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Ortsbesuch Die Sisyphusarbeit der Griechen

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Vertrauenswürdigkeit

Griechenland wird sich nicht alleine aus seiner Lage befreien können. Es braucht Investoren aus dem Ausland, genauso wie Touristen, die ihr Geld in Athen, auf Kreta oder der Peloponnes ausgeben. Yiannis Paraschis ist einer der Männer, die die Ausländer – Geschäftsleute und Touristen – ins Land holen sollen. Paraschis ist Chef der Flughafengesellschaft Athen. Und damit auch Vorstand eines der wenigen Vorbild-Unternehmen Griechenlands. Nirgendwo ist das Land wettbewerbsfähiger als am Flughafen seiner Hauptstadt. Das Griechenland von Paraschis ist vertrauenswürdiger.

Der Ingenieur hat den Flughafen, an dem der Essener Baukonzern Hochtief mit 40 Prozent beteiligt ist, seit 2007 zu einem der erfolgreichsten Unternehmen des Landes geformt. Die operative Marge liegt bei rund 40 Prozent, den Aktionären hat der Konzern im vergangenen Jahr eine Dividende von 111 Millionen Euro gezahlt.

„Dieses Geld dient der Stabilisierung der Banken“
ECOFIN meeting
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„In den vergangenen zwei Jahren und in dieser Nacht habe ich gelernt, dass Marathon wirklich ein griechisches Wort ist“, sagte EU-Währungskommissar Olli Rehn am Dienstag in Brüssel. Mehr als 13 Stunden berieten die Euro-Finanzminister die Nacht hindurch, um das zweite Milliarden-Hilfspaket für Griechenland innerhalb von zwei Jahren und den ersten Schuldenschnitt für ein Euro-Land überhaupt zu beschließen.

(Foto: dpa)
huGO-BildID: 25261553 German Finance Minister Wolfgan Schaeuble gives a joint press after an Eurogroup Council meeting on February 21, 2012 at EU hea
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Noch unklar ist, wie viel der Internationale Währungsfond zum neuen Rettungspaket beisteuert. Das soll laut IWF-Chefin Christine Lagarde in der zweiten Märzwoche entschieden werden. Beim ersten Programm hatte der IWF rund ein Drittel der 110 Milliarden Euro übernommen, für das zweite Paket wird eine niedrigere Beteiligung erwartet. Finanzminister Schäuble sagte am Dienstag, sollte der IWF doch mehr zahlen, sei dies „kein großes Problem, sondern im Gegenteil nur erwünscht“.

(Foto: AFP)
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Die privaten Gläubiger Griechenlands müssen nach den Worten von Finanzminister Wolfgang Schäuble keine weitere Einschnitte fürchten. „Die Beteiligung des Privatsektors ist mit diesem Paket abschließend definiert“, sagte Schäuble am Dienstag in Brüssel. Er bezog sich damit auf die Vereinbarungen, die den privaten Gläubiger des südeuropäischen Euro-Landes abfordern, auf 53,5 Prozent des Nominalwerts ihrer griechischen Anleihen zu verzichten.

(Foto: AFP)
Buchungsfehler bei Abwicklung der HRE durch FMS Wertmanagement
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Indirekt dürfte der Schuldenschnitt für Griechenland Milliarden kosten. Allein die sogenannte Bad Bank der verstaatlichten Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE), die FMS Wertmanagement, dürfte nach Angaben aus Finanzkreisen zu Abschreibungen in einem Volumen von 6 bis 8 Milliarden Euro gezwungen sein. Ein FMS-Sprecher konnte die genauen Folgen allerdings noch nicht beziffern.

(Foto: dapd)
Bilanzpressekonferenz Fresenius
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Ausstehende Forderungen von Fresenius an Griechenland sind nach Einschätzung des Gesundheitskonzerns nicht von der vereinbarten Umschuldung des Landes betroffen. „Unser Verständnis ist, dass wir an dem Schuldenschnitt nicht beteiligt werden“, sagte Fresenius-Finanzchef Stephan Sturm (rechts im Bild). Das Unternehmen habe für ausstehende Forderungen an Griechenland spezielle Anleihen (Zero Bonds) bekommen, erklärte Sturm. Diese würden - anders als griechische Staatsanleihen - nicht am Anleihentausch beteiligt, auf den sich private Gläubiger in der Nacht auf Dienstag mit dem Mittelmeerland verständigt hatten. Fresenius habe einen „erheblichen Teil“ der griechischen Anleihen bereits veräußert.

