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Öl-Exporte Das süße Öl der Mullahs

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Indien, Russland und China machen nicht mit

"Eine Frage der Sicherheit für die ganze Welt"

Indien, das bisher 400.000 Fass persisches Öl pro Tag kauft, bekräftigte, sich einem EU-Ölembargo nicht anzuschließen: "Wir akzeptieren UN-Sanktionen, aber Sanktionen anderer Staaten gelten nicht für uns", sagte Indiens Außenminister Ranjan Mathai vorige Woche: "Wir kaufen weiter iranisches Öl." Auch Südkorea, fünftgrößter Ölkunde Irans, hat bisher einen Kaufstop ausgeschlossen - wie China.

Russlands Ölkonzern Tatneft hat sogar Mitte Dezember noch einen Vertrag über Investitionen in Irans Ölförderung geschlossen - obwohl EU und USA nun auch Benzinlieferungen, Investitionen und Anlagenverkäufe an Irans Energiewirtschaft verbieten. Und über die russische Gazprombank wird nach Handelsblatt-Informationen auch der Zahlungsverkehr für Irans Öllieferungen nach Indien abgewickelt - nachdem die EU die in Hamburg ansässige Europäisch-Iranische Handelsbank EIH auf die Sanktionsliste gesetzt und ein dafür eingerichtetes Bundesbank-Konto geschlossen hatte.

Doch auch für Europa wird es schwer, den als Druckmittel gegen Irans Atomprogramm beschlossenen Boykott umzusetzen. Wegen der hohen Abhängigkeit wollte vor allem Griechenland den Schritt erst ab Oktober umsetzen.

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy versuchte indes sogar den 1.Mai als Beginn des Ölembargos zu erreichen. Denn Europa müsse "alles tun, um einen Militäreinsatz zu vermeiden", spielte er auf israelische Drohungen mit einem Militärschlag gegen Irans Atomanlagen an.

Einerseits ist es ganz einfach, Ersatz für iranisches Öl zu bekommen: Saudi-Arabien, der größte Opec-Produzent, hat bereits Hilfe zugesagt. Riad könnte seine Ölförderung vom derzeitigen Rekordhoch von 9,8 Millionen Barrel pro Tag sofort auf 11,4 bis 11,8 Millionen hochfahren, sagte Ölminister Ali al-Naimi. Binnen weniger Monate könnte Saudi-Arabiens Ausstoß dann auf das Niveau der vollen Produktionskapazität von 12,5 Millionen Fass am Tag steigen, meinten die Ölexperten von Wood Mackenzie.

"Saudi-Arabien hat ganz klar die Möglichkeiten zur deutlichen Fördererhöhung", so Leo Drollas, Chefökonom des Centers for Global Energy Studies (CGES). Doch unklar sei, ob die Saudis bis zum Anschlag pumpen wollten oder - wie bislang immer - eine Rest-Reserve nach oben ließen. Allerdings steigt derzeit auch Libyens Ölproduktion wieder schnell an und auch Kuwait sowie die Vereinigten Arabischen Emirate verfügen noch über genügend freie Kapazitäten.

Raffinerien müssen nachrüsten
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31 Kommentare zu "Öl-Exporte: Das süße Öl der Mullahs"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Damit die Welt in Frieden leben kann müssen die kapitalistischen Blutsauger USA und Israel verschwinden

  • solar auf dem Dach und Pellets im Ofen
    Öffi & Fahrad -ganz einfach
    .
    alles selbstgemachte Leiden mit der Ölanbeterei!

  • Es soll den Iran treffen, aber für Europa selbst ist das Öl-Embargo nur schwer zu verkraften.
    ------
    Wenn der Schuss nicht mal nach hinten los geht.
    Dann könnte es heissen:
    "Wer zuletzt lacht,lacht am besten."
    Ein verdammt gefährliches Spiel. Wer zieht da die letzte Trumpfkarte?

