal gar nichts mehr zahlen, dann neu verhandeln und wahrscheinlich einen Schuldenerlasse von 95% erzielen und nicht 15% wie heute.
    Und viertens kann man im Falle eines Bankrotts v.a. den Leviathan Staat (der griechische Leviathan ist im Vergleich noch zweimal groesser als der deutsche) viele staerker verkleinern.
    Ergo: Als Grieche wuerde ich auch mit NEIN stimmen.

  • An die HB-Redaktion:

    Wer hat diesen Artikel zu verantworten? Wie kann man das "Nein" gegen das fschistische Mussolini-Regime in einem atemzug mit der jetzigen Staatsschuldenkrise nennen? Sind sie vom HB der Auffassung, das damlige "Nein" gegen Mussolini sei etwa unberechtigt gewesen. Ich denke, mit diesem Artikel wurde eine Grenze überschritten. Es käme auch keiner auf die Idee, das heutige teilweise unverständliche Verhalten Israels in der Siedlungspolitik mit irgend welchen historischen Vergleichen ins Lächerliche zu ziehen. Dieser Artikel ist beschämend und geschmacklos.

  • Ich als Grieche, der u. a. in Deutschland studierte, damit ich genug "rational" sein, um Demokratie von Reichtum vorzuziehen, gebe ich Ihnen Recht.

    Ich finde gar keinen Grund, ein Sklave der Banken zu sein. Ich bevorzüge arm zu sein und dabei eine Demokratie zu haben. Mein familiäres Einkommen ist ohnehin auf 85% seit dem letzten Jahr versunken (und ich war Mittelklasse). Ich habe nichts mehr zu fürchten. Ich will nur die korrupte Elite meines Landes ins Gericht.

    Ich hoffe, dass das Referendum echt stattfindet und wir Griechen NEIN sagen, mit der Hoffnung, dass es der Anfang einer Demokratischer Zeit in der EU sein würde. Wir lieben Europa, wenn Europa "Europa" ist. Demokratie, Humanismus...

  • Ich freu mich auf das "NEIN" der Griechen. Dann kommt die Eurozone wenigstens schön auf's Glatteis... dann wird die Diktatur der EU-Kommission in der neuen EUSSR zuverlässig verhindert, indem die Eurozone kollabiert. Das sollte einem die Freiheit schon wert sein! Nieder mit diesen größenwahnsinnigen, überheblichen "politischen Projekten" einer Kleinstelite, die gnadenlose auf Kosten der europäischen Nationen unbändig Macht anhäuft, und nur ihre Nomenklatura füttern will und den persönlichen Machtehrgeiz befriedigen. Damit ist Europa auf dem Holzweg!
    Den Griechen bei einem "NEIN" überall zu Dank verpflichtet, sollte deren Freiheitswillen ein leuchtendes Vorbild sein!

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