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Iran

Der Iran bezieht 70 Prozent seiner Staatseinnahmen aus Ölexporten. Seit Trumps neuen Sanktionen sind die Exporte im Sinkflug.

(Foto: Reuters)

Ölexporte Über diese dunklen Kanäle will der Iran die US-Sanktionen umgehen

In Teheran kennt man einige Tricks, wie man die verschärften US-Sanktionen umgehen kann. Dabei geht es auch um Geisterschiffe und undurchsichtige Handelsplätze.
2 Kommentare

Berlin Donald Trump hat angesetzt, um dem Erzfeind Iran den finanziellen Todesstoß zu geben: Seit dem 1. Mai droht er allen Staaten mit Sanktionen, die weiter iranischen Öl kaufen. Der US-Präsident will sich zunutze machen, dass 70 Prozent der iranischen Staatseinnahmen aus Ölexporten kommen.

Trennen die USA den Iran tatsächlich von seinen Ölkunden, steht das Land vor dem Kollaps. Der Iran muss daher mit allen Mitteln versuchen, die Exporte aufrecht zu erhalten. Doch die Iraner sind an solche Machtspiele gewohnt, die Umgehung von Wirtschaftssanktionen ist quasi schon eingeübt.

So schalten die Öltanker der riesigen Staatsreederei IRISL schon einmal ihre Responder aus, mit denen sich die Routen der Schiffe verfolgen lassen. Sie fahren nun als „Geisterschiffe“.

Manchmal wird Öl auf mehrere Schiffe umgeladen oder in entlegenen Häfen zwischenzeitlich gelöscht und dann später weiter verschifft. In der Vergangenheit hat Teheran auch schon öfter seine Tanker umgeflaggt und Dokumente aus anderen Ländern verwendet, um die Herkunft der Schiffe zu verdecken.

Zudem hat Irans Vizeölminister Amir Hossein Zamaninia angekündigt, durch den Verkauf über Graumärkte die US-Sanktionen umgehen zu wollen. Das sei „kein Schmuggeln, sondern Gegenmaßnahme gegen nicht legitime Sanktionen“.

Sein Chef, Ölminister Bijan Namdar Zanganeh, drohte zugleich mit dem Auseinanderbrechen des Öl-Exportkartells Opec, dem Iran angehört. Sollte Saudi-Arabien einfach mit anderen Opec-Staaten ihre Ölförderung über die vereinbarten Quoten hinaus erhöhen, werde der Zusammenhalt im Kartell gesprengt, warnte Zanganeh im Gespräch mit Opec-Generalsekretär Mohammad Barkindo.

Ausgerechnet der Irak, wohin US-Außenminister Mike Pompeo am Dienstag überraschend geflogen war, hält indes an seiner Kooperation mit dem Nachbar Iran fest. Bagdad werde an den von der Opec zur Preisstabilisierung vereinbarten Ölfördermengen-Reduzierung festhalten, sagte ein Sprecher des Ölministeriums. Die USA wollen, dass Irak weniger Gas von Teheran kauft und stattdessen seine eigene Ölproduktion ausweitet.

Ölhandel über Mittelsmänner

Bereits nach Trumps erster Sanktionsdrohung baute der Iran eine eigene Ölbörse auf, über die der staatliche Ölkonzern NIOC Rohöl an private Händler im Inland verkaufen kann. Da dort in Rial gehandelt wird und der Rial zuletzt stark gefallen ist, können hier gute Geschäfte gemacht werden, wenn das Öl – auf welchen Wegen auch immer – auf dem Weltmarkt verkauft wird. Um die Mittelsmänner geheim zu halten, werden laut Naysan Rafati, Iran-Analyst bei der International Crisis Group, weder Käufer noch genaue Daten an der Iran Energy Exchange (IRENEX) getauften Börse veröffentlicht.

Angeblich läuft der Handel an der IRENEX bisher nicht gut: Mit 60 Dollar je Fass sollen die Erlöse deutlich unter dem Weltmarktpreis liegen. Außerdem sollen von der eine Million Barrel, die NIOC am 30. April an der Börse angeboten hat, nur 70.000 verkauft worden sein. Doch durch die nun verhängten harten Sanktionen könnte die IRENEX an Bedeutung gewinnen.

Die Öl-Großmacht Russland hat angekündigt, täglich mindestens 100.000 Barrel iranisches Öl zu kaufen. Nach Angaben des russischen Ölministeriums will Moskau das iranisch Rohöl mit russischen Maschinen und Lebensmitteln bezahlen. So soll der grenzüberscheitende Zahlungsverkehr vermieden werden.

Bereits 2017 hatte Russland ein Öl-für-Waren-Programm mit Iran vereinbart, um das unter dem Dollar-Problem leidende Land zu unterstützen. Geliefert wurden Ölpumpen und -rohre, Gasbohrgeräte, Metall- und Holzprodukte, Leder und Weizen. Die beiden Länder haben Öl-für-Waren-Geschäfte von umgerechnet etwa 20 Milliarden Dollar abgewickelt.

Auch die EU versucht, Öl zu beziehen ohne Geld zu überweisen: Möglich machen soll das die Anfang des Jahres von Deutschland, Frankreich und Großbritannien aufgebaute Instex-Plattform. Instex steht für „Instrument in Support of Trade Exchanges“ und ist eine Zweckgesellschaft zum Tauschhandel mit dem Iran. Sie sitzt im Pariser Finanzministerium und wird vom früheren Commerzbank-Manager Per Fischer geleitet. Allerdings ist Instex bisher noch immer nicht voll funktionsfähig.

„Die Situation im Iran ist brandgefährlich“

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2 Kommentare zu "Ölexporte: Über diese dunklen Kanäle will der Iran die US-Sanktionen umgehen"

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  • Ware gegen Ware - hört sich irgendwie nach Schwarzmarkt an!
    Interessant, dass ganze Länder und Kontinente solche Instrumente erarbeiten!

  • Die EU hat versprochen Mittel und Wege zu finden, damit europaeische Unternehmen ihre
    Verpflichtungen weiter erfuellen koennen. Was ist passiert? Nix!

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