(Foto: dpa)
Sitzung der BayernLB-Kontrollkommission
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Der Bundesverband der deutschen Banken rechnet mit einer regen Beteiligung des Finanzsektors an dem neuen Milliarden-Hilfspaket für Griechenland. „Nur wenn alle an einem Strang ziehen, können sich die Perspektiven für Griechenland wirklich verbessern“, erklärte Bankenverbands-Hauptgeschäftsführer Michael Kemmer. Er gehe davon aus, dass sich die Gläubiger zahlreich an dem Schuldenschnitt beteiligten, obwohl dieser erheblich sei. „Das muss jede Bank für sich erst einmal verkraften.“ Zugleich mahnte er, die griechische Politik müsse „ihrer Bevölkerung klar vermitteln, welche Chance das Land nun noch einmal bekommt.“ Letztlich könne sie nur selbst den Verbleib des Landes in der Währungsunion sichern.

(Foto: dpa)
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Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn kritisierte das neue Rettungspaket gegenüber „Spiegel Online“ hart: „Es geht hier gar nicht so sehr um das Land. Die Griechen werden von den Banken und Finanzinstituten von der Wall Street, aus London und Paris als Geisel genommen, damit das Geld aus den Rettungspaketen weiter fließt - nicht nach Griechenland, sondern in ihre eigenen Taschen.“

(Foto: dapd)

Paraschis gilt in Griechenland als ein Modernisierer, ein Vorzeigemanager. Von seinem Büro im sechsten Stock blickt er nicht nur auf die hügelige Landschaft, die die Fünf-Millionen-Metropole Athen umgibt, sondern auch auf einen der größten Solarparks des Landes. Fünf bis sechs Millionen Euro Umsatz pro Jahr erzielt der Flughafen damit, Zukunftsstrom ins nationale Netz zu speisen. Ein ertragreiches, intelligentes Nebengeschäft. 40 Prozent ihres Umsatzes erwirtschaftet die Flughafengesellschaft jährlich aus solchen Nebenstandbeinen, aus der Vermietung von Immobilien und mit einem Beratungsunternehmen.

Doch Paraschis weiß auch, dass 2012 ein schwieriges Jahr werden wird. Nicht nur, dass immer weniger Europäer nach Griechenland kommen wollen: Seine Landsleute haben auch immer weniger Geld, um zu verreisen. Rund 15 Millionen Passagiere fertigt der Athener Flughafen jährlich ab, zwei Drittel davon sind Touristen. Seit Ausbruch der Krise wurden es immer weniger, jetzt soll der April die Trendwende markieren. Die Passagierzahlen sind um sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

Deshalb ist Paraschis, der in Hamburg promoviert hat, optimistischer als noch vor sechs Monaten, erkennt einen positiven Wandel. Vor allem, weil die Unsicherheit nicht mehr so groß sei. „Die Gefahr einer unmittelbaren Insolvenz Griechenlands ist gebannt“, sagt der 52-Jährige. Wenn sein Land die reale Wettbewerbsfähigkeit wiederherstellen und den Staatsapparat reduzieren würde, dann könne auch das Vertrauen in die Regierung wachsen. Die Bevölkerung habe das verstanden. Die Politik, die folge hoffentlich nach dem 6. Mai.

Sein Land, sagt er vorsichtig, sei ein guter Markt für Europa. Paraschis muss das sagen, will die Investoren nicht verschrecken und die Banken erst recht nicht. Er weiß, dass das in der Vergangenheit oft nicht so war. Früher, da mischte sich die Politik in alles ein und da ließ sich die Politik beeinflussen. Korruption, Steuerhinterziehung, das gehörte in Griechenland dazu. Und zum Teil gehört es das bis heute. 

