Oslo 17-jähriger Russe nach Bomben-Fund festgenommen

Ein lauter Knall durchdringt die Nacht in Oslo. Die Polizei hat eine Bombe gefunden und sprengt sie kontrolliert. Ein junger Russe wird festgenommen. Die Sicherheitspolizei erhöht die Terrorgefahrenstufe.
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Am Wochenende hat die norwegische Sicherheitspolizei PST die Terrorwarnstufe für das Land erhöht. Quelle: AP
Terror in Schweden

Am Wochenende hat die norwegische Sicherheitspolizei PST die Terrorwarnstufe für das Land erhöht.

(Foto: AP)

Oslo Nach dem Fund einer selbstgebastelten Bombe in Oslo hat die norwegische Sicherheitspolizei PST die Terrorgefahrenstufe für das Land auf „wahrscheinlich“ heraufgesetzt. Zuvor war ein 17-jähriger Russe festgenommen worden, der eine „primitive, improvisierte Sprengladung mit begrenztem Schadenpotenzial“ in der Nähe der Innenstadt deponiert haben soll. „Es ist unklar, ob der 17-Jährige die Absicht gehabt hat, einen Terrorangriff durchzuführen“, sagte PST-Chefin Benedicte Bjørnland am Sonntag bei einer Pressekonferenz in Oslo.

Staatsanwältin Signe Aalling sagte, der junge Mann sei mit seiner Familie als Asylbewerber nach Norwegen gekommen. „Für die Ermittlungen ist es nun wichtig, die Absichten des Festgenommen zu klären“, sagte Aalling. „Es ist nicht geklärt, ob der Verdächtige alleine gehandelt hat.“ Er sollte am Montag einem Haftrichter vorgeführt werden.

„Ich fühle große Trauer und Leere“
Kronprinzenpaar besucht Anschlagsort
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Schwedens Kronprinzessin Victoria (39) und ihr Mann Prinz Daniel (43) haben am Tag nach dem Lkw-Anschlag in Stockholm in der Nähe des Tatorts rote Rosen niedergelegt. „Ich fühle große Trauer und Leere“, sagte die Thronfolgerin laut der Boulevardzeitung „Aftonbladet“ am Samstag. „Aber ich fühle trotzdem eine Stärke, denn die Gesellschaft hat mit enormer Kraft gezeigt, dass wir uns dem hier entgegensetzen.“

Nach dem Anschlag in Stockholm
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Auf die Frage eines Reporters, wie das Land durch diese schwere Zeit kommen solle, antwortete Victoria demnach: „Zusammen.“ Zuvor hatte ihre jüngere Schwester Prinzessin Madeleine (34) auf Facebook geschrieben: „Meine Gedanken sind bei meinem geliebten Stockholm und den Betroffenen und ihren Familien.“ Madeleine lebt mit ihrem Mann Chris O'Neill und ihren beiden Kindern in London.

Terroranschlag
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Am Freitagnachmittag war in Stockholm ein gestohlener Brauereilastwagen durch die Fußgängerzone gerast und in ein Kaufhaus gekracht. Vier Menschen wurden getötet, 15 weitere verletzt. Von den Verletzten wurden am Samstag sechs aus dem Krankenhaus entlassen; neun andere, darunter ein Kind, mussten weiter stationär behandelt werden, teilte das Stockholmer Karolinska-Krankenhaus mit.

Terrorakt
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Der schwedische Ministerpräsident Stefan Löfven sprach schon kurz nach dem Anschlag von einem Terrorakt. „Schweden wurde angegriffen“, sagte Löfven auf einer Pressekonferenz. Zu der Tat, die an die Anschläge in London, Berlin und Nizza erinnert, bekannte sich zunächst niemand.

Verdächtiger in Haft
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Einen Tag nach dem Lkw-Anschlag in Stockholm haben die schwedischen Behörden am Samstag mitgeteilt, sie hätten den mutmaßlichen Täter in Gewahrsam. Staatsanwalt Hans Ihrman teilte mit, der Mann sei als Verdächtiger identifiziert, „terroristische Straftaten durch Mord“ begangen zu haben. Die Zeitung „Aftonbladet“ berichtete, bei der verhafteten Person handele es sich um einen 39-jährigen Mann aus Usbekistan. Die Polizei äußerte sich dazu nicht.

Die Tatwaffe
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Augenzeugen berichteten, ein LKW sei in ein Kaufhaus gefahren. Auf der Straße seien mit Tüchern abgedeckte Körper zu sehen. Die Brauerei Spendrups bestätigte, dass ihr ein Lieferwagen gestohlen wurde. Als der Fahrer eine Lieferung bei einem Restaurant abgeladen habe, sei jemand in das Fahrzeug gesprungen und davongefahren, sagte ein Sprecher der Brauerei der schwedischen Nachrichtenagentur TT.

Ausnahmezustand
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Die Polizei warnte die Bevölkerung davor, die Innenstadt zu betreten. Der U-Bahn- und Zug-Verkehr wurde eingestellt. Erst am frühen Samstagmorgen rollten wieder Züge aus den Bahnhöfen.

Der Verdächtige war am späten Samstagabend mit dem „bombenähnlichen Gegenstand“, der sich in einer Plastiktüte befunden hatte, gesehen worden. Nachdem der Gegenstand entdeckt worden war, sprengten Bombenexperten ihn kontrolliert mit Hilfe eines Roboters. Für die Bevölkerung bestand nach Angaben des norwegischen Rundfunks keine Gefahr. Den Bereich um die Sprengung hatte die Polizei abgesperrt. Am Sonntagmorgen hatte die norwegische Sicherheitspolizei PST die Ermittlungen in dem Fall übernommen und die Terrorwarnstufe für das Land erhöht.

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  • dpa
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