Ostukraine Hafenstadt Mariupol unter Beschuss

In der Ukraine ist der Kampf um Mariupol entbrannt. Die bedeutende Hafenstadt geriet bei den Gefechten zwischen Regierungstruppen und Separatisten unter Beschuss – wobei auch eine Gaspipeline schwer beschädigt wurde.
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Ukrainische Freiwillige halten Stellungen in der Nähe von Mariupol. Quelle: dpa
Kämpfe in der Ukraine

Ukrainische Freiwillige halten Stellungen in der Nähe von Mariupol.

(Foto: dpa)

MariupolNach Gefechten im Osten der Ukraine ist die Erdgasversorgung der strategisch wichtigen Hafenstadt Mariupol zusammengebrochen. Der staatliche Gasmonopolist Ukrtransgaz erklärte am Freitag, bei den Kämpfen zwischen Regierungstruppen und pro-russischen Rebellen sei eine Pipeline getroffen worden. Die Reparaturen dürften bis zu zwei Tage dauern. Auch die Orte Berdjansk und Wolnowacha seien betroffen.

Ministerpräsident Arseni Jazeniuk warf den Aufständischen vor, die Leitung gezielt zerstört zu haben, um Panik in Mariupol zu verbreiten. Der Angriff solle zudem die Fabriken zum Schließen zwingen, damit die Bevölkerung nicht mehr arbeiten könne. „Das gehört zum russischen Plan.“

Der Stahlhersteller Metinvest erklärte, bei zwei seiner Stahlwerke in Mariupol sei die Lage kritisch. Möglicherweise müssten die Hochöfen vorübergehend außer Betrieb genommen werden. In den beiden Anlagen arbeiten zehn Prozent der Bevölkerung von Mariupol.

Die von der Regierung kontrollierte Hafenstadt liegt am Asowschen Meer und unweit der Frontlinie. Sollte die Stadt an die Rebellen fallen, wäre damit ein Teil eines Korridors geschaffen, der von ihren Gebieten zur Halbinsel Krim führen würde. Diese ist von Russland annektiert worden. Die Regierung in Moskau hat Vorwürfe zurückgewiesen, in die Kämpfe direkt einzugreifen.

Aus Protest gegen Moskaus Unterstützung für prorussische Separatisten im Donbass bewarfen Dutzende Demonstranten das russische Konsulat im ostukrainischen Charkow mit Farbbeuteln. Das Außenministerium in Moskau sprach von einer „Provokation“ und forderte von Kiew Ermittlungen sowie Strafen für die Angreifer.

Wie russische Soldaten zum Kult werden
Soldaten ohne Hoheitsabzeichen
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Im März 2014 waren auf der ukrainischen Halbinsel Krim plötzlich Soldaten ohne nationales Hoheitsabzeichen aufgetaucht und stellten den Westen und Kiew damit vor vollendete Tatsachen. Erst kürzlich hat der russische Präsident Wladimir Putin im russischen Staatsfernsehen bestätigt, was zu Anfang nur Vermutung war: Er gab den Befehl zur Eroberung der Krim.

„Höfliche Menschen“
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In Russland nennt man die Soldaten in den ungekennzeichneten grünen Kampfanzügen nur „höfliche Menschen“. Der Begriff wurde geprägt durch russische Staatsmedien, die statt von bewaffneten Maskierten auf der Krim lieber von „höflichen Menschen“ sprach.

Für 17 Euro zu haben
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Die T-Shirts werden von der russischen Jugendmarke „Anyavanya“ hergestellt und kosten 1200 Rubel, umgerechnet 17 Euro. Verkauft werden sie unter anderem als Souvenir auf der Krim und in Russlands größtem Einkaufszentrum, dem GUM in Moskau.

Putin der „Höflichste“
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Neben Aufdrucken mit Soldaten zeigen die „Anyavanya“-Motive auch den russischen Präsidenten Wladimir Putin, hier mit der Unterschrift: „der höflichste aller Menschen“. Ein anderes T-Shirt zeigt Putin mit Hawaiihemd und Cocktail in der Hand. Darunter ist zu lesen: „Greetings from Crimea“.

Judo mit Obama
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Wieder ein anderes T-Shirt bildet Putin offenbar im Judokampf mit US-Präsident Barack Obama ab. Darunter der Text: „Unsere Antwort auf die Sanktionen“.

Für alle Altersklassen
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Der Designer der T-Shirts sagte der russischen Zeitung „Komsomolskaja Prawda“, es gebe derzeit sehr viele Bestellungen aus dem Ausland. „Das kann eine 18-Jährige sein, aber auch eine 55-jährige Rentnerin.“

Auch Tassen verfügbar
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Nicht nur T-Shirts, auch Tassen gibt es in Russland mit dem Aufdruck „höfliche Menschen“. Der Begriff hat sich zu einem popkulturellen Phänomen entwickelt. Bei der Vorstellung der T-Shirts im Moskauer Kaufhaus GUM waren auch Prominente aus dem russischen Showbusiness anwesend.

In Moskau bekräftigte Kremlchef Wladimir Putin unterdessen bei einer Rede zum 25. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung Russlands den Widerstand gegen Einflussnahme aus dem Ausland. „Niemandem ist es jemals gelungen und niemandem wird es gelingen, Russland umzucodieren“, sagte der Präsident. Das Riesenreich hatte am 12. Juni 1990 im Zuge des Zerfalls der Sowjetunion seine Unabhängigkeit erklärt. „Russland hat die schwierigsten Prüfungen würdig bestanden und nur in einem Vierteljahrhundert den Durchbruch zu Demokratie und Marktwirtschaft geschafft“, betonte Putin.

Menschenrechtler kritisierten zuletzt, dass totalitäre Praktiken in Russland stärker würden. Rede- und Meinungsfreiheit sehen sie als bedroht. Erst Ende Mai hatte Putin etwa ein Gesetz unterzeichnet, das Nichtregierungsorganisationen unter Druck setzt. Zudem sehen Beobachter die Ukraine-Politik des Kremls mit Sorge und befürchten eine Neuauflage eines Imperiums im Stile der Sowjetunion.

  • rtr
  • dpa
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15 Kommentare zu "Ostukraine: Hafenstadt Mariupol unter Beschuss"

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  • Wenn man sonst nichts drauf hat............kommt die Troll-Keule aus St. Petersburg.

    Armselig !

  • Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • und Kiew hat gerade einen bereits durch ein Gericht verurteilten Verbrecher als Bürgermeister eingesetzt, darüber muss doch berichtet werden, oder? Michail Saakaschwili wurde verurteilt wegen u.a. Betruges, Menschenrechtsverbrechen usw.

    Wenn die Krim zu Russland gehörte, wie einige Historiker, Völkerrechler erklären, dann würde dies im Vergleich zum Beitritt der DDR zur BRD bedeuten, dass dann auch der Beitritt der DDR zur BRD völkerrechtswidrig war, vor allem, da ein Referendum der DDR fehlte, aber diesen Beitritt erklären wir nicht als völkerrechtswidrig. Sollte nicht langsam ein Gericht feststellen, ob der Beitritt der Krim, das Referendum der Krim-Bewohner völkerrechtswidrig war oder nicht? Solange kein Gericht die Völkerrechtswidrigkeit feststellt, verstoßen Sie und einige Regierungsmitglieder gegen unser Grundgesetz, gegen das Rechtstaatsprinzip, wenn Sie von rechtswidriger Annexion sprechen-jeder gilt als unschuldig, solange kein Gericht seine Schuld in einem Gerichtsverfahren unter Würdigung aller Beweise rechtskräftig durch Gerichtsurteil feststellt.

    "...der ehemalige französische Altpräsident erklärte: Valéry Giscard d’Estaing hat vorgeschlagen, den Krim-Streit vor den Vereinten Nationen beizulegen. Der frühere französische Staatschef hat bei einem Moskau-Besuch darauf verwiesen, dass die Schwarzmeerhalbinsel historisch „nie ukrainisch“ gewesen sei...„Die Krim war vor mehreren Jahrhunderten von Russland erobert worden und war nie ukrainisch", sagte d’Estaing"

  • @Johannes Paul

    Für präzise und vor allem belastbare Quellen wäre ich Ihnen dankbar.

    Ohne solche Quellenangaben klingt Ihr Beitrag eher nach Propaganda.

  • so einen einseitigen Artikel habe ich bisher bei Ihnen noch nicht gelesen, was ist los? Die Regierung in Kiew hat gerade 2 Gesetze verabschiedet:
    gegen das Minsk II Abkommen zu verstoßen und ausländische Soldaten zu erlauben und nicht schwere Waffen abzuziehen, sondern nukleare Waffen zu erlauben;
    das andere Gesetz, die russische Minderheit in der Ukraine zu zerstören, deren Kultur zu verbieten, russische Filme zu verbieten, russische Bücher-d.h. offiziell durch ein Gesetz wurde von der Regierung in Kiew erklärt, gegen die UN-Konvention zum Minderheitenschutz verstoßen zu wollen;
    seit Monaten wurde die Versorgung der russischen Minderheit in der Ukraine eingestellt, Renten nicht gezahlt, Ärzte in Krankenhäusern nicht bezahlt, so dass eine medizinische Versorgung kaum möglich ist usw.
    und die Opposition wurde verboten - durch Gesetz, unfassbar und darüber berichten Sie nicht, warum? Ein Land gleitet in die Diktatur, dieses Land wollen wir in die EU aufnehmen, also sollte uns die Entwicklung des Landes interessieren, oder?

  • ..."Mariupol ist aber auch eine Stadt der Donetzker Volksrepublik. In Mariupol haben 90 % der Menschen auch für Unabhängigkeit abgestimmt.."

    Ganz sicher! Mit der Kalaschnikow genau welcher Miliz am Hinterkopf?

    "...Alles, was Sie als Schlußfolgerung abgeleitet haben, ist ein totaler Nonsens. Könnte aus der Feder der Neonazi-Junta stammen. Ist wahrscheinlich auch so...."

    Aus der Feder welcher Junta stammt denn ihre Position?

    "...Russland ist weder Konfliktpartei noch ein Spieler bei dem Konflikt. Russland hat bis dato Reagiert..."

    Aus welcher Quelle genau haben die Rebellen ihre schweren Waffen? Heilsarmee vielleicht?

    "...Es wird aber höchste Zeit, dass Russland AGIERT !.."

    Nun, ich denke das tut Putin bereits.

    "...Der Westen bellt etwas verdutzt und verkriecht sich. Das wars..."

    Zunächst gebe ich Ihnen recht. Zunächst! Demokratien reagieren langsamer als Autokratien.
    Aber ich fürchte die Lage wird sie früher oder später dazu zwingen, ihre passive Haltung aufzugeben. Vielleicht wenn das Baltikum in Gefahr gerät, "befreit" zu werden?

    "...Und die Amis können anfangen, die Blackwaterschlächter abzuziehen. Denn diese sind dort so überflüssig wie ein Kropf. Kosten nur Geld und sind zu nichts nutze..."

    Nun die Vertreter der USA in diesem Konflikt scheinen Ihnen ernsthaft Angst zu machen.
    Sind sie vielleicht genauso grausam wie die Rebellen?
    Die USA werden tun, was sie für richtig halten. Sie werden sich jedoch ganz sicherlich von Ihnen keine Angst einjagen lassen. Und die USA werden jede Handlung vermeiden, die auch nur den Ruch aufkommen lassen würde, sie hätten vor den Russen den Rückzug angetreten.
    Sie müssen also wohl oder übel auch in Zukunft mit den USA rechnen.

    Was ich bei Ihnen völlig vermisse, ist ein wenig Menschlichkeit. Kein Wort über die Leiden der Bevölkerung hüben wie drüben. Denen ist es im Prinzip inzwischen völlig gleichgültig, wer sie erpresst oder gar mit Granaten auf sie schiesst, Die wollen nur dass das aufhört.

  • "Mal schauen, wie sich Putin entscheidet."

    Da brauchen wir nicht "schauen". Für jeden, der sehen will, ist es offensichtlich was Putin will und auch durchsetzt. Die Ukraine hat nicht die geringste Chance. Sie ist selbstverständlich Russland hoffnungslos unterlegen. Sie kann ihr Territorium nicht gegen Putin verteidigen. Das Minsker Abkommen war doch von vorn herein eine Farce. Es war doch jedem klar, dass Putin die Landverbindung zur Krim will und auch bekommen wird. Wie auch im Kaukasus ist Putin an einer Instabilität interessiert. Russische "Urlauber" unterstützen die "Seperatisten" dabei. Selbstbestimmung und Demokratie wird in Russland halt anders definiert. Stalin war wohl auch ein Demokrat.

  • Das ist so, dass ist die Realität.

  • "Selten einen größeren Quatsch vernommen."

    dann lesen Sie doch mal Ihren Beitrag !

  • und ws die Ukrainer wollen, ist selbstverständlich völlig uninteressant.

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