Online-Strategie „Obamas Wahlkampfmaschine klar im Vorteil“

Der Politikwissenschaftler Jan Philipp Burgard war 2008 mit Barack Obama auf Wahlkampftour. In seinem Buch "Von Obama siegen lernen oder Yes, We Gähn!“ berschreibt er die Wunderwaffe des US-Präsidenten.
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Präsident Obama während einer Rede. Quelle: Reuters

Präsident Obama während einer Rede.

(Foto: Reuters)

US-Präsident Barack Obama hält heute vor dem Kongress seine Rede zur Lage der Nation. Welche Botschaft erwarten Sie von ihm, Herr Burgard?
Die "State of the Union address" könnte ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Wiederwahl sein. Dafür muss Obama sich als wirtschaftskompetenter Krisenmanager inszenieren. Ein Schlüsselwort wird dabei "Fairness" sein, inspiriert von Theodore Roosevelt. Obama möchte als Anwalt der Mittelschicht auftreten, die unter der Krise besonders stark zu leiden hat.

Die Republikaner dürfen eine Gegenrede halten. Welche Angriffsfläche bietet Obama?

Die wichtigste Botschaft der Republikaner ist: „Präsident Obama hat in der Wirtschaftspolitik versagt“. Sein Konjunkturprogramm sei verpufft und habe nur die Staatsverschuldung explodieren lassen. Außerdem geben die Republikaner der Obama-Administration die Schuld an der hohen Arbeitslosigkeit. 

Tatsächlich liegt die Arbeitslosenquote in den USA bei 8,5 Prozent und war unter Obama auch schon deutlich höher. Kann Obama mit solchen Zahlen das Weiße Haus verteidigen?

Statistisch gesehen nein. Seit Franklin D. Roosevelt wurde kein US-Präsident wiedergewählt, wenn die Arbeitslosigkeit über 7,2 Prozent lag. Und seit Dwight D. Eisenhower schaffte kein Präsident die Wiederwahl, wenn die Wirtschaft so langsam wuchs wie jetzt. Trotz dieser historischen Gesetzmäßigkeiten kann Obama die Wahl noch gewinnen, denn er hat eine Wunderwaffe in der Hinterhand.   

Eine Wunderwaffe?

Obama verfügt über die Wunderwaffe Web. Das Internet beschert Obama „Money and Manpower“. Im Präsidentschaftswahlkampf 2008 hat er nicht nur einen großen Teil seiner 750 Millionen Spenden-Dollar über das Internet gesammelt, sondern seine Unterstützer auch online miteinander vernetzt. In diesem Jahr kann Obama auf eine Datenbank zurückgreifen, die es ihm ermöglicht, ein Heer von Millionen Freiwilligen zu mobilisieren, die für ihn Spenden sammeln, an Türen klopfen und Überzeugungs-Anrufe tätigen. Obama transformiert pünktlich vor der Wahl seine virtuelle Internetgemeinde wieder in eine reale Feldoperation.   

"Schluss mit der Einbahnstraßenkommunikation"
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