Opioid-Krise Todesstrafe für Drogenhändler – Trump will Plan zur Bekämpfung der Opioid-Krise vorstellen

Den Kampf gegen den steigenden Missbrauch von Schmerzmitteln in den USA will der US-Präsident mit größtmöglicher Abschreckung gewinnen.
Update: 19.03.2018 - 06:37 Uhr 8 Kommentare
In den USA hat es in den vergangenen Jahren einen deutlichen Anstieg der Todesfälle durch Schmerzmittel und Heroin gegeben. Quelle: AP
US-Präsident Donald Trump

In den USA hat es in den vergangenen Jahren einen deutlichen Anstieg der Todesfälle durch Schmerzmittel und Heroin gegeben.

(Foto: AP)

WashingtonUS-Präsident Donald Trump will im Umgang mit der grassierenden Drogenepidemie im Land Härte zeigen: Gegen bestimmte Dealer soll die Todesstrafe verhängt werden können. Eine solche Strafe solle da greifen, wo es „nach derzeitigem Recht angemessen“ sei, sagte Trumps Berater für Innenpolitik, Andrew Bremberg, am Sonntag vor Reportern. Beispiele für Fälle, in denen Dealer mit dem Tode bestraft werden sollen, nannte das Weiße Haus indes nicht.

Trumps Plan gehört zu einem Maßnahmenpaket, das er am Montag in New Hampshire vorstellen will. Dazu gehört ein Appell an den Kongress, gesetzlich die Drogenmenge zu senken, ab der Dealern, die bestimmte illegale Opioide verkaufen, mindestens eine Haftstrafe droht. Geplant sind zudem eine landesweite Aufklärungskampagne über die Gefahren des Opioid-Missbrauchs und eine Ausweitung bewährter Behandlungsmethoden.

Über Partnerschaften zwischen Gesundheitsbehörden und Pharmafirmen soll auch die Forschung verstärkt werden. Die Regierung wolle zudem die Zahl ärztlich verschriebener Opioid-Mittel binnen drei Jahren um ein Drittel reduzieren, sagte Bremberg.

Opioide, zu denen neben verschreibungspflichtigen Mitteln auch Heroin und synthetische Drogen gehören, waren 2016 in den USA für den Tod von mehr als 42.000 Menschen verantwortlich – ein Rekord, wie aus Daten der Seuchenbekämpfungsbehörde CDC hervorgeht.

Trump hat den Kampf gegen die Epidemie zur Priorität seiner Regierung erklärt. Doch rügen Kritiker, dass die Politik dem Problem nicht beikomme. Im Oktober etwa rief der Präsident angesichts der Krise einen nationalen Gesundheitsnotstand aus - jedoch nicht den von einer Kommission geforderten Ausnahmezustand.

Zuletzt hatte Trump öffentlich die Todesstrafe für Drogendealer ins Spiel gebracht. Länder wie Singapur hätten weniger Probleme mit Rauschgiftsucht, weil sie gegen Dealer viel härter durchgriffen, argumentierte er etwa kürzlich bei einem Auftritt in Pennsylvania. In den USA könne eine Person jemand anderen erschießen und dafür die Todesstrafe oder lebenslange Haft bekommen. Aber ein Drogendealer töte womöglich Tausende und verbringe wenig oder keine Zeit im Gefängnis. „Der einzige Weg, das Rauschgiftproblem zu lösen, ist durch Härte“, sagte Trump weiter. Ähnlich äußerte er sich kürzlich bei einem Treffen im Weißen Haus, das dem Thema gewidmet war.

Laut dem US-Justizministerium ist die Verhängung der Todesstrafe auf Bundesebene bei begrenzten Fällen von Drogenkriminalität möglich. Doch sei längst nicht klar, dass durch die Bank Todesurteile gegen Dealer - selbst jene, die viele Menschenleben auf dem Gewissen hätten - verfassungsgemäß wäre, meint Doug Berman, Juraprofessor an der Ohio State University. Für solche Fälle erwarte er eine Prozesswelle, am Ende müsste wohl der Oberste Gerichtshof der USA das letzte Wort sprechen.

Trumps Besuch in New Hampshire - ein besonders von der Opioid-Krise geplagter US-Staat - wäre seine erste Visite als Präsident. Den Staat hatte er bei den Vorwahlen der Republikaner 2016 gewonnen, bei der Wahl gegen Hillary Clinton jedoch knapp verloren. Erst kürzlich hatte Arizonas republikanischer Senator Jeff Flake, ein vehementer Kritiker des Präsidenten, New Hampshire besucht. Seine Parteikollegen beschwor Flake dort, dass jemand Trump stoppen müsse - wenn es sonst keiner tue, würde er gegen ihn antreten, sagte der Senator.

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8 Kommentare zu "Opioid-Krise: Todesstrafe für Drogenhändler – Trump will Plan zur Bekämpfung der Opioid-Krise vorstellen"

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  • Wenn man hier so manche Kommentare liest von "Recht auf Leben verwirkt" bis hin zu "Entsorgung von Straftätern", stellt sich mir wirklich die Frage nach dem so oft beschworenen christlichen Menschenbild, das wir ja angeblich mit aller Macht verteidigen müssen. Entsprechende Äußerungen sind weder mit dem Grundgesetz noch mit der christlichen Lehre vereinbar. Und dass entsprechende Vorschläge ausgerechnet aus dem Kriegstreiber- und Waffenland USA kommen, ist der blanke Hohn schlechthin. Fazit: Waffentote sind gut, Drogentote sind schlecht.

  • Da bin ich mal ausnahmsweise auf der Seite von Trump. Ich bin nicht fuer die Todesstrafe,
    aber in den Laendern, wo es sie gibt, waere Drogenhandel eine Straftat fuer die Liste.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Herr Franz Pfaff 19.03.2018, 08:21 Uhr

    Mit Einführung der Sippenhaft fallen wir wieder zurück ins tiefste Mittelalter. Das würde genau zum Gegenteil führen von dem, was man erreichen will.
    Stellen Sie sich vor, die Sippenhaft wird dann auf alles ausgedehnt. Ihr Kind fährt beispielsweise betrunken Auto und wird erwischt. Schwups ist auch Ihr Führerschein mit weg, schließlich gilt ja Sippenhaft.

    Trump geht das völlig falsch an. Wenn, dann muss doch eher geschaut werden, warum werden so viele Schmerzmittel verschreiben, wie kann man das verringern etc. aber da müsste man wahrscheinlich ein lukratives Geschäft der Pharmaindustrie beschneiden. Das geht natürlich nicht.

  • @Herr Franz Pfaff: Ganz richtig, stellt sich nur die Frage, bis ins welche Glied die Sippenhaft ausgedehnt werden sollte-nur Kinder und Eltern, oder auch Onkel und Tanten, uns sollte man die dann auch mit Todesstrafe belegen, oder reicht Lebenslänglich? Sie haben da schwierige Fragen aufgeworfen, an denen sich die amerikanischen Juristen noch die Zähne ausbeißen werden.

  • Wenn man schon bei Alkoholmissbrauch sieht, dass der Mensch kein Mensch mehr ist, sollte bei Rauschgiftverkauf die Sippenhaft eingeführt werden. Welche Eltern möchten rauschgiftabhängige Kinder, die sich schlimmer als Tiere benehmen.

  • Hat sich die Todesstrafe schon irgendwo als "größtmögliche Abschreckung" erwiesen (bzw. die Kriminalitätsrate eindämmen können)?

    Sie ist selbst nichts anderes als ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

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