Pakistan Mehr als 20 Menschen sterben bei Angriff auf Universität

Angreifer überfallen eine Universität in Pakistan. Studenten und Angestellte sterben. Hunderte Menschen fliehen aus dem Gebäude. Die islamistische Terrorgruppe Taliban bekennt sich zu dem Anschlag.
Update: 20.01.2016 - 10:48 Uhr

Pakistan: Bewaffnete erschießen Studenten und Dozenten

Bei einem Angriff der Taliban auf eine Universität im unruhigen Nordwesten Pakistans sind am Mittwoch mehr als 20 Menschen getötet worden. Die Zahl der Opfer sei auf 21 gestiegen, doch sei der Angriff mit der Tötung der vier Angreifer beendet worden, sagte der örtliche Polizeichef Saeed Wazir der Nachrichtenagentur AFP. Zu dem Angriff auf die Bacha Khan Universität in Charsadda nahe der Regionalhauptstadt Peshawar bekannte sich die islamistische Terrorgruppe der Taliban.

Vier Kämpfer hatten den Campus am Morgen gestürmt. Das Fernsehen zeigte Studentinnen, die Hand in Hand flohen, während Sicherheitskräfte die Zugänge zum Campus abriegelten. Dutzende Soldaten gingen in Stellung, während Krankenwagen heranrasten und Hubschrauber über dem Gelände kreisten. Die Zahl der Toten stieg rasch an, während die Sicherheitskräfte versuchten, die Angreifer zu fassen.

Ein Student berichtete, er habe Schüsse gehört und daraufhin versucht, sein Wohnheim zu verlassen. „Wir wurden von unserem Chemie-Dozenten aufgehalten, der uns riet hineinzugehen. Er hielt eine Pistole in der Hand“, berichtete der Geologie-Student Zahoor Ahmed AFP. „Dann sah ich, wie er von einer Kugel getroffen wurde. Ich sah zwei Aufständische schießen. Ich rannte hinein und schaffte es, durch einen Sprung über die Hintermauer zu fliehen.“

Ein anderer Student berichtete im Fernsehen, der Dozent habe mit der Pistole auf die Angreifer gefeuert, sei aber selber getroffen worden. „Dann sahen wir ihn fallen. Als die Terroristen ins Büro kamen, rannten wir weg“, sagte der Student. Der pakistanische Staatspräsident Mamnoon Hussain bestätigte später, dass der Dozent getötet wurde.

Nach Militärangaben wurden vier Angreifer beim Einsatz der Sicherheitskräfte erschossen. Es blieb unklar, ob sie bei den 21 Toten bereits mitgezählt wurden. Der örtliche Polizeichef Wazir sagte, die meisten Opfer seien Studenten in einem Wohnheim für Männer gewesen. Zudem seien mehr als 30 Menschen verletzt worden, darunter Studenten, Lehrer und Wachleute.

Die islamistische Rebellengruppe Tehreek-e-Taliban Pakistan (TTP) bekannte sich zu dem Angriff. „Unsere vier Selbstmordattentäter haben heute einen Angriff auf die Bacha Khan Universität ausgeführt“, sagte der Taliban-Kommandeur Umar Mansoor am Telefon der Nachrichtenagentur AFP. Der Angriff sei eine Vergeltung für die laufende Militäroffensive in den nahe gelegenen Stammesgebieten an der Grenze zu Afghanistan.

„Als die Terroristen ins Büro kamen, rannten wir weg“
Truppen vor der Uni
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Pakistanische Truppen stehen zum Schutz der Menschen vor der Bacha Khan Universität in Charsadda. Die Universität liegt in der Nähe der Regionalhauptstadt Peshawar. Die Polizei teilte mit, dass Bewaffnete das Unigelände stürmten und das Feuer auf Studenten und Professoren eröffneten.

Die Attacke im Fernsehen
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Das Fernsehen zeigte Studentinnen, die Hand in Hand flohen, während Sicherheitskräfte zum Campus rasten. Die Zugänge wurden von der Polizei abgeriegelt. Es gab andauernde Schusswechsel, Medien berichteten von Explosionen. Ein Sprecher der Polizei, Rohullah Khan, hatte zuvor von „etwa einem halben Dutzend“ bewaffneter Männer gesprochen.

Rettungskräfte sind im Einsatz
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Hilfskräfte transportieren ein verletztes Opfer des Angriffs. Ein Angestellter des örtlichen Krankenhauses spricht von mindestens 19 Toten. Der Gesundheitsminister der Provinz, Shaukat Yusufzai, sagte dem Fernsehsender „Geo“ sogar, 25 Menschen seien ums Leben gekommen.

Stabsärzte versorgen die Verletzten
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Ärzte behandeln im Chaos die Verletzten. Unter den Toten sind laut Universität und Polizei mindestens zwei Studenten, zwei Wächter, ein Professor und ein Polizist. Nach Militärangaben wurden vier Angreifer getötet.

Das örtliche Krankenhaus
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Vor dem örtlichen Krankenhaus sammeln sich Sicherheitskräfte, Helfer und Angehörige. Der örtliche Polizeichef Wazir sagte, die meisten Opfer seien Studenten in einem Wohnheim für Männer gewesen. Ein Student berichtete, er habe Schüsse gehört und daraufhin versucht, sein Wohnheim zu verlassen. „Wir wurden von unserem Chemie-Dozenten aufgehalten, der uns riet hineinzugehen. Er hielt eine Pistole in der Hand“, berichtete der Geologie-Student Zahoor Ahmed.

Chaos auf dem Unigelände
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Ein Militärsprecher twitterte nach mehr als dreistündigen Kämpfen am Mittag (Ortszeit), die Schusswechsel hätten aufgehört. Einheiten durchsuchten das Gelände. An der Uni lernen der Hochschule zufolge mehr als 3000 Studenten. Am Mittwoch waren zudem 600 Gäste zu einer Literaturveranstaltung angereist.

Die Universität liegt rund 50 Kilometer nordöstlich von Peshawar. Dort hatten Taliban-Kämpfer im Dezember 2014 bei einem Angriff auf eine vom Militär betriebene Schule mehr als 150 Menschen ermordet, die meisten von ihnen Kinder. Das Militär verstärkte in der Folge seine Offensive gegen die Aufständischen in den halbautonomen Stammesgebieten. Die unwegsame Berggegend an der Grenze zu Afghanistan war bis dahin ein Rückzugsgebiet der Taliban.

  • afp
  • ap
  • dpa
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