Olympische Spiele Nordkorea schickt auch Orchester in den Süden

Der Norden und Süden Koreas nähern sich weiter an. Nachdem beide Staaten bereits vereinbart hatte, dass der Norden Sportler zu den Olympischen Spielen in den Süden schickt, soll nun auch ein Orchester entsandt werden.
Kommentieren
Kwon Hyok Bong (links), Chef der nordkoreanischen Delegation und Lee Woo-sung, Chef der südkoreanischen Delegation, bei ihrem Treffen in Tongilgak. Quelle: Reuters
Annäherung zwischen beiden Koreas

Kwon Hyok Bong (links), Chef der nordkoreanischen Delegation und Lee Woo-sung, Chef der südkoreanischen Delegation, bei ihrem Treffen in Tongilgak.

(Foto: Reuters)

SeoulNord- und Südkorea haben sich nach Angaben aus Seoul prinzipiell auf ein gemeinsames Frauen-Eishockeyteam bei den Olympischen Winterspielen geeinigt. Dies sei dem Internationalen Olympischen Komitee übermittelt worden, dessen Zustimmung dafür benötigt wird, erklärte der Sprecher des südkoreanischen Sportministeriums, Hwang Seong Un, am Montag. Es wäre das erste gemeinsame Olympiateam beider Staaten.

Bei einem Treffen im Grenzdorf Panmunjom am Montag verständigten sich beide Seiten auf die Entsendung einer 140-köpfigen nordkoreanischen Künstlertruppe zu den Spielen. Zu ihr zählen 80 Mitglieder eines Orchesters und 60 Sänger und Tänzer. Die Nordkoreaner sollen nach Angaben südkoreanischer Delegierter, die bei den Gesprächen anwesend waren, einmal in Seoul und einmal in Gangneung auftreten, wo einige Wettkämpfe ausgetragen werden. Beide Seiten vereinbarten für Mittwoch ein weiteres Arbeitstreffen in Panmunjom.

Sollten Sportler beider Nationen bei der Eröffnungsfeier gemeinsam einlaufen, geschähe dies unter einer „Vereinigungsflagge“, sagte der südkoreanische Sportminister Do Jong Hwang. Die Frage eines gemeinsamen Einlaufs zähle zu den Themen, über die am Samstag in der Schweiz mit dem IOC beraten werde, sagte Do am Montag.

Die nordkoreanische Band Moranbong wurde in der gemeinsamen Erklärung nach dem Treffen in Panmunjom nicht erwähnt. Zuvor war spekuliert worden, dass auch sie Teil der Delegation des Nordens sein könnte. Die Musikerinnen wurden vom nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un handverlesen. Seit ihrem Bühnendebüt 2012 ist die Band in ihrer Heimat überaus populär.

Vor den Gesprächen brachte Nordkorea seinen Unmut über Äußerungen des südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In zum Ausdruck. Dieser habe US-Präsident Donald Trump ein Verdienst daran zugesprochen, dass Nordkorea zu Gesprächen bereit sei, kritisierte die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA am Sonntag. „Sie sollen wissen, dass Züge und Busse, die unsere Delegation zu den Olympischen Spielen bringen, noch immer in Pjöngjang stehen“, meldete KCNA. Südkorea solle besser darüber nachdenken, welche Folgen das unhöfliche Verhalten haben werde.

Vergangene Woche war vereinbart worden, dass Pjöngjang eine Delegation aus staatlichen Vertretern, Athleten, Cheerleadern, Journalisten zu den Spielen vom 9. bis zum 25. Februar schickt. Es wurde geschätzt, dass die Delegation 400 bis 500 Personen umfassen werde.

  • ap
Startseite

Mehr zu: Olympische Spiele - Nordkorea schickt auch Orchester in den Süden

0 Kommentare zu "Olympische Spiele: Nordkorea schickt auch Orchester in den Süden"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%