Ehrlichkeit
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27 Kommentare zu "Ortsbesuch: Die Sisyphusarbeit der Griechen"

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  • Betr. Zeus
    Also - ich glaube inzwischen, dass die Redaktion diesen Zeus erfunden hat, um die Klickquote zu erhöhen...
    So einfältig kann doch ein echter Mensch gar nicht sein. Trotzdem: herzlichen Glückwunsch, Redaktion! Gute Idee!

  • Auch wenn der Dokumentarfilm anstrengend ist, zeigt er doch, wie verbrecherisch dieses illegitime Schuldensystem aufgebaut ist.
    Der einzige Ausweg ist die Aufklärung der Völker über die Illigitimität der handelnden Regierungen Europas!
    Sehr guter Film.
    Danke für den Link

  • Der Artikel ist etwas langatmig so viel Zeit habe ich nicht. Wenn GR aus dem Euro austräte, müsse man sich um das Wachstum keine Gedanken mehr machen. GR würde boomen.

    Die langatmigkeit zeigt nur wie schwierig es ist Hoffnung herbeizuschreiben. Die Scheere zwischen uns und GR wird jede einzelne Stunde größer.

    Mit jeder Stunde, die GR auf der Euro-Austritt verzichtet, werden sie nur tiefer in den Abgrund rutschen.

    Es ist ja gerade das Ziel des Euros die PIIGS mittels Export auszubeuten, bis ihr Blut kommt. Und jetzt kommt Blut.

  • @HabeMeinenUrlaubStorniert

    Wie verblendet kann man nur sein!! Das hat Du wohl von deinen Verbrecher-Vorfahren geerbt. Das gilt auch für den Beitrag von ANDRE. Solche inhaltslosen Geister konnten schon immer leicht manipuliert werden. Einfach armselig, so etwas von sich zu geben. Aber zu einer Demokratie gehört es, dass auch diese Äußerungen getätigt werden können. Diese Demokratie wurde von jener Kultur geründet und hat die gesamte westliche Welt maßgeblich geprägt,die Du nun mit deinem ungewaschenen Mund gänzlich beschimpfst. Du solltest um diese Zeit lieber schlafen als im Suff solche Kommentare zu schreiben. NICHTSNUTZ

  • Mir ist unklar, weshalb die Handelsblatt-Redakteure entgegen der offiziellen GR-Notenbank eine so optimistische Äußerung abgeben können. Noch vor 5 Tagen, am 25.4.2012, erschien an dieser Stelle der Wortlaut "Eurokrise 2.0 spitzt sich weiter zu
    Die griechische Wirtschaft wird 2012 noch weiter abstürzen, prognostiziert die Griechische Zentralbank. Ihr Chef, Giorgos Provopoulos, attackiere die Politiker in Athen hart, meint das » Handelsblatt. Provopoulos habe die Regierung zu "entschlossenen Reformen" aufgerufen, denn in den beiden vergangenen Jahren hätten "Nachlässigkeiten und Verzögerungen" die Schuldendynamik beschleunigt." (von mir einkopiert). Wer, bitte, hat wohl mehr Einblick in die tatsächliche GR-Situation? Eine Antwort dazu ist überflüssig.

  • Die ökonomischen und finanzpolitischen Mentalitätsunterschiede zwischen Süd- und Mittel/Nordeuropa sind zu unterschiedlich, als das sie in wenigen Jahren, geschweige denn Generationen angeglichen werden könnten. Mit den laufenden Transferleistungen gibt es keinen ausreichenden Druck auf die Südländer zur Anpassung an die notwendigen ökonomische Realitäten, zum Beispiel die Arbeitsproduktivität spürbar zu steigern. GR 16,50 €/Arbeitsstunde, D 39,60 €/Arbeitsstunde, alles laut OECD. Da liegen Welten dazwischen. Nur als Beispiel. Mentalitäten lassen sich weder mit Sparprogrammen noch mit Krediten und schon gar nicht mit Subventionen verändern, sondern nur mit ökonomischen Zwängen, wie dem Wechselkursmechanismus. Diese Erkenntnis ist überhaupt nicht neu, wird nur vor lauter falscher Solidarität permanent von den Politikern ignoriert. Die EURO-Transferunion ist damit dauerhaft installiert.