  • Mit nem kalten Hintern zu Hause und als Alternative ein bißchen Warmluft in einer Einkaufscenter-Passage ist das bestimmt nicht der wahre Jakob! Das heißt, wir haben keine Chance gegen die Öl-Mafia und schon garnicht gegen unsere Besten im Lande, unsere Politiker, die nur das Beste für das Volk wollen, vor allem das Beste für sich und lediglich unser Bares. Verbessern können diese Taugenichtse nichts, aber wie wir es mit Zuversicht tragen können erzählen die uns besser als unsere Frömmler, die noch mit Seelenheil kommen. Nach wie vor tiefstes Mittelalter, also, rette sich wer kann. Oder, schärft schon mal den Galgen.

  • Wieviel Geld wir an der Tankstelle lassen entscheiden wir selbst. Keiner zwingt uns zu tanken, keiner zwingt uns große Autos zu fahren oder gar Spritfresser. WIR nur WIR allein bestimmen durch unser Kaufverhalten den Benzinpreis. Tankt nicht, dann beutet der Staat Euch auch nicht an der Zapfsäule aus; wir brauchen kein Embargo gegen Iran und eine Sperrung der Straße von Hormus juckt uns nicht. Und überhaupt sind ja sowieso alle Kriege im Nahen Osten nur wegen des Öls enstanden (sagen hier so einige). Also: Schluß mit der Vieltankerei. Kauft euch einen 3 Liter Diesel wenn ihr unbedingt Auto fahren müsst und nehmt öfter mal das Fahhrrad. Und wenn ihr täglich weit zur Arbeit fahren müsst, dann zieht halt um. Und wenn ihr nicht umziehen wollt, und lieber viel Auto fahren wollt, dann schämt Euch wenigstens weil IHR mit eurem Egoismus immer wieder den Benzinpreis in Rekordhöhen jagt....

  • [email protected] KLaus

    wie kommen Sie zu dieser interessanten Sichtweise?

  • Naja so bekommen die USA und die EU doch noch ihren Krieg mit dem Iran. Der Iran wird sich das Embargo eine Weile ansehen und dann die Straße von Hormus dicht machen. Was danach kommt kennen wir ja schon. Die USA schmieden eine Allianz der willigen und werden ganz den Wünschen Israels entsprechend am Golf einmarschieren.

  • Schließe mich an...Europa schießt sich mal wieder ins eigene Bein und der Rest der Welt nutzt lachend die Dummheit unserer politischen "Elite", um wieder ein gutes Stück aufzuholen. Selbst wenn das Embargo wieder aufgehoben wird, die neue Kundschaft, die sich der Iran jetzt notwendigerweise Weise suchen muss (wahrscheinlich muss er nicht mal suchen) , wird nicht wieder so einfach von der Bildfläche verschwinden und uns auch in Zukunft schön Konkurrenz machen im Wettbewerb um die Ressourcen der Welt!! Die Spinner von Möchtegern-Weltverbesserern in Berlin und Brüssel haben derzeit halt andere Prioritäten als die Zukunft Europas zu sichern: in erster Linie dafür zu sorgen, dass aus Deutschland genau so ein Sanierungsfall wird wie aus dem Rest dieses Leviathans, der sich EU schimpft...und sich für ihre schlechte bis miese Arbeit auch noch fürstlich entlohnen lassen!!

  • Die Dummheit kennt keine Grenzen. Auch hier in diesem Forum wird konsequent am Thema vorbeigequasselt. Der Iran tauscht keine Petrodollars gegen Waffenkäufe, das ist der einzige Punkt, der gewisse Kreisen in den Wertesten sticht. Ich empfehle den klügeren HB-Lesern, gelegentlich bei der Asia-Times vorbeizuschauen. Dort erfahren Sie, worum es eigentlich geht, z.B. hier: http://www.atimes.com/atimes/Middle_East/NA20Ak02.html

  • Teure Tankrechnung für Deutschlands Wanderarbeiter!!

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