Öl-Ersatzlieferungen Iran droht Golfstaaten

Noch im Januar will die EU ein Ölembargo gegen Iran beschließen. Zunächst hatte der Iran darauf mit Gelassenheit reagiert. Nun fürchtet Teheran jedoch, von den anderen Golfstaaten als Öllieferant verdrängt zu werden.
Update: 15.01.2012 - 13:41 Uhr 10 Kommentare
Ein iranischer Wachmann vor dem petrochemischen Komplex Mahshahr im Südwesten des Iran. Quelle: dpa

Ein iranischer Wachmann vor dem petrochemischen Komplex Mahshahr im Südwesten des Iran.

(Foto: dpa)

TeheranAngesichts des geplanten EU-Ölembargos gegen den Iran hat Teheran die Golfstaaten mit deutlichen Worten vor Ersatzlieferungen gewarnt. Sollten die arabischen Ölproduzenten durch das Embargo entstehende
Lieferausfälle ausgleichen, könne dies zu unvorhersehbaren Konsequenzen führen, sagte der iranische Botschafter bei der Organisation Erdöl exportierender Länder OPEC, Mohammed Ali Chatibi, nach einem Zeitungsbericht vom Sonntag.

Die EU will beim nächsten EU-Außenministertreffen Ende des Monats über einen Stopp von Öleinfuhren aus dem Iran entscheiden. Neue Sanktionen der USA drohen auch ausländischen Firmen Strafen an, wenn sie Geschäfte mit der iranischen Zentralbank machen. Diese wickelt aber nahezu den gesamten Ölexport aus dem Iran ab. Der Iran bezieht 70 Prozent seiner Einkünfte aus dem Ölexport. Im Falle von Sanktionen könnte der Lieferausfall durch Öl aus Saudi-Arabien oder den Vereinigten Arabischen Emiraten gedeckt werden „Wenn sie das machen, würden wir dies als unfreundlichen Akt ansehen, und sie sollen wissen, dass die Konsequenzen daraus unvorhersehbar wären“, warnte Chatibi in der iranischen Tageszeitung „Schark“, ohne weitere Details zu nennen. Die Golfstaaten sollten „weise“ entscheiden und sich auf keine Abenteuer einlassen, sagte er.

Die iranische Führung hatte wegen des Streits um ihr Atomprogramm und der damit verbundenen Sanktionen kürzlich gedroht, die Straße von Hormus für Öltransporte zu blockieren. Die Meerenge von Hormus liegt zwischen dem Iran und dem Oman. Davon wären alle Öl exportierenden Golfstaaten betroffen. Durch die Straße von Hormus gehen rund 40 Prozent des weltweit auf dem Seeweg transportierten Öls. Das Golfemirat Abu Dhabi kündigte an, bis zum Frühsommer eine Ölleitung fertigstellen zu wollen, mit der es die Straße von Hormus umgehen kann.

USA fürchten israelischen Überraschungsangriff auf Iran
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Öl-Ersatzlieferungen - Iran droht Golfstaaten

10 Kommentare zu "Öl-Ersatzlieferungen: Iran droht Golfstaaten"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Sollten die arabischen Ölproduzenten durch das Embargo entstehende
    Lieferausfälle ausgleichen, könne dies zu unvorhersehbaren Konsequenzen führen.
    Wenn das keine Drohung ist , was ist in ihren Augen dann eine ?

  • AW auf: 15.01.2012, 13:10 Uhr Energieelite
    Der Iran bemüht sich nicht gerade die Lage zu entschärfen
    WIR SING, WAS? ERZEUGEN SPANNUNG, DIE ENTSCHÄRFUNG ÜBERLASSEN WIR DER GEGENSEITE. Nun, die Zeiten sind vorbei.Kommen und wegnehmen und das auch noch Entwicklungshilfe nennen, das gibs nicht mehr. Glaubt mir. ẞ

  • AW auf:15.01.2012, 16:45 Uhr
    Energieelite Wir sollten was anderes schicken , etwas das dieses Problem ein für allemal löst !
    WAS zB? Das was wir wollen, ist Erdöl. Solcher Mass, dass die Mullahs ihren eigenen Energiebedarf durch Einkäufe bei uns decken mussten. Also das ist unser Problem. Was sollen wir denn schicken? Ha?

  • Iran droht Golfstaaten?
    Iran an Golfstaaten: Nicht mit EU-Abenteurern kooperieren
    also eher ein brüderlicher Rat. wo ist bitt schön die Drohung? man kann doch mit einander reden. Oder? Im Fall Embargo wird die Straße dicht. das weis selbst der Intelligenteste Medienkonsument. Nun, soll man nicht lieber vorher bescheid geben? Lasst euch auf kein Abenteuer ein. Da is real EU angesprochen. Aber wir - Eu Länder - dürfen eine eigene Meinung haben, zwar, aber danach handeln? Nein das ist uns längs aus dem Kopf geschlagen worden.

  • Die Reise der Inspektoren wirkt in Bezug zu diesen Nachrichten überflüssig !
    Wir sollten was anderes schicken , etwas das dieses Problem ein für allemal löst !

  • Iran-Konflikt: "Alle Optionen müssen auf dem Tisch sein"
    15.01.2012 | 15:57 | (DiePresse.com)
    Die USA sind besorgt wegen eines möglichen Angriffs Israels gegen den Iran. Auch Großbritannien schließt ein militärisches Eingreifen nicht aus.

  • Und wenn mal als Präsident Krieg führt während man Wahlkampf macht wird man auch gern mal eher wieder gewählt.

  • Ist eigentlich die Wahrscheinlichkeit höher als kriegführender Präsident wieder gewählt zu werden als als nicht kriegführender ?

  • Und damit hat sich der Kreis der Verbündeten wesentlich vergrößert die dem Iran die Atompläne "ausreden " wollen .

  • Auf gut Deutsch : Verkauft ihr den "Ungläubigen" mehr Öl als zuvor bekommt ihr was aufs maul !
    Der Iran bemüht sich nicht gerade die Lage zu entschärfen , im gegenteil , ihm geht es um Provokation und Eskalation .

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%