  • Wie sich die Geschichte wiederholt! Im Jahre 1832 wird von England und Frankreich, den hauptsächlichen Geldgebern des befreiten Griechenlands, der bayerische Prinz Otto, Sohn von König Ludwig I als erster griechischer König eingesetzt. Er sollte Garant für eine Verwaltung sein, die eine spätere Rückzahlung ermöglicht. Sein Vater schickt ihn mit seinen besten Experten der Verwaltung, einer bayerischen Armee und 60 Millionen Franken los. Der bayerische Architekt Friedrich von Gärtner errichtet den Staatspalast nach Anregungen von Klenze und Schinkel. Wir sehen ihn fast jeden Abend in den Nachrichten, mit dem Kommentator auf dem Syntagma-Platz im Vordergrund und lassen uns von der Fassade auf das klassische Griechenland einstimmen. Doch der bayerische Architekt überlegte sich wohl, wie ein Engländer sich die klassische griechische Architektur vorstellt. Die Griechen wurden nie gefragt. Die hätten lieber eine byzantinische Hagia Sophia (natürlich ohne die später dazugebaute Minarette) gewünscht. Doch in der Regierung Ottos war kein einziger Grieche, nur bayerische Technikraten. Diese erreichten tatsächlich 1842 einen ausgeglichenen Haushalt. Doch schon 1843 revoltierten die im Freiheitskampf gegen die osmanische Herrschaft leiderprobten Griechen gegen die „Bavarokratia“ (Griechischer Orginalton Βαυαροκρατία ) . Otto sprach perfekt Griechisch, aber ob er seine tief in der identitätsgebenden orthodoxen Kirche und im Byzantinismus verwurzelte Landeskinder verstanden hat, darf bezweifelt werden. Hat er die tiefe Menschlichkeit in der einfachen Bevölkerung irgendwann einmal spüren dürfen?
    Es wird Zeit einmal schonungslos die Realität zur Kenntnis zu nehmen.
    Unser Bild von den Griechen liegt zwischen verlogenen Betrügern und gebildeten Kindern von Plato und Alexander dem Großen. Die Krise könnte auch die Chance zu einem realistischen gegenseitigen Verstehen und Neustart in gegenseitiger Wertschätzung werden. Verblendung schafft nur neues Leid.

  • Also nach zwei Jahren Griechenlandkrise und exorbitanten Schuldenberg wird man konfrontiert mit Rentnern, die Probleme in der Arzneimittelversorgung haben. Dies kommt u.a. da es noch offene Rechnungen gab, die nicht bezahlt worden sind. Die Lieferung scheint erfolgt zu sein und der Verkauf höchstwahrscheinlich auch. Jeder regt sich über die Arzneimittelversorgung auf, aber niemand über die Tatsache, dass da ein Haufen Geld vom Tisch gefallen ist. Bis heute beinahe keine Artikel zu diesem Thema, wobei gerade dies für Griechenland wichtig wäre. Will das land eine wirkliche Chance, dann muss man schon schauen, wer was verursacht hat und gegebenenfalls auch mal die legalen Konsequenzen von betrügerischen Handlungen erfahren lassen. Aus diesem Grunde sehe ich auch keine guten Chancen für Griechenland. Wobei ich benachdrücken möchte, dass der Durchschnitssbürger in so einer Gesellschaft wahrscheinlich wenig mitzubestimmen hat. Wie überall, man passt sich an und adaptiert sich an die Umstände. So lange die Umstände gleich bleiben, findet keine neue Ausrichtung statt.

  • Deutschland rettet Griechenland mit Hilfszahlungen und die Griechen verbrennen oeffentlich deutsche Fahnen und spucken in das Essen von deutschen Urlaubern. Nie wieder Urlaub in Griechenland!!!

  • @Andre

    Der durchschnittliche Grieche hat die desaströsen Entwicklungen weder verursacht noch zu verantworten.

    Vielleicht sollten Sie deshalb Ihr Statement nochmals überdenken und Urlaub in privat geführten griechischen Hotels verbringen.

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