Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Online-Kampagne für Frieden #JewsAndArabsRefuseToBeEnemies

Der Gaza-Konflikt tobt in den sozialen Netzwerken. Fotos von getöteten Kindern und Raketeneinschlägen fachen den Hass an. Doch nicht alle machen mit. „Wir wollen keine Feinde sein“, verkünden Muslime und Juden im Netz.
25.07.2014 - 16:53 Uhr Kommentieren
Mit Fotos wie diesem machen sich beim Kurznachrichtendienst Twitter Araber und Juden für Frieden im Nahen Osten stark.

Mit Fotos wie diesem machen sich beim Kurznachrichtendienst Twitter Araber und Juden für Frieden im Nahen Osten stark.

Tel Aviv Was ist die Sprache der Liebe? Die Journalistin Sulome Anderson und ihr Freund Jeremy können sich nicht entscheiden. Sie wollen es auch gar nicht. Deshalb sprechen sie einander in ihrer jeweiligen Landessprache an: Sulome nennt ihren Freund „Habibi“, er sie „Neshama“.

Hinter den exotischen Kosenamen steckt eine politische Botschaft. Denn Sulome ist libanesischer Abstammung. Jeremy dagegen ist Jude. Damit sind sie Teil zweier Kulturen, die sich fremd zu sein scheinen – und seit Jahrzehnten bekriegen. Dass es so nicht sein muss, wollte das Paar aller Welt demonstrieren. Dafür schossen sie ein Foto und veröffentlichten es auf Twitter und Facebook. Es zeigt sie bei einem Kuss, vor ihrer Brust hält Sulome ein Papier mit der Aufschrift: „Juden und Araber lehnen es ab, Feinde zu sein“.

Seit das Bild vor rund zwei Wochen online ging, haben zahlreiche Twitter-User es dem Paar nachgetan. Unter dem Hashtag #JewsAndArabsRefuseToBeEnemies zeigen sie, dass Krieg in Nahost nicht gleich eine persönliche Feindschaft bedeuten muss.

Muslimisch-jüdische Paare sind darunter, zum Beispiel ein Jude, der eine iranische Partnerin hat. Ein anderes Foto zeigt eine Familie: Vater, Mutter, ein gelocktes Kind. „Es gibt eine Alternative“, steht auf ihrem Papier. Und eine Frau schreibt: „Mutter Jüdin. Vater Palästinenser. Wir leiden in jedem Fall. Hass macht es schlimmer“.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Und Hass gibt es bei weitem genug, im Alltag und im Netz. Seit Beginn des jüngsten Gaza-Konfliktes Anfang Juli bekämpfe sich beide Seiten auch über die sozialen Medien. Die israelische Armee veröffentlicht Bilder von Waffenfunden oder twittert Grafiken, die darstellen sollen, wie Hamas-Kämpfer sich hinter Zivilisten verstecken. Palästinensische Aktivisten wiederum posten Bilder verstümmelter Kinder und zerstörter Gebäude. Bei allem Leid, das es tatsächlich in Gaza gibt, werden auch Fotos instrumentalisiert: Manche Opfer wurden nicht im umkämpften Gaza-Streifen aufgenommen, sondern zumeist in Syrien.

    Die jüdisch-muslimische Twitter-Kampagne will den Schreckensbildern etwas entgegensetzen: Liebe, Freundschaft, Vertrauen. So erzählt es Abraham Gutman, der den Hashtag als Erster benutzte. Das von ihm gepostete Foto zeigt ihn mit einer syrischen Kommilitonin: Er im kurzärmligen Hemd, sie verschleiert. „Dania und ich sind uns in politischen Dingen nicht immer einig“, sagte Gutman der „Huffington Post“. „Aber wir haben es immer geschafft, zu diskutieren, ohne ausfallend oder wütend zu werden.“

    Diese Besonnenheit scheint vielen Kommentatoren im Netz zu fehlen. Sulome Anderson, deren Bild die Kampagne erst bekannt machte, schrieb in einem Artikel für das „New York Magazine“ über ihr Leben nach dem Hashtag. Nach dem Bekenntnis, einen jüdischen Mann zu lieben, sei sie online als „Schlampe“ beschimpft worden. Und Andersons Mutter sorgte sich, dass ihre Tochter bei ihrer nächsten Reise in den Libanon angegangen werden könnte. Anderson gibt in dem Beitrag zu, dass der Medienrummel ihr und Jeremy Angst mache. Aber Angst, das wissen beide, ist der falsche Weg im Konflikt zwischen Juden und Muslimen.

    • dpa
    Startseite
    Mehr zu: Online-Kampagne für Frieden - #JewsAndArabsRefuseToBeEnemies
    0 Kommentare zu "Online-Kampagne für Frieden: #JewsAndArabsRefuseToBeEnemies"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%