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Onlineriese So kontert Amazon Sanders’ Kritik an den Arbeitsbedingungen

Der US-Politiker Bernie Sanders beschuldigt Amazon, seine Mitarbeiter schlecht zu behandeln. Mit verschiedenen Strategien versucht der Onlineriese, dessen Kampagne zu stoppen.
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Der Politiker beklagt angeblich schlechte Arbeitsbedingungen bei Amazon. Quelle: Reuters
Bernie Sanders

Der Politiker beklagt angeblich schlechte Arbeitsbedingungen bei Amazon.

(Foto: Reuters)

New York Nach einer Woche heftiger Anschuldigungen meldet sich der Onlineriese Amazon zu seinen Arbeitsbedingungen zu Wort. In einer offiziellen Mitteilung weist der Konzern aus Seattle am Mittwoch die Vorwürfe von Bernie Sanders, Senator aus Vermont, zurück.

Der beschuldigt Amazon, seine Mitarbeiter in den Logistikzentren und Lagerhallen schlecht zu behandeln und ihnen zu wenig zu zahlen. Sanders rief die Amazon-Mitarbeiter zudem auf, ihm mitzuteilen, ob sie neben ihrem Job auch auf Essensmarken und andere staatliche Sozialleistungen angewiesen seien.

Amazon will die Kritik so nicht gelten lassen – und hat Sanders deshalb eingeladen, die Zentrale zu besuchen. Bisher hat er die Einladung laut Amazon aber noch nicht angenommen, man sei im regelmäßigen Kontakt mit dessen Büro.

Amazon sei stolz, allein im vergangenen Jahr mehr als 130.000 neue Jobs geschaffen zu haben. Mitarbeiter verdienten inklusive Aktien und Boni durchschnittlich mehr als 15 Dollar pro Stunde. „Wir ermutigen alle, das mit anderen Einzelhändlern zu vergleichen“, schreibt Amazon. „Senator Sanders äußert ungenaue und irreführende Vorwürfe gegen Amazon“, heißt es weiter.

Sanders, der einst gegen Hillary Clinton als Präsidentschaftskandidat der Demokraten angetreten war, bleibt dennoch bei seinen Behauptungen: „Keiner, der für die reichste Person der Welt arbeitet, sollte von Essensmarken abhängig sein. Keiner, der für einen Mann arbeitet, der täglich 260 Millionen Dollar verdient, sollte gezwungen sein, in seinem Auto zu schlafen. Und doch ist es genau das, was bei Amazon passiert“, twitterte er am Mittwoch als Antwort auf die Stellungnahme von Amazon.

Auf Twitter hatte Amazon zuvor bereits viel Häme kassiert: Der Konzern hatte seine Mitarbeiter dazu ermuntert, mit positiven Tweets über ihre Arbeitsbedingungen das Bild in der Öffentlichkeit zu verbessern. So twitterte ein Arbeiter in Jacksonville, die Luftqualität in der Lagerhalle sei „sehr gut“.

Eine andere Mitarbeiterin lobt zwei offiziell genehmigte halbstündige Pausen während einer zehnstündigen Schicht als „Sonderleistung“. Wieder andere twitterten, dass es ihnen sehr wohl erlaubt sei, auf die Toilette zu gehen, und dass sie von ihrem Gehalt auch leben könnten. „Mister Bezos zahlt mir einen sehr satten Lohn“, schreibt einer der Mitarbeiter.

Für Bezos kommt die Kampagne von Sanders zu einer heiklen Zeit. Er muss vor dem Weihnachtsgeschäft möglichst viele Mitarbeiter finden, die die Paketflut vor den Feiertagen bewältigen. Hinzu kommt, dass er auch vonseiten des US-Präsidenten Donald Trump unter Beschuss steht. Der greift in seinen Tweets immer wieder Bezos und dessen Zeitung, die „Washington Post“, an.

Bezos ist mittlerweile mit einem geschätzten Vermögen von 112 Milliarden Dollar der reichste Mensch der Welt. Anders als andere US-Milliardäre wie Bill Gates oder Warren Buffett oder auch Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat Bezos bisher keine großen wohltätigen Aktionen gestartet.

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