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Ortsbesuch Die Sisyphusarbeit der Griechen

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Optimismus

Einer, der das Image wieder aufpolieren will, ist Achilles Constantakopoulos. Er ist der Chef von Temes, dem Betreiber der Costa-Navarino-Luxusresorts auf der Halbinsel Peloponnes. Sein neues Griechenland ist optimistischer. Er lebt es vor, glaubt an sein Land. „Man kann sicher zehn Gegenbeispiele finden, aber ich habe das Gefühl, dass alle verstanden haben, worum es geht“, sagt er.

Unternehmer Achilles Constantakopoulos. Quelle: Nilkos Pilos für Handelsblatt

Unternehmer Achilles Constantakopoulos.

(Foto: Nilkos Pilos für Handelsblatt)

Immer alles schlechtzureden, bringe das Land nicht weiter. Etwas tun, das es besser macht, das sei der Weg. Am besten mit einem Lächeln. „Fröhliche Menschen sind die beste Werbung“, sagt der Unternehmer. Was er nicht sagt, aber meint: Wer in eines seiner Luxushotels fährt, hat keine andere Wahl, als fröhlich zu sein. Und wer in einem seiner Luxushotels arbeitet, auch nicht.

1200 Menschen arbeiten in den Navarino-Hotels. Weitere sollen folgen. In einer Region, in der Arbeitsplätze bisher rar waren. Und die für Investoren nicht sonderlich attraktiv war. Constantakopoulos aber steckte mehr als eine Milliarde Euro in das Projekt. Allein deutsche Unternehmen bekamen Aufträge im Wert von 43 Millionen Euro.

Constantakopoulos’ Vater Vassilis war ein vermögender Reeder aus der unberührten Gegend der Peloponnes. Ihm gehörte Costamare, einer der wichtigsten Eigner von Containerschiffen weltweit. Nun gehört er seinen drei Söhnen, Achilles’ älterer Bruder Konstantinos leitet die Geschäfte. Bevor Vater Vassilis 2011 starb, setzte er sich in seiner Heimat, der Region Messinia, ein Denkmal: Costa Navarino, das wohl ehrgeizigste Tourismusprojekt des Landes, 130 Hektar groß.

Der erste Teil, Navarino Dunes, liegt direkt am Mittelmeer. Das dorfähnliche Gelände hat 766 Zimmer und Suiten, in der Mitte einen Marktplatz mit Geschäften, Cafés, Restaurants, Spa und Open-Air-Kino. Die Preise liegen zwischen 220 Euro für ein Standardzimmer bis zu 20000 für die Präsidentenvilla. Ein zweites Resort, Navarino Bay, soll im kommenden Jahr eröffnen.

Die Gegend ist traumhaft, weitgehend unbebaut, idyllisch. Ein Olivenbaum reiht sich an den nächsten, das Meer ist azurblau, die Golfplätze sind sattgrün. Es ist nicht die Gegend, an die der gemeine Tourist denkt, wenn es um Griechenland geht. Die beliebtesten Ziele sind die Inseln in der Ägäis. Constantakopoulos will das ändern. Die Hauptstraße durch die Peloponnes wurde ausgebaut, und mehrere Fluglinien, auch Air Berlin, fliegen den nahegelegenen Flughafen von Kalamata an.

Was der Altkanzler zu Griechenland zu sagen hat
Bouffier feiert 60. Geburtstag
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"Der Blick über den Tellerrand und in die Geschichte macht deutlich: Die bösen Geister der Vergangenheit sind keineswegs gebannt, sie können immer wieder zurückkommen. Das heißt: Europa bleibt eine Frage von Krieg und Frieden und der Friedensgedanke also das Bewegungsgesetz der europäischen Integration. Der Blick über den Tellerrand und in die Geschichte macht deutlich: Die bösen Geister der Vergangenheit sind keineswegs gebannt, sie können immer wieder zurückkommen. Das heißt: Europa bleibt eine Frage von Krieg und Frieden und der Friedensgedanke also das Bewegungsgesetz der europäischen Integration."

Altkanzler Helmut Kohl in einem Artikel der "Bild".

(Foto: dpa)
Altkanzler Kohl erhaelt Kissinger-Preis in Berlin
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"Wer jetzt in der Krise zweifelt, dem halte ich entgegen: Wo stünden wir heute in Europa, wenn wir den Kleinmütigen und Bedenkenträgern immer erlegen wären und die große europäische Idee nicht gegen erhebliche Widerstände durchgesetzt hätten?"

Helmut Kohl in einem Artikel in der "Bild".

(Foto: dapd)
Helmut Kohl
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"Es ist wahr: Dieser Weg nach Europa war oft mühsam. Wir sind dabei auch manches Mal zwei Schritte vor- und einen Schritt zurückgegangen, und wir sind auch nicht immer so weit gekommen, wie wir es uns vorgenommen hatten."

Helmut Kohl in einem Artikel der "Bild".

(Foto: APN)
Former German Chancellor Kohl sits in front of a large photograph of himself during a news conference to promote his new book in Berlin
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"Aber auch das gehört zu Europa, und das wird sich auch in Zukunft nicht grundsätzlich ändern: dass man einander nicht überfordert, sondern miteinander das Machbare gestaltet und mit Ausdauer, Zielstrebigkeit und auch Mut immer weiter vorangeht. Das waren entscheidende Voraussetzungen für die Erfolgsgeschichte der europäischen Integration."

Altkanzler Helmut Kohl in einem Artikel in der "Bild".

(Foto: Reuters)
huGO-BildID: 2401695 German Chancellor Helmut Kohl bursts out in laughter as he listens to a speech during the budget debate at the Bundestag, the Ge
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"Nicht den Bedenkenträgern gehört die Zukunft, sondern denen, die mit einem klaren Ziel vor Augen die Dinge bewegen."

Altkanzler Helmut Kohl in einem Artikel in der "Bild" über die Zukunft Europas.

(Foto: ap)
Kohl: Leo Kirch war ein grosser Mann, ein grosser Deutscher
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„Deutschland ist schon seit einigen Jahren keine berechenbare Größe mehr – weder nach innen noch nach außen. Konrad Adenauer (...) hat mit seiner festen Haltung gegen mancherlei Widerstände ein Fundament der Berechenbarkeit und Verlässlichkeit geschaffen, auf dem alle Bundeskanzler nach ihm aufbauen konnten und können.“

Die Zitate entstammen einem Interview Helmut Kohls mit der Zeitschrift „Internationale Politik“ der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP).

(Foto: dapd)
Helmut Kohl - ein Leben für Deutschland und die CDU
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„Wenn ich die Entwicklung der vergangenen Jahre betrachte, dann frage ich mich schon, wo Deutschland eigentlich steht und wo es hin will. (...) Wir müssen dringend zu alter Verlässlichkeit zurückkehren. Wir müssen wieder und für andere erkennbar deutlich machen, wo wir stehen und wo wir hin wollen, dass wir wissen, wo wir hingehören, dass wir Werte und Prinzipien haben, die über den Tag hinaus gelten, für die wir einstehen und für die wir werben, und wir müssen (...) eine gemeinsame Linie finden und dann auch stehenbleiben, auch wenn der Wind uns einmal ins Gesicht bläst.“

(Foto: dpa)

Noch aber teilen nicht so viele Touristen wie erhofft die Begeisterung für das Gebiet. „Wir wussten, dass die ersten Jahre schwer werden“, sagt Constantakopoulos. „Aber es entwickelt sich gut.“ Genauere Auslastungszahlen verrät er nicht. 16 Millionen Menschen verbrachten ihren Urlaub im vergangenen Jahr in Griechenland, auch 1,8 Millionen Deutsche. Nicht weniger als 2009 und 2010. In diesem Jahr könnte sich das jedoch ändern. Das griechische Tourismusministerium befürchtet, dass eine Million Urlauber weniger kommt. „So ist das im Tourismus“, sagt Constantakopoulos. „Mal gehen die Zahlen rauf, mal runter. Hauptsache, die langfristige Tendenz geht rauf.“

Die Branche ist enorm wichtig für Griechenlands Wirtschaft. 750000 Menschen arbeiten im Tourismus; er trägt mehr als 15 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. In Deutschland sind es nur vier Prozent. 

Vertrauenswürdigkeit
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27 Kommentare zu "Ortsbesuch: Die Sisyphusarbeit der Griechen"

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  • Betr. Zeus
    Also - ich glaube inzwischen, dass die Redaktion diesen Zeus erfunden hat, um die Klickquote zu erhöhen...
    So einfältig kann doch ein echter Mensch gar nicht sein. Trotzdem: herzlichen Glückwunsch, Redaktion! Gute Idee!

  • Auch wenn der Dokumentarfilm anstrengend ist, zeigt er doch, wie verbrecherisch dieses illegitime Schuldensystem aufgebaut ist.
    Der einzige Ausweg ist die Aufklärung der Völker über die Illigitimität der handelnden Regierungen Europas!
    Sehr guter Film.
    Danke für den Link

  • Der Artikel ist etwas langatmig so viel Zeit habe ich nicht. Wenn GR aus dem Euro austräte, müsse man sich um das Wachstum keine Gedanken mehr machen. GR würde boomen.

    Die langatmigkeit zeigt nur wie schwierig es ist Hoffnung herbeizuschreiben. Die Scheere zwischen uns und GR wird jede einzelne Stunde größer.

    Mit jeder Stunde, die GR auf der Euro-Austritt verzichtet, werden sie nur tiefer in den Abgrund rutschen.

    Es ist ja gerade das Ziel des Euros die PIIGS mittels Export auszubeuten, bis ihr Blut kommt. Und jetzt kommt Blut.

  • @HabeMeinenUrlaubStorniert

    Wie verblendet kann man nur sein!! Das hat Du wohl von deinen Verbrecher-Vorfahren geerbt. Das gilt auch für den Beitrag von ANDRE. Solche inhaltslosen Geister konnten schon immer leicht manipuliert werden. Einfach armselig, so etwas von sich zu geben. Aber zu einer Demokratie gehört es, dass auch diese Äußerungen getätigt werden können. Diese Demokratie wurde von jener Kultur geründet und hat die gesamte westliche Welt maßgeblich geprägt,die Du nun mit deinem ungewaschenen Mund gänzlich beschimpfst. Du solltest um diese Zeit lieber schlafen als im Suff solche Kommentare zu schreiben. NICHTSNUTZ

  • Mir ist unklar, weshalb die Handelsblatt-Redakteure entgegen der offiziellen GR-Notenbank eine so optimistische Äußerung abgeben können. Noch vor 5 Tagen, am 25.4.2012, erschien an dieser Stelle der Wortlaut "Eurokrise 2.0 spitzt sich weiter zu
    Die griechische Wirtschaft wird 2012 noch weiter abstürzen, prognostiziert die Griechische Zentralbank. Ihr Chef, Giorgos Provopoulos, attackiere die Politiker in Athen hart, meint das » Handelsblatt. Provopoulos habe die Regierung zu "entschlossenen Reformen" aufgerufen, denn in den beiden vergangenen Jahren hätten "Nachlässigkeiten und Verzögerungen" die Schuldendynamik beschleunigt." (von mir einkopiert). Wer, bitte, hat wohl mehr Einblick in die tatsächliche GR-Situation? Eine Antwort dazu ist überflüssig.

  • Die ökonomischen und finanzpolitischen Mentalitätsunterschiede zwischen Süd- und Mittel/Nordeuropa sind zu unterschiedlich, als das sie in wenigen Jahren, geschweige denn Generationen angeglichen werden könnten. Mit den laufenden Transferleistungen gibt es keinen ausreichenden Druck auf die Südländer zur Anpassung an die notwendigen ökonomische Realitäten, zum Beispiel die Arbeitsproduktivität spürbar zu steigern. GR 16,50 €/Arbeitsstunde, D 39,60 €/Arbeitsstunde, alles laut OECD. Da liegen Welten dazwischen. Nur als Beispiel. Mentalitäten lassen sich weder mit Sparprogrammen noch mit Krediten und schon gar nicht mit Subventionen verändern, sondern nur mit ökonomischen Zwängen, wie dem Wechselkursmechanismus. Diese Erkenntnis ist überhaupt nicht neu, wird nur vor lauter falscher Solidarität permanent von den Politikern ignoriert. Die EURO-Transferunion ist damit dauerhaft installiert.

  • Wie sich die Geschichte wiederholt! Im Jahre 1832 wird von England und Frankreich, den hauptsächlichen Geldgebern des befreiten Griechenlands, der bayerische Prinz Otto, Sohn von König Ludwig I als erster griechischer König eingesetzt. Er sollte Garant für eine Verwaltung sein, die eine spätere Rückzahlung ermöglicht. Sein Vater schickt ihn mit seinen besten Experten der Verwaltung, einer bayerischen Armee und 60 Millionen Franken los. Der bayerische Architekt Friedrich von Gärtner errichtet den Staatspalast nach Anregungen von Klenze und Schinkel. Wir sehen ihn fast jeden Abend in den Nachrichten, mit dem Kommentator auf dem Syntagma-Platz im Vordergrund und lassen uns von der Fassade auf das klassische Griechenland einstimmen. Doch der bayerische Architekt überlegte sich wohl, wie ein Engländer sich die klassische griechische Architektur vorstellt. Die Griechen wurden nie gefragt. Die hätten lieber eine byzantinische Hagia Sophia (natürlich ohne die später dazugebaute Minarette) gewünscht. Doch in der Regierung Ottos war kein einziger Grieche, nur bayerische Technikraten. Diese erreichten tatsächlich 1842 einen ausgeglichenen Haushalt. Doch schon 1843 revoltierten die im Freiheitskampf gegen die osmanische Herrschaft leiderprobten Griechen gegen die „Bavarokratia“ (Griechischer Orginalton Βαυαροκρατία ) . Otto sprach perfekt Griechisch, aber ob er seine tief in der identitätsgebenden orthodoxen Kirche und im Byzantinismus verwurzelte Landeskinder verstanden hat, darf bezweifelt werden. Hat er die tiefe Menschlichkeit in der einfachen Bevölkerung irgendwann einmal spüren dürfen?
    Es wird Zeit einmal schonungslos die Realität zur Kenntnis zu nehmen.
    Unser Bild von den Griechen liegt zwischen verlogenen Betrügern und gebildeten Kindern von Plato und Alexander dem Großen. Die Krise könnte auch die Chance zu einem realistischen gegenseitigen Verstehen und Neustart in gegenseitiger Wertschätzung werden. Verblendung schafft nur neues Leid.

  • Also nach zwei Jahren Griechenlandkrise und exorbitanten Schuldenberg wird man konfrontiert mit Rentnern, die Probleme in der Arzneimittelversorgung haben. Dies kommt u.a. da es noch offene Rechnungen gab, die nicht bezahlt worden sind. Die Lieferung scheint erfolgt zu sein und der Verkauf höchstwahrscheinlich auch. Jeder regt sich über die Arzneimittelversorgung auf, aber niemand über die Tatsache, dass da ein Haufen Geld vom Tisch gefallen ist. Bis heute beinahe keine Artikel zu diesem Thema, wobei gerade dies für Griechenland wichtig wäre. Will das land eine wirkliche Chance, dann muss man schon schauen, wer was verursacht hat und gegebenenfalls auch mal die legalen Konsequenzen von betrügerischen Handlungen erfahren lassen. Aus diesem Grunde sehe ich auch keine guten Chancen für Griechenland. Wobei ich benachdrücken möchte, dass der Durchschnitssbürger in so einer Gesellschaft wahrscheinlich wenig mitzubestimmen hat. Wie überall, man passt sich an und adaptiert sich an die Umstände. So lange die Umstände gleich bleiben, findet keine neue Ausrichtung statt.

  • Deutschland rettet Griechenland mit Hilfszahlungen und die Griechen verbrennen oeffentlich deutsche Fahnen und spucken in das Essen von deutschen Urlaubern. Nie wieder Urlaub in Griechenland!!!

  • @Andre

    Der durchschnittliche Grieche hat die desaströsen Entwicklungen weder verursacht noch zu verantworten.

    Vielleicht sollten Sie deshalb Ihr Statement nochmals überdenken und Urlaub in privat geführten griechischen Hotels verbringen.

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