Paketbomben Erster Verdacht stellt sich als falsch heraus

Nach den vereitelten Paketbombenanschlägen läuft die Suche nach den Drahtziehenr auf Hochtouren. Die US-Behörden haben ihr Augenmerk inzwischen auf einen Saudi gerichtet, der als eine der führenden Figuren der Terrororganisation Al-Kaida auf der arabischen Halbinsel gilt. Derweil sollen Lücken im internationalen Sicherheitsnetz geschlossen werden.
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UPS-Frachtmaschine in Köln/Bonn: Luftfracht wird "relativ wenig" kontrolliert. Quelle: Reuters

UPS-Frachtmaschine in Köln/Bonn: Luftfracht wird "relativ wenig" kontrolliert.

(Foto: Reuters)

BERLIN. Bei der Suche nach den Hintermännern der vereitelten Paketbombenanschläge sind die Sicherheitsdienste vorerst nicht weitergekommen. Eine im Jemen festgenommene Verdächtige wurde am Sonntag wieder auf freien Fuß gesetzt, da ihre zunächst vermutete Komplizenschaft auch nach längeren Verhören nicht erwiesen wurde. Unterdessen wurde weltweit versucht, die von Terroristen erkannte Lücke im Sicherheitsnetz - der internationalen Luftfracht - zu schließen.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) räumte am Sonntag ein, dass Luftfracht "relativ wenig" kontrolliert wird. Die Terroristen hätten diese Lücke erkannt. Er bestätigte, dass eines der für die USA bestimmten Sprengstoffpakete über den Flughafen Köln/Bonn nach Großbritannien ging.

Die deutschen Flughäfen forderten schärfere Sicherheitskontrollen. „Man muss prüfen, ob zusätzliche Kontrollen an den Frachtdrehkreuzen notwendig sind“, sagte Ralph Beisel vom Flughafenverband ADV der „Rheinischen Post“. Zuständig für die Überprüfung sind die Fluggesellschaften. Dies sei keine Aufgabe der Flughäfen.

Der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Wolfgang Bosbach (CDU), wertet die Sprengsätze in den Luftfrachtpaketen als Beleg dafür, dass Deutschland nach wie vor im Visier der Terroristen steht. Die deutschen Behörden müssten nun genau ihr Sicherheitskonzept überprüfen und gegebenenfalls anpassen, forderte Bosbach in der "Berliner Zeitung" (Montag). Sie sollten prüfen, ob die Flugverbindungen nach Jemen ausgesetzt werden sollten. "Der Jemen hat sich längst wie das afghanisch-pakistanische Grenzgebiet zu einem Rückzugsort für Terroristen entwickelt", sagte Bosbach. "Deshalb dürfen wir im Kampf gegen den Terrorismus nicht nachlassen."

In der Bundesrepublik, Großbritannien, den USA und Frankreich wurde als Konsequenz aus den Bombenfunden vom Freitag der gesamte Luftfrachtverkehr aus dem Jemen gestoppt. "Wir lassen keinerlei Luftpostpakte und Fracht aus dem Jemen mehr nach Deutschland", sagte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) am Sonntag.

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2 Kommentare zu "Paketbomben: Erster Verdacht stellt sich als falsch heraus"

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  • Ein Saudi ?
    Saudi Arabien ist ein Vergleichsweise zivilisiertes Land.Wir sollten mehr Aufmerksamkeit auf Syrien,Libyen,Libanon,iran und Gaza legen,den irak Pakistan und Algerien nicht zu vergessen.Das sind die Terroristischen brutstätten unserer Welt.Aber sie haben natürlich recht,islam ist islam,eine Krähe hackt der andern kein Auge aus.

  • Jetzt muss nur noch einer kommen und behaupten, es sei reinster Zufall, dass die bomben aus Arabien kommen